Eine Person bearbeitet eine verstopfte Toilette mit einem Pömpel

Toilette verstopft? So bekommt man den Abfluss frei!

Letzte Aktualisierung am 15. Dezember 2021 von Max Lehmann

Bild: Pixel-Shot / stock.adobe.com

Es ist der denkbar schlechteste Ausgang jedes Toilettenganges, und doch kann es jeden treffen. Wenn bei einer Spülung das Wasser nicht oder nur sehr langsam abfließt, so liegt eine Verstopfung vor, die im schlimmsten Fall zu einem Überlaufen der Toilette führen kann. Mit einfachen Mitteln lässt sich eine Verstopfung in vielen Fällen leicht entfernen. Dazu helfen Ihnen sowohl Hausmittel als auch spezielle Hilfsmittel, die Sie in jedem Baumarkt kaufen können. Hier erfahren Sie, wie eine verstopfte Toilette entsteht, wie Sie diese wieder selber freibekommen und zukünftige Verstopfungen vermeiden können. Außerdem erfahren Sie, was zu tun ist, wenn Ihre Toilette nicht mit Eigenmitteln zum Fließen gebracht werden kann.

Wie Verstopfungen im Rohr entstehen

Eine Verstopfung in der Toilette hat meistens eine von zwei Ursachen. Zum einen kann es vorkommen, dass einfach zu viel heruntergespült wurde. Wenn das Volumen an Toilettenpapier und Geschäft zu groß ist, kann das für die Rohre zu viel werden.

Die andere Möglichkeit ist, dass etwas heruntergespült wurde, das nicht in die Toilette gehört. Das kann etwa Kuchenteig oder andere Essensreste sein, die in dem Rohr klebrige Plaques bilden und es so nach und nach zusetzen. Auch Küchentücher oder Servietten haben nichts in der Toilette zu suchen, denn sie ist kein Mülleimer. Hygieneartikel zählen ebenfalls zu den Dingen, die in den Mülleimer gehören. Und selbst die beliebten feuchten Toilettenpapierblätter sorgen zwar für ein frisches Gefühl, aber lösen sich in Wasser schlecht auf und können die Rohre versperren. Benutzen Sie deshalb, wenn überhaupt, nur ein bis zwei Tücher.

Eine Verstopfung des Rohres kann an vielen Stellen entstehen. Häufig findet sie sich im Siphon, also dem u-förmigen Rohrteil, in dem immer Wasser steht. Auch in der Rohrverbindung in die Wand oder im Fallrohr, ja selbst in der Abwasserleitung des Hauses oder den städtischen Abwasserkanälen kann es zu einer Verstopfung kommen, die sich bis in Ihre Toilette staut. Je tiefer die Verstopfung im Rohrsystem liegt, desto schwieriger können Sie ihr mit eigenen Mitteln beikommen. Spätestens ab einer Verstopfung im Fallrohr ist diese eine Aufgabe für KlempnerInnen.

Verstopfung selber entfernen

Blockade mit der Klobürste entfernen

Liegt die Blockade im Siphon, so genügt häufig bereits ein leichter mechanischer Reiz, um sie zu entfernen. Nehmen Sie die Klobürste zur Hand und schieben Sie diese so tief es geht in das Rohr. Nun drehen Sie sie etwas und bewegen sie drehend hin und her. So können die Verstopfungen von den Bürsten bewegt und hoffentlich aufgelöst werden.

Verstopfung mit Unterdruck entfernen

Sie kennen das hierfür verwendete Werkzeug vielleicht unter dem Namen Pümpel oder Pömpel, wobei auch andere regionale Begriffe verbreitet sind. Der offizielle Begriff ist Saugglocke. Gemeint ist in jedem Fall eine Gummiglocke, die auf einem Stiel aus Holz sitzt und Verstopfungen lösen soll. Das Wirkprinzip ist einfach: Die Glocke wird auf das Ende des verstopften Rohres gesetzt und entweder ruckartig hochgerissen oder pumpend auf und ab bewegt. In beiden Fällen entstehen Druckunterschiede im Rohr, welche die blockierenden Materialien bewegen und lockern sollen, sodass das Wasser sie fortspülen kann.

Vor dem Einsatz der Saugglocke entfernen Sie alle Papierreste und anderen Hindernisse aus der Toilettenschüssel. Dann setzen Sie die Saugglocke auf das Rohr, sodass sie dieses vollständig abschließt, drücken sie einmal hinab und reißen sie dann kraftvoll nach oben. Sollte dies nach drei oder vier Versuchen nicht funktioniert haben, so können Sie es mit geduldigem, aber auch etwas kräftezehrenden Pumpen der Saugglocke probieren. Geben Sie dieser Arbeit etwas Zeit, denn eventuell müssen erst obere Schichten gelockert werden.

Sie haben keine Saugglocke im Haus und die Verstopfung tritt auf, wenn der Baumarkt schon zu hat? Dann tut es im Notfall vielleicht auch eine möglichst große Einwegplastikflasche. Schneiden Sie mit einem scharfen Messer den Boden heraus, setzen Sie die hohle Flasche auf das Rohr und benutzen Sie diese wie ein Pümpel. Achten Sie darauf, dass der Rohrabschluss möglichst vollständig ist. Eine andere Möglichkeit ist, die Toilettenschüssel komplett mit Plastikfolie zu überziehen und diese dann wie einen Pümpel auf und ab zu bewegen. Der Druckeffekt ist der Gleiche, die Folie muss dafür aber perfekt luftdicht verlegt werden.

Heißes Wasser und andere Hausmittel

Wenn das Wasser nur zäh abfließt, aber nicht hoch in der Kloschüssel steht, so können Sie es mit folgendem Trick probieren: Erhitzen Sie Wasser im Wasserkocher oder im Kochtopf. Das Wasser darf nicht kochen, da es sonst die Keramik beschädigen kann. Lassen Sie einen Liter aufgekochtes Wasser vier bis fünf Minuten abkühlen, geben Sie etwas Spülmittel hinzu und schütten Sie es aus etwa einem Meter Höhe in die Kloschüssel. Die Hitze und der Schwung können die Verstopfung auflösen. Alternativ können Sie es auch mit Essigkonzentrat, einer Mischung aus Backpulver und Essig oder Backpulver, Salz und Weinstein versuchen.

Rohr freibekommen mit der Abflussspirale

Sollten alle diese Mittel nichts nützen, so ist es Zeit, die schweren Geschütze aufzufahren. In Baumärkten können Sie für zehn bis 20 Euro eine Abflussspirale kaufen. Dabei handelt es sich um eine Metallspirale mit einem Griff. Die biegsame Spirale kann in das Rohr eingeführt werden. Erreichen Sie die Verstopfung, so können Sie die Spirale über den Griff drehen und so die Verstopfung aufbrechen. Sollte die Spirale stecken bleiben, so können Sie diese mit einer gegenläufigen Drehbewegung befreien. Diese Methode erreicht auf tief sitzende Verstopfungen, ist jedoch für ungeübte Heimwerker nicht ganz problemlos. Außerdem kann der unsachgemäße Einsatz einer Rohrspirale die Rohre und die Keramik zerkratzen. Sollten Sie sich hier unsicher sein, sollten Sie lieber eine/n ExpertIn beauftragen.

Rohr frei bekommen?

Erstmal herzlichen Glückwunsch! Ihre Erleichterung ist jetzt natürlich groß. Dennoch sollten Sie noch einige leere Spülgänge durchführen, um Reste der Verstopfung zu entfernen. Außerdem sollten Sie in Zukunft folgende Empfehlungen befolgen, um nicht weitere Verstopfungen zu produzieren:

  • Bei größeren Mengen in mehreren Etappen spülen
  • Bei großen Geschäften nicht mit Spülwasser sparen
  • Keine Dinge in die Toilette werfen, die dort nicht hineingehören

Was zu tun ist, wenn die Hausmittel versagen

Wenn Sie Ihre Toilette nicht mit den oben beschriebenen Mitteln freibekommen oder diese nicht anwenden wollen, dann finden Sie auf Blauarbeit HandwerkerInnen in Ihrer Nähe, die Ihnen gerne helfen. Viele SanitärspezialistInnen bieten einen 24-Stunden-Service an, der auch an Feiertagen schnell vorbeikommt und Ihre Toilette freibekommt. Die ExpertInnen vom Fach orten die Position der Verstopfung, erkennen die Ursache genau und entfernen diese schnell.

Sollten Sie zur Miete wohnen, so müssen Sie beachten, dass bei den Kosten für den Sanitärdienst das Verursacherprinzip gilt. Sollten also Sie durch falsche Objekte in der Toilette die Verstopfung verursacht haben, so müssen Sie den Einsatz bezahlen. Sollte das Problem aber auf der Seite des Vermieters/der Vermieterin oder der Kommune liegen, so müssen auch diese bezahlen. Lassen Sie sich deshalb am besten die Ursache vor Ort schriftlich bescheinigen.

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