Eine Rigipswand besteht aus einem Metallständerwerk aus UW- und CW-Profilen, das beidseitig mit 12,5 mm starken Gipskartonplatten beplankt wird. Handwerklich geübte Heimwerker schaffen eine Trennwand von 10 m² an einem Wochenende. Das Material kostet komplett etwa 40 bis 80 € pro m² fertige Wand. Diese Anleitung führt Sie durch alle Arbeitsschritte von der Planung über das Ständerwerk und die Dämmung bis zum Verspachteln. Dazu lesen Sie, welche Fehler am häufigsten passieren und wann sich der Trockenbauer lohnt.
Planung der neuen Trockenbauwand
Legen Sie vor dem ersten Handgriff fest, wo die Wand verläuft, wo die Türöffnung sitzt und welche Leitungen später in der Wand liegen sollen. Prüfen Sie dazu beide künftigen Räume: Bekommt jeder Raum genug Tageslicht, einen Heizkörper und eigene Steckdosen? Richten Sie den Wandverlauf parallel zur gegenüberliegenden Wand aus und markieren Sie ihn mit Schlagschnur oder Kreuzlinienlaser auf Boden, Decke und den Anschlusswänden.
Planen Sie die Türöffnung so, dass sich beide Räume sinnvoll möblieren lassen und die geöffnete Tür keine Möbel blockiert. Für ein Standardtürblatt von 73,5 cm Breite brauchen Sie eine Rohbauöffnung von etwa 88,5 cm. In Bad oder Küche greifen Sie zu imprägnierten Platten, erkennbar an der grünen Oberfläche. Eine maßstäbliche Skizze mit allen Ständerpositionen und Plattenstößen erspart Ihnen später Verschnitt und doppelte Wege in den Baustoffhandel.
Denken Sie bei der Raumaufteilung auch an Rauchmelder, Lichtschalter und die Frage, wie der neue Raum belüftet wird. Messen Sie außerdem die Raumhöhe an mehreren Stellen, denn Altbaudecken hängen oft durch, und das beeinflusst den Zuschnitt der Ständerprofile. Die gleiche Ständerwerktechnik hilft Ihnen übrigens, wenn Sie zusätzlich eine Decke abhängen möchten, etwa für eine indirekte Beleuchtung.
Material und Werkzeug für die Rigipswand
Für eine Trennwand benötigen Sie UW-Profile für Boden und Decke, CW-Profile als senkrechte Ständer, Gipskartonplatten in 12,5 mm Stärke, Mineralwolle für den Hohlraum sowie Schnellbauschrauben und Spachtelmasse. Kalkulieren Sie mit Materialkosten von etwa 40 bis 80 € pro m² fertige Wand inklusive allem. Eine detaillierte Aufstellung je nach Ausführung finden Sie im Ratgeber Ständerwand Kosten.
| Material | Richtpreis |
|---|---|
| UW-Profil für Boden und Decke | 1,50 bis 2,50 € pro m |
| CW-Profil als Ständer | 2 bis 3,50 € pro m |
| Gipskartonplatte 12,5 mm | 3 bis 6 € pro m² |
| Mineralwolle als Klemmfilz 60 mm | 5 bis 10 € pro m² |
| Anschlussdichtband | 0,50 bis 1 € pro m |
| Schnellbauschrauben und Dübel | 15 bis 25 € pauschal |
| Spachtelmasse und Fugendeckstreifen | 20 bis 35 € pauschal |
Gipskartonplatten gibt es im klassischen Format von 1,25 m x 2 m sowie als schmale Einmannplatten mit 60 cm Breite, die sich gut allein tragen lassen. An Werkzeug genügt die übliche Heimwerkerausstattung:
- Cuttermesser und Blechschere
- Akkuschrauber und Schlagbohrmaschine
- Wasserwaage, Maßband und Bleistift
- Kantenhobel für die Schnittkanten
- Spachtel, Glättkelle und Schleifgitter
- Kreuzlinienlaser, bei Bedarf im Baustoffhandel leihbar
Ständerwerk setzen und Türöffnung aussteifen
Das Ständerwerk besteht aus umlaufenden UW-Profilen und senkrechten CW-Ständern im Achsabstand von 62,5 cm, also der halben Plattenbreite. Kleben Sie zuerst das Anschlussdichtband auf die Rückseite aller Profile, die Boden, Decke oder Wände berühren. Das Band entkoppelt die neue Wand vom Baukörper und verhindert Schallbrücken. Dübeln Sie anschließend das UW-Profil entlang der Markierung am Boden fest; der erste und der letzte Dübel sitzen etwa 5 cm vor dem Profilende, dazwischen genügt ein Abstand von 70 cm. Liegt eine Fußbodenheizung im Estrich, dürfen Sie nicht bohren und kleben das Profil stattdessen mit Montagekleber auf.
Es folgen das UW-Profil an der Decke, das Sie mit Lot oder Laser exakt über der Bodenschiene ausrichten, und die Anschlussprofile an den flankierenden Wänden. Die CW-Ständer schneiden Sie mit der Blechschere etwa 1,5 cm kürzer zu als die Raumhöhe und drehen sie ohne Verschraubung in die UW-Profile ein. Die offene Profilseite zeigt immer in Montagerichtung, damit Sie beim Beplanken zuerst am steifen Steg schrauben.
Für die Türöffnung nehmen Sie ausgesteifte UA-Profile oder verstärken die CW-Profile mit eingelegtem Kantholz. Über die Öffnung kommt ein Türsturzprofil, auf das Sie ein oder zwei kurze Ständerstücke setzen. So endet keine Plattenfuge direkt auf dem Türständer, denn genau dort reißt die Wand sonst als Erstes.
Beplankung der ersten Seite
Beginnen Sie mit einer ganzen Platte direkt an der Anschlusswand und verschrauben Sie sie alle 25 cm mit Schnellbauschrauben auf den Ständern. Zum Zuschneiden ritzen Sie die Sichtseite mit dem Cuttermesser an, brechen die Platte über einer Kante und trennen den Karton auf der Rückseite durch. Gefaste Schnittkanten lassen sich später deutlich besser verspachteln.
Unterlegen Sie jede Platte mit rund 10 mm starken Abstandshaltern, damit zum Boden eine Fuge bleibt. Die Schraubenköpfe versenken Sie knapp unter der Oberfläche, ohne den Karton zu durchreißen. Verschraubt wird nur auf den CW-Ständern, nicht im Bodenprofil. Setzen Sie benachbarte Platten mit 3 bis 5 mm Fugenabstand und achten Sie darauf, dass Stöße immer mittig auf einem Ständer liegen. Weitere Praxistipps zu Zuschnitt und Schraubtechnik finden Sie im Beitrag Rigipsplatten verlegen.
Installationsebene und Schallschutzdämmung
Sobald die erste Seite geschlossen ist, verlegen Sie Elektrokabel in Leerrohren sowie eventuelle Wasserleitungen im Wandhohlraum. Für Steckdosen und Schalter bohren Sie mit der Lochsäge Öffnungen für Hohlwanddosen und lassen an den Leitungen ausreichend Reserve. Das Vorbereiten von Leerrohren und Dosen dürfen Sie selbst übernehmen, den Anschluss ans Stromnetz erledigt anschließend eine Elektrofachkraft. Wer die Wand später einmal verändern will, fotografiert die Leitungswege vor dem Schließen der zweiten Seite.
Anschließend klemmen Sie die Mineralwolle zwischen die Ständer. Der Dämmstoff muss den Hohlraum vollständig und ohne Lücken füllen, darf aber nicht gestopft werden, sonst sinkt die Schalldämmwirkung. Schon 40 bis 60 mm Klemmfilz verbessern den Schallschutz einer einfach beplankten Wand spürbar. In Kombination mit doppelter Beplankung erreicht eine Metallständerwand Werte, die eine massive Ziegelwand gleicher Dicke übertreffen.
Beplankung der zweiten Seite
Die zweite Wandseite beplanken Sie mit halbem Plattenversatz: Starten Sie hier mit einer halben Platte, damit die Fugen der beiden Seiten nicht auf denselben Ständern liegen. Übertragen Sie vorher die Positionen der Hohlwanddosen und schneiden Sie die Öffnungen aus, solange die Platte noch auf den Böcken liegt.
Für besseren Schallschutz und mehr Tragfähigkeit lohnt sich eine doppelte Beplankung beider Seiten. Die zweite Lage setzen Sie um eine halbe Plattenbreite versetzt und verschrauben sie mit längeren Schnellbauschrauben von 35 statt 25 mm. Was der Fachbetrieb für diesen Arbeitsschritt berechnet, zeigt der Ratgeber Gipskartonplatten anbringen.
Verspachteln der Fugen
Verspachteln Sie alle Fugen und Schraubenköpfe in mindestens zwei Durchgängen und schleifen Sie nach dem Durchtrocknen mit dem Schleifgitter. In Querfugen und an geschnittenen Kanten gehört ein Bewehrungsstreifen in die frische Masse, sonst zeichnen sich die Stöße später als Risse ab. Lassen Sie jede Lage vollständig trocknen; je nach Raumklima dauert das einen halben bis ganzen Tag. Welche Masse sich für welchen Zweck eignet, erklärt der Beitrag Spachtelmassen.
Wie fein Sie arbeiten müssen, bestimmt der spätere Wandbelag. Die Qualitätsstufen Q1 bis Q4 geben die Oberflächengüte vor:
| Qualitätsstufe | Ausreichend für |
|---|---|
| Q1 | Fliesen und Wandpaneele |
| Q2 | Raufaser und strukturierte Tapeten |
| Q3 | matte Anstriche und feine Tapeten |
| Q4 | Glättetechniken, Lasuren und Streiflicht |
Für einen Fliesenspiegel genügt also Q1 oder Q2, fürs Streichen sollten Sie Q3 anstreben. Vor dem Anstrich oder dem Tapezieren grundieren Sie die gesamte Fläche mit Tiefengrund, damit der Untergrund gleichmäßig saugt und keine Flecken durchschlagen.
Was häufig schiefgeht
Die meisten Schäden an selbst gebauten Rigipswänden gehen auf immer dieselben Fehler zurück, und alle lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden:
- Fehlendes Anschlussdichtband überträgt jeden Trittschall in die neue Wand.
- Zu tief gedrehte Schrauben reißen den Karton durch und verlieren ihre Haltekraft.
- Kreuzfugen entstehen, wenn Platten ohne Versatz gesetzt werden, und reißen fast immer.
- Ohne Bodenfuge zieht Feuchtigkeit aus dem Estrich in die Platten.
- Plattenfugen auf dem Türständer reißen durch die Erschütterung beim Türschließen.
- Standardplatten im Bad quellen auf; dort gehören imprägnierte Platten an die Wand.
Kontrollieren Sie außerdem jede Platte mit der Wasserwaage, bevor die nächste folgt. Ein Versatz von wenigen Millimetern am Anfang summiert sich über die Wandlänge zu einem sichtbaren Schiefstand, der sich später kaum noch korrigieren lässt.
Wann lohnt sich der Trockenbauer?
Ein Trockenbauer arbeitet mit einem Stundensatz von 45 bis 70 € und stellt die fertige Wand inklusive Material für 60 bis 120 € pro m². Bei einer Wand mit 10 m² liegt der Komplettpreis damit meist zwischen 600 und 1.200 €. In Ballungsräumen bewegen sich die Sätze eher am oberen Ende der Spanne, auf dem Land oft darunter. Alle Posten im Detail finden Sie in der Übersicht Trockenbau Preise.
Den Profi sollten Sie beauftragen, wenn Schallschutz oder Brandschutz nachweisbar eingehalten werden müssen, wenn Dachschrägen oder viele Installationen ins Spiel kommen oder wenn Sie eine Oberfläche in Q3 für Streiflicht benötigen. Auch Stuckateure übernehmen solche Arbeiten; was das Gewerk leistet, lesen Sie im Berufsbild Stuckateur. Soll umgekehrt eine alte Wand weichen, hilft die Übersicht Wanddurchbruch Kosten bei der Kalkulation.
Häufige Fragen zur Rigipswand
Wie stabil ist eine Rigipswand?
Eine fachgerecht gebaute Metallständerwand ist für alle üblichen Wohnzwecke stabil genug. Sie trägt Bilder, Regale und Leuchten problemlos und hält dem Alltag mit Kindern stand. Tragende Funktionen darf sie allerdings nie übernehmen, und für schwere Lasten müssen Sie die Befestigung passend wählen, etwa mit Hohlraumdübeln oder mit Traversen im Ständerwerk.
Kann man an einer Rigipswand Hängeschränke montieren?
Ja, mit den richtigen Dübeln. Kippdübel und Hohlraumdübel aus Metall tragen in doppelt beplankten Wänden etwa 30 bis 40 kg pro Befestigungspunkt. Schwere Küchenoberschränke sichern Sie besser über eine Traverse, die Sie beim Bau zwischen zwei Ständer schrauben. Planen Sie solche Lasten deshalb möglichst schon vor der Beplankung ein.
Welche Plattenstärke ist die richtige?
Der Standard für Wände ist 12,5 mm. Dünnere Platten mit 9,5 mm eignen sich für gebogene Konstruktionen, weil sie sich leichter formen lassen. Für mehr Schallschutz und Stabilität kombinieren Sie zwei Lagen mit je 12,5 mm. Dickere Einzelplatten mit 18 oder 25 mm bleiben eher dem Profibereich vorbehalten.
Einfach oder doppelt beplanken?
Die doppelte Beplankung kostet pro Seite rund 4 bis 7 € mehr pro m², bringt aber spürbar besseren Schallschutz, höhere Tragfähigkeit und mehr Stabilität. Für Schlafzimmer, Kinderzimmer und alle Wände mit Hängeschränken ist sie die klare Empfehlung. Eine einfache Beplankung reicht für Abstellräume und untergeordnete Trennwände.
Welcher Abstand gilt für die CW-Profile?
Der Achsabstand beträgt 62,5 cm, also die halbe Breite einer 1,25 m breiten Platte. So liegen alle Plattenränder mittig auf einem Ständer. Für höhere Lasten oder geflieste Wände können Sie den Abstand auf 41,7 cm verringern, das entspricht einem Drittel der Plattenbreite.
Braucht man für eine Rigipswand eine Genehmigung?
Für nicht tragende Trennwände innerhalb einer Wohnung ist in der Regel keine Baugenehmigung nötig. In Mietwohnungen brauchen Sie aber die Zustimmung des Vermieters, und beim Auszug kann der Rückbau verlangt werden. Bei Eingriffen in Brandschutz oder Fluchtwege fragen Sie vorab beim Bauamt nach.






Meinen Dank für die Tipps zu der Leichtbauwand! Die brauchen wir in unserem Dachgeschoss um den Raum in zwei Kinderzimmer zu trennen. Die Hinweise zum Montieren werde ich an den Mann weiterleiten, damit er nichts verkehrt macht.