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Die oberste Schicht bei einem Umkehrdach bildet eine Dachbegrünung oder eine Kiesschicht.

Umkehrdach - Aufbau und Eigenschaften

Lesedauer 8 Minuten

Bei der Dämmung eines Flachdachs stehen unterschiedliche Konstruktionsarten zur Verfügung. Neben dem klassischen Warmdach ist das Umkehrdach eine bewährte Variante. Der entscheidende Unterschied liegt in der Lage der Wärmedämmung: Beim klassischen Warmdach liegt die Dämmschicht unterhalb der Dachabdichtung, beim Umkehrdach befindet sie sich oberhalb der Abdichtung.

Diese scheinbar vertauschte Reihenfolge hat einen wichtigen bauphysikalischen Vorteil: Die Dachabdichtung liegt geschützt unter der Wärmedämmung und ist dadurch weniger starken Temperaturwechseln und mechanischen Belastungen ausgesetzt. Gleichzeitig muss der Dämmstoff für den direkten Kontakt mit Feuchtigkeit geeignet sein. Deshalb werden für Umkehrdächer überwiegend druckfeste und feuchteunempfindliche XPS-Dämmplatten eingesetzt.

Ein Umkehrdach ist damit nicht für jedes Flachdach automatisch geeignet. Entscheidend sind unter anderem die Tragkonstruktion, der vorhandene Dachaufbau, die Dachentwässerung, die geplante Nutzung und das gewählte Dämmsystem. Bei einer Sanierung sollte der vorhandene Aufbau deshalb vor der Planung untersucht werden.

Hier erfahren Sie, wie ein Umkehrdach aufgebaut ist, welche Vorteile und Nachteile es hat, welche Dämmstoffe infrage kommen und welche Varianten wie Duodach, begrüntes oder befahrbares Umkehrdach möglich sind. Wenn Sie sich wegen eines Umkehrdaches für Ihr Flachdach beraten lassen möchten, finden Sie auf blauarbeit.de zahlreiche Dachdeckerbetriebe, die solche Dachaufbauten planen und ausführen können.

Was ist ein Umkehrdach?

Das Umkehrdach ist eine Form des einschaligen, nicht belüfteten Flachdachs. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Reihenfolge von Dachabdichtung und Wärmedämmung.

Beim klassischen Warmdach befindet sich die Wärmedämmung unterhalb der Dachabdichtung. Beim Umkehrdach liegt die Dachabdichtung unterhalb der Wärmedämmung. Darüber folgen je nach Nutzung beispielsweise ein Filtervlies, eine Kiesschicht, ein Plattenbelag oder eine Dachbegrünung.

Der Aufbau hat einen weiteren bauphysikalischen Vorteil: Die Abdichtung liegt auf einem festen Untergrund und wird durch die darüberliegende Dämmschicht vor Sonneneinstrahlung, großen Temperaturschwankungen und mechanischen Einwirkungen geschützt.

Gleichzeitig ist die Dämmebene beim Umkehrdach der Witterung stärker ausgesetzt. Der verwendete Dämmstoff muss deshalb eine sehr geringe Wasseraufnahme, eine ausreichende Druckfestigkeit und eine geeignete Frost- und Feuchtebeständigkeit aufweisen. Für diesen Einsatz werden insbesondere XPS-Dämmplatten verwendet.

Aufbau des Umkehrdachs

Der genaue Schichtenaufbau hängt von der Konstruktion und der geplanten Nutzung ab. Ein üblicher Aufbau von unten nach oben sieht vereinfacht so aus:

  1. Tragkonstruktion, beispielsweise eine Stahlbetondecke
  2. gegebenenfalls Trenn- oder Schutzschicht
  3. Dachabdichtung
  4. XPS-Wärmedämmung
  5. diffusionsoffenes Filter- oder Drainagevlies
  6. Auflast oder Dachbelag, beispielsweise Kies, Platten oder eine geeignete Begrünung

Beim Umkehrdach übernimmt die Dachabdichtung zugleich die Funktion der Dampfsperre. Eine zusätzliche Dampfsperre oberhalb oder innerhalb der XPS-Dämmschicht ist daher nicht das Kennzeichen dieses Dachaufbaus.

Das unterscheidet das Umkehrdach vom klassischen Warmdach. Dort liegt die Dampfsperre beziehungsweise Dampfbremse auf der warmen Seite der Dämmebene, also raumseitig vor der Wärmedämmung. Ihre Aufgabe besteht darin, den Feuchteeintrag aus der Raumluft in die Konstruktion zu begrenzen.

Hier sieht man den Aufbau eines Umkehrdaches sowie die Funktionen der einzelnen Komponenten.

Warum wird XPS verwendet?

XPS steht für extrudierten Polystyrol-Hartschaum. Die geschlossene Zellstruktur sorgt für eine geringe Wasseraufnahme und eine hohe Druckfestigkeit. Genau diese Eigenschaften sind beim Umkehrdach erforderlich, weil die Dämmplatten oberhalb der Dachabdichtung liegen und damit nicht vollständig vor Feuchtigkeit geschützt sind.

XPS-Dämmplatten für Umkehrdächer werden mit unterschiedlichen Druckfestigkeiten und in verschiedenen Dicken angeboten. Welche Platte verwendet werden darf, richtet sich nach dem jeweiligen System und dessen bauaufsichtlicher Genehmigung. Aktuelle Produkte für Umkehrdächer sind beispielsweise mit Stufenfalz erhältlich und für verschiedene Dämmdicken zugelassen.

Die Angabe „XPS ist wasserfest“ sollte dennoch nicht mit einer beliebigen dauerhaften Wasserlagerung gleichgesetzt werden. Entscheidend ist, dass ein für den konkreten Umkehrdachaufbau geeignetes und zugelassenes Dämmsystem verwendet wird.

Welche Aufgabe haben Vlies und Auflast?

Oberhalb der XPS-Dämmung liegt je nach System eine diffusionsoffene, wasserableitende Trenn- oder Filterlage. Sie verhindert, dass feine Bestandteile der darüberliegenden Auflast in die Fugen der Dämmplatten gelangen. Gleichzeitig muss der Aufbau so beschaffen sein, dass Feuchtigkeit aus der Dämmebene nach außen abgeführt werden kann.

Darüber kann beispielsweise Kies liegen. Die Auflast erfüllt mehrere Aufgaben:

  • Sie schützt die XPS-Platten vor direkter UV-Strahlung.
  • Sie verhindert ein Verschieben oder Aufschwimmen der Dämmplatten.
  • Sie schützt die Oberfläche vor mechanischen Einwirkungen.
  • Sie bildet bei geeigneter Konstruktion die Grundlage für weitere Nutzungen.

Bei begrünten, begehbaren oder befahrbaren Umkehrdächern kommen jeweils darauf abgestimmte Schichten und Systeme zum Einsatz. Eine beliebige Kombination verschiedener Materialien ist nicht vorgesehen.

Vorteile des Umkehrdachs

Die Dachabdichtung liegt geschützt

Ein wesentlicher Vorteil des Umkehrdachs besteht darin, dass die empfindliche Dachabdichtung unterhalb der Wärmedämmung liegt. Sie ist damit weniger direkt der Sonneneinstrahlung und den täglichen Temperaturwechseln ausgesetzt.

Bei einem konventionellen Flachdach kann sich die Oberfläche der Abdichtung bei Sonneneinstrahlung stark erwärmen und bei niedrigen Außentemperaturen wieder abkühlen. Die darüberliegende XPS-Dämmung reduziert beim Umkehrdach diese thermischen Schwankungen an der Abdichtung. Das kann sich positiv auf deren Beanspruchung und Lebensdauer auswirken.

Die Abdichtung liegt auf einem festen Untergrund

Die Dachabdichtung liegt beim Umkehrdach unmittelbar auf der tragenden Konstruktion beziehungsweise einer geeigneten Schutz- oder Trennlage. Dadurch kann sie mechanische Belastungen gut in den Untergrund ableiten. Bei fachgerechter Ausführung ist sie zudem während späterer Arbeiten oberhalb der Dämmebene weniger unmittelbar dem Baustellenbetrieb ausgesetzt.

Die Konstruktion eignet sich für unterschiedliche Dachnutzungen

Ein Umkehrdach kann mit verschiedenen Oberflächen kombiniert werden. Je nach zugelassenem System sind unter anderem möglich:

  • Kiesdächer
  • begrünte Dächer
  • Dachterrassen mit Plattenbelag
  • begehbare Dachflächen
  • bestimmte befahrbare Konstruktionen

Welche Nutzung möglich ist, hängt von der Tragfähigkeit, dem Dämmstoff, der Auflast und dem jeweiligen Systemaufbau ab. Bei einer befahrbaren Fläche gelten andere Anforderungen als bei einem ausschließlich bekiesten Flachdach. Für solche Konstruktionen gibt es spezielle Bauartgenehmigungen.

Die Dachabdichtung bleibt für Wartungsarbeiten grundsätzlich zugänglich

Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei Reparaturen. Wird die oberhalb liegende Auflast entfernt, kann die darunterliegende Dämmschicht aufgenommen und die Dachabdichtung untersucht werden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Umkehrdach grundsätzlich schneller oder günstiger zu warten ist. Der Aufwand hängt davon ab, welche Auflast vorhanden ist und an welcher Stelle eine Reparatur erforderlich wird.

Nachteile des Umkehrdachs

Die Dämmung ist Feuchtigkeit ausgesetzt

Der wichtigste konstruktive Unterschied zum Warmdach ist zugleich eine besondere Anforderung: Die Wärmedämmung liegt oberhalb der Dachabdichtung und kann mit Niederschlagswasser in Kontakt kommen.

Bei Regen kann Wasser unter die XPS-Platten gelangen. Dadurch verschlechtert sich der Wärmeschutz zeitweise. Das wird bei der Planung und beim rechnerischen Nachweis des Wärmeschutzes berücksichtigt. Bei bestimmten zugelassenen Systemen gelten hierfür konkrete Regelungen; je nach Aufbau kann beispielsweise ein Zuschlag bei der U-Wert-Berechnung erforderlich sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein korrekt ausgeführtes Umkehrdach durch eindringendes Wasser zwangsläufig einen Feuchteschaden entwickelt. Entscheidend sind ein geeigneter Dämmstoff, die richtige Trenn- beziehungsweise Filterlage und eine Konstruktion, die das Abführen von Wasser und Wasserdampf ermöglicht.

Anforderungen an die Tragkonstruktion

Die Tragkonstruktion muss nicht nur die Dachkonstruktion selbst, sondern auch die Dämmung, Auflasten und gegebenenfalls weitere Nutzschichten aufnehmen.

Für bestimmte zugelassene Umkehrdachsysteme werden Anforderungen an das Flächengewicht der Unterkonstruktion gestellt. Aktuelle Bauartgenehmigungen unterscheiden beispielsweise zwischen schweren Unterkonstruktionen mit einer flächenbezogenen Masse von mindestens 250 kg/m² und leichteren Konstruktionen, bei denen unterhalb der Abdichtung ein bestimmter Wärmedurchlasswiderstand erforderlich ist.

Die Werte von 250 kg/m² und 0,15 m²K/W sind deshalb keine allgemeine Empfehlung für jedes Umkehrdach, sondern Bestandteil bestimmter bauaufsichtlicher Regelungen und Systemaufbauten. Für die konkrete Konstruktion muss die jeweils geltende Bauartgenehmigung berücksichtigt werden.

Die Dachentwässerung bleibt besonders wichtig

Wasser darf sich nicht unkontrolliert im Dachaufbau sammeln. Dachabläufe, Notentwässerung und Gefälle beziehungsweise die dafür vorgesehene Entwässerungskonstruktion müssen auf den Dachaufbau abgestimmt sein.

Gerade bei Sanierungen sollte geprüft werden, ob vorhandene Abläufe noch zur neuen Aufbauhöhe und zur geplanten Nutzung passen. Informationen zur Entwässerung finden Sie unter Dachentwässerung.

Höhere Aufbauhöhe

Ein Umkehrdach benötigt oberhalb der Dachabdichtung ausreichend Platz für Wärmedämmung, Filter- beziehungsweise Trennlage und Auflast. Dadurch kann sich die fertige Dachhöhe verändern.

Bei Anschlüssen an Türen, Attiken, Lichtkuppeln, Abläufe und andere Bauteile muss die zusätzliche Aufbauhöhe deshalb bereits in der Planung berücksichtigt werden. Gerade bei einer Dachsanierung können vorhandene Anschlusshöhen die Möglichkeiten begrenzen.

Welche Varianten des Umkehrdachs gibt es?

Das Grundprinzip lässt sich mit unterschiedlichen Dachnutzungen und zusätzlichen Dämmschichten kombinieren. Welche Variante möglich ist, hängt vom jeweiligen System und der Bauartgenehmigung ab.

Bekiestes Umkehrdach

Die bekieste Variante gehört zu den einfachen Ausführungen. Auf den XPS-Platten liegt eine geeignete diffusionsoffene Filter- beziehungsweise Trennlage, darüber folgt die Kiesschicht.

Der Kies schützt die Dämmung vor UV-Strahlung und mechanischen Einwirkungen und sorgt gleichzeitig für die notwendige Auflast. Die Körnung und Schichtdicke müssen zum jeweiligen Dachsystem passen.

Begrüntes Umkehrdach

Auch eine Dachbegrünung ist bei geeigneten Systemen möglich. Dabei muss der gesamte Schichtenaufbau auf das Umkehrdach abgestimmt sein.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Feuchteführung. Wasserspeichernde Schichten dürfen nicht so angeordnet werden, dass die erforderliche Diffusionsoffenheit des Aufbaus beeinträchtigt wird. Bei begrünten Umkehrdächern müssen deshalb die verwendeten Drän-, Filter- und Speicherschichten mit dem Dämmstoff und dem konkreten Dachsystem abgestimmt werden.

Befahrbares Umkehrdach

XPS verfügt über eine hohe Druckfestigkeit und kann deshalb in geeigneten Systemen auch unter stärker belasteten Dachflächen eingesetzt werden.

Daraus folgt jedoch nicht, dass jedes Umkehrdach befahrbar ist. Für eine Befahrung müssen Tragkonstruktion, Dämmplatten, Schutzlagen und Oberflächenaufbau gemeinsam für diese Nutzung geeignet sein. Entsprechende Systeme sind bauaufsichtlich geregelt.

Eine Befahrbarkeit kann beispielsweise bei Parkdecks oder anderen entsprechend geplanten Konstruktionen eine Rolle spielen.

Duodach beziehungsweise Plusdach

Beim Duodach wird das Prinzip des Umkehrdachs mit einer zusätzlichen Dämmschicht unterhalb der Dachabdichtung kombiniert. Damit befinden sich Dämmstofflagen sowohl unterhalb als auch oberhalb der Abdichtung.

Diese Konstruktion wird auch als Plusdach bezeichnet. Sie kann beispielsweise bei der Sanierung eines vorhandenen Flachdachs eingesetzt werden, wenn die vorhandene Konstruktion weiter genutzt und der Wärmeschutz verbessert werden soll.

Die beiden Dämmebenen müssen bauphysikalisch aufeinander abgestimmt werden. Die Verteilung der Dämmdicken ist daher nicht frei wählbar, sondern Bestandteil der Planung des jeweiligen Systems.

Umkehrdach oder klassisches Warmdach?

Ob ein Umkehrdach die passende Lösung ist, lässt sich nicht allein anhand des Dämmstoffpreises entscheiden.

Das Umkehrdach bietet insbesondere dann interessante Möglichkeiten, wenn die vorhandene Dachkonstruktion geeignet ist und die Abdichtung durch die darüberliegende Dämmschicht geschützt werden soll. Auch bei geplanten Dachterrassen, Begrünungen oder begehbaren Flächen kann der Aufbau sinnvoll sein.

Ein klassischer Warmdachaufbau bietet dagegen andere konstruktive Möglichkeiten und ist bei zahlreichen Flachdächern die etablierte Lösung.

Bei einer Sanierung sollte deshalb zunächst der vorhandene Dachaufbau aufgenommen werden. Entscheidend sind unter anderem:

  • Tragkonstruktion und Tragfähigkeit
  • vorhandene Dachabdichtung
  • Aufbau und Zustand der bestehenden Dämmung
  • Entwässerung
  • vorhandene Anschlusshöhen
  • geplante Dachnutzung
  • gewünschter Wärmeschutz
  • Brandschutzanforderungen
  • Zulassung des vorgesehenen Dämmsystems

Erst aus diesen Angaben lässt sich ableiten, welcher Dachaufbau technisch geeignet ist.

Ist ein Umkehrdach für jedes Flachdach geeignet?

Nein. Die Eignung hängt vom konkreten Dachaufbau ab. Besonders wichtig sind die Tragfähigkeit der Unterkonstruktion, die vorhandene Abdichtung und die Entwässerung.

Auch der Dämmstoff darf nicht beliebig ausgewählt werden. Für Umkehrdächer sind dafür geeignete und entsprechend zugelassene XPS-Systeme erhältlich. Die jeweiligen technischen Vorgaben müssen eingehalten werden.

Bei einem bestehenden Flachdach sollte deshalb zunächst ein Dachdecker den vorhandenen Aufbau prüfen. Das gilt besonders dann, wenn bereits Feuchteschäden, Durchbiegungen, Risse oder Probleme an den Dachabläufen vorhanden sind.

Häufige Fragen zum Umkehrdach

Was ist ein Umkehrdach?

Ein Umkehrdach ist ein einschaliger Flachdachaufbau, bei dem die Wärmedämmung oberhalb der Dachabdichtung liegt. Die Abdichtung übernimmt dabei zugleich die Funktion der Dampfsperre. Darüber folgen je nach Ausführung eine diffusionsoffene Filter- oder Trennlage und eine Auflast wie Kies, Platten oder eine geeignete Dachbegrünung.

Wo liegt die Dampfsperre beim Umkehrdach?

Beim Umkehrdach liegt die Dachabdichtung unterhalb der XPS-Dämmung und übernimmt zugleich die Funktion der Dampfsperre. Beim klassischen Warmdach befindet sich die Dampfsperre dagegen auf der warmen Seite der Wärmedämmung, also zwischen Raum und Dämmebene.

Wird ein Umkehrdach bei Regen nass?

Die XPS-Dämmung liegt oberhalb der Dachabdichtung und kann daher mit Wasser in Kontakt kommen. Genau deshalb werden für Umkehrdächer feuchteunempfindliche Dämmstoffe eingesetzt. Die Konstruktion muss außerdem so geplant werden, dass Wasser abgeführt werden kann und die erforderliche Diffusionsoffenheit erhalten bleibt.

Warum wird XPS beim Umkehrdach verwendet?

XPS besitzt eine geringe Wasseraufnahme und eine hohe Druckfestigkeit. Diese Eigenschaften machen den Dämmstoff für die Lage oberhalb der Dachabdichtung geeignet. Es dürfen jedoch nur Produkte beziehungsweise Systeme eingesetzt werden, die für den jeweiligen Umkehrdachaufbau geeignet und entsprechend geregelt oder zugelassen sind.

Kann ein Umkehrdach begrünt werden?

Ja, geeignete Umkehrdachsysteme können begrünt werden. Dafür müssen jedoch insbesondere Filter-, Drän- und gegebenenfalls Wurzelschutzschichten auf den Aufbau abgestimmt sein. Ein dauerhafter Wasseranstau in der Dämmebene ist zu vermeiden.

Kann ein Umkehrdach begehbar sein?

Ja. Ein Umkehrdach kann beispielsweise mit Platten als Dachterrasse ausgeführt werden. Dafür müssen Tragkonstruktion, Dämmung, Schutzschichten und Oberflächenbelag auf die Nutzung abgestimmt sein.

Kann man ein bestehendes Flachdach zum Umkehrdach umbauen?

Das ist in bestimmten Fällen möglich, muss aber anhand des vorhandenen Dachaufbaus geprüft werden. Zustand und Lage der bestehenden Abdichtung, Tragfähigkeit, Aufbauhöhen, Entwässerung und Wärmeschutz müssen zusammen betrachtet werden. Bei einer Sanierung kann auch ein Duodach beziehungsweise Plusdach eine Möglichkeit sein.

Was ist der Unterschied zwischen Umkehrdach und Duodach?

Beim klassischen Umkehrdach liegt die Wärmedämmung oberhalb der Dachabdichtung. Beim Duodach beziehungsweise Plusdach befindet sich zusätzlich eine Dämmschicht unterhalb der Abdichtung. Dadurch entstehen zwei Dämmebenen, die bauphysikalisch aufeinander abgestimmt werden müssen.

Braucht ein Umkehrdach eine Dampfsperre?

Die Dachabdichtung übernimmt beim üblichen Umkehrdach zugleich die Funktion der Dampfsperre. Eine zusätzliche Dampfsperre wie beim klassischen Warmdach ist daher nicht in gleicher Weise Bestandteil des Schichtenaufbaus. Die konkrete Ausführung richtet sich nach dem gewählten Dachsystem.

Ist XPS beim Umkehrdach brandschutztechnisch unproblematisch?

XPS ist ein organischer Dämmstoff und weist je nach Produkt ein bestimmtes Brandverhalten auf. Deshalb kann nicht allein aus der Verwendung von XPS auf die Brandsicherheit eines gesamten Dachaufbaus geschlossen werden. Für das konkrete Umkehrdach müssen Dämmstoff, Auflast und übrige Schichten die jeweiligen Anforderungen erfüllen. Bei bestimmten Systemen werden beispielsweise mineralische Auflasten wie Kies eingesetzt; die konkreten Vorgaben ergeben sich aus der jeweiligen Bauart und Genehmigung.

Was ist beim Umkehrdach besonders wichtig?

Entscheidend sind ein geeigneter XPS-Dämmstoff, eine fachgerecht ausgeführte Dachabdichtung, eine funktionierende Entwässerung und ein aufeinander abgestimmter Gesamtaufbau. Bei Sanierungen sollte außerdem geprüft werden, ob Tragfähigkeit, Aufbauhöhe und vorhandene Anschlüsse für die geplante Konstruktion ausreichen.

Bild: Fotoschlick / stock.adobe.com

 

Alexander Oberst, Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Verfasst von

Alexander Oberst Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Alexander Oberst ist seit 2017 Redakteur beim Blauarbeit-Ratgeber und damit eine der dienstältesten Stimmen der Redaktion. Sein Thema ist die Zusammenarbeit von Auftraggebern und Handwerksbetrieben: Angebote vergleichen, Aufträge sicher vergeben, Gewährleistung und Anfahrtskosten richtig einordnen. Sein Blick ist dabei immer der des Auftraggebers: Was muss ich wissen, bevor ich unterschreibe?

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