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Handwerker verteilt Bitumen mit einer Rolle auf einem Flachdach

Bitumen entfernen – Tipps für verschiedene Oberflächen

Bild von plysuikvv – stock.adobe.com

Wenn Sie mit dem Werkstoff Bitumen arbeiten, so sind Sie sicher mit den zahlreichen Vorteilen dieses Materials vertraut. Es haftet zuverlässig, ist beständig gegenüber Wind und Wetter und dichtet alle Materialien und Übergänge zuverlässig und langfristig ab. Allerdings klebt es genauso sicher an den falschen Stellen wie unerwünschten Gebäudeteilen, Kleidung oder sogar der Haut. In solchen Fällen ist es wichtig, das Bitumen vollständig und schonend zu entfernen. Hier erfahren Sie mehr über die Zusammensetzung von Bitumen und Möglichkeiten, diesen Stoff von den unterschiedlichsten Untergründen loszulösen und diese von Bitumen zu reinigen.

Bitumen von Gebäuden entfernen

Wenn Sie bei dem Arbeiten mit Bitumen Spritzer auf Wänden oder Fliesen hinterlassen haben oder eine alte Bitumenschicht entfernt werden soll, so müssen Sie zu den richtigen Lösungsmitteln greifen. Alkohol, Aceton und Isopropanol sind hier völlig wirkungslos, da es sich dabei um sogenannte polare Lösungsmittel handelt. Dem chemischen Prinzip „Gleiches löst Gleiches“ müssen Sie für das unpolare Bitumen auf unpolare Lösungsmittel zurückgreifen. Beispiele dafür sind Benzin oder Cyclohexan. Viele dieser Lösungsmittel sind jedoch gesundheitsschädlich und leicht entflammbar, weshalb sie nur bei kleinen Spritzern und mit äußerster Vorsicht eingesetzt werden sollten.

Größere Mengen Bitumen können Sie mit Hammer und Meißel und ähnlichen mechanischen Methoden entfernen. Dies ist kräftezehrend und muss ebenfalls vorsichtig erfolgen, um die darunterliegenden Materialien nicht in Mitleidenschaft zu ziehen. Es kann auch helfen, die Bitumenschicht mit einem Gasbrenner zu erhitzen. Hier ist jedoch bei Bitumenanstrichen auf älteren Gebäuden Vorsicht geboten, denn während Bitumen auch erhitzt gesundheitlich unbedenklich ist, finden sich unter diesem an vielen alten Hauswänden Teerschichten. Teer gibt bei Erwärmung krebserregende Dämpfe aus, weshalb Sie in diesen Fällen nur im Freien auf diese Methode zurückgreifen und immer eine Atemschutzmaske tragen sollten.

Die dritte gute Möglichkeit zur Entfernung von Bitumen neben der chemischen und thermisch-mechanischen Variante ist das sogenannte Trockeneisstrahlen. Hierbei werden mit einer speziellen Strahlmaschine Pellets aus gefrorenem Kohlenstoffdioxid auf das Bitumen geschossen. Die Wirkung entsteht nicht durch einen Schmirgeleffekt, sondern durch das Zusammenziehen des Bitumens bei der starken Abkühlung. Es wird rasch spröde und bekommt Risse, welche das Ablösen erleichtern.

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Bitumen von Haut und Kleidung entfernen

Das Lösen mit krebserregenden Lösungsmitteln, Hammer und Meißel oder gar Kohlendioxidpellets sind bei Bitumenspritzern auf Haut und Kleidung aus offensichtlichen Gründen nicht das Mittel der Wahl. Hier sollten Sie zu schonenderen Mitteln greifen. Bei frisch entstandenen Flecken können bereits Wasser und Seife gute Dienste leisten. Um eingetrocknetes Bitumen von Haut und Kleidung zu lösen, sollten Sie auf Lösungsmittel wie Speiseöl, Butter oder Lampenöl greifen. Für Textilien können Sie auch Waschbenzin oder Gallseife verwenden. Sie können die betroffenen Stellen mit diesen Flüssigkeiten einreiben und so das Bitumen nach und nach herauslösen. Auch ein längeres Einweichen ist eine gute Möglichkeit. Mit einer Bürste und Seife lassen sich die Reste von Bitumen von der Haut entfernen, während Sie Stoffe in die Waschmaschine geben können. Manche Textilien lassen sich nicht vollständig von Bitumen befreien. Aus diesem Grund sollten Sie niemals mit Bitumen arbeiten, während Sie Kleidung tragen, die nicht schmutzig werden darf. Auch Markisen, Sonnenschirme, Vorhänge und andere Textilien sollten Sie vor den Arbeiten in Sicherheit bringen. 

Herstellung, Geschichte und Eigenschaften von Bitumen

Bitumen ist ein Bestandteil von natürlich vorkommendem Erdöl und wurde bereits in der Antike als Hauptbestandteil von Naturasphalt für Baumaßnahmen verwendet. Schon 3000 Jahre vor Christus wurde es im Nahen Osten als Abdichtungsmaterial angewendet. Technisch herstellen lässt sich reines Bitumen durch die 1873 entwickelte Blasendestillation, in der das Erdöl schonend in seine Bestandteile aufgespalten wird und unter anderem das Bitumen abgetrennt wird. Heutzutage wird Bitumen per Vakuumdestillation gewonnen. Hierzu wird das Erdöl erwärmt und der Druck in der Destillationsapparatur verringert, wobei sich die Bestandteile des Erdöls nacheinander herauslösen und abgetrennt werden können.

Bitumen ist wasserunlöslich, nicht für Wasserdampf durchlässig und verändert seine Zusammensetzung je nach Temperatur. Während es zwischen 150 und 200 Grad Celsius flüssig wird und leicht bearbeitet werden kann, härtet es unterhalb dieser Temperaturen aus und ist spröde und fest. Dies erlaubt die Bearbeitung auch auf Baustellen mit einfachen Mitteln. Auch gegen zahlreiche Lösungsmittel, Säuren und Basen ist es bei Raumtemperatur widerstandsfähig. Ein weiterer Vorteil ist seine biologische Harmlosigkeit – Bitumen ist ökologisch unbedenklich und löst keine Gesundheitsschäden aus.

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