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Walnussholz – Eigenschaften, Verwendung und Preise

Foto von Guiyuan – stock.adobe.com

Der Walnussbaum ist ein heimischer Baum, der in Süd-, Mittel- und Westeuropa wächst und zudem in Vorder- und Mittelasien vorkommt. Anders als andere Baumarten wächst der Walnussbaum nicht im Wald. Denn der Walnussbaum benötigt zum Wachsen sehr viel Licht, weshalb Sie diesen vermehrt auf Plantagen und freien Flächen finden. Das Holz des Walnussbaums ist dank seiner lebendigen Maserung und seiner auffälligen Zeichnung eines der geschätzten und zeitgleich edelsten sowie dekorativsten einheimischen Holzarten.

Technische Eigenschaften von Walnussholz

Walnussholz ist relativ formstabil, da es nur wenig arbeitet und sich somit kaum verzieht. Es zählt unter den einheimischen Hölzern zu den schweren Holzarten und ist zudem sehr fest und hart. Dadurch verfügt das Walnussholz über eine hohe Druckfestigkeit von 58 bis 72 Newton pro Quadratmillimeter. Die Dichte ist mit einer Rohdichte von 0,57 bis 0,81 Gramm pro Kubikzentimeter jedoch nur mäßig. Allerdings verfügt das Holz über eine gute Biegefestigkeit von 119 bis 174 Newton pro Quadratmillimeter, wodurch es biegsam und zäh ist. Das Schwindverhalten des Walnussholzes ist mäßig. Dennoch sollte es immer einer langsamen Trocknung unterzogen werden, um der Entstehung von Schäden am Holz entgegenzuwirken.

In Anbetracht der Weiterverarbeitung ist Walnussholz sowohl maschinell als auch manuell gut verarbeitbar. Es lässt sich leicht sägen, messern und schälen und zeichnet sich auch zum Drechseln und Schnitzen hervorragend aus. Lediglich das Spalten ist aufgrund der unregelmäßigen Fasern etwas schwieriger, da das Holz hierbei zum Ausreißen neigt. Die Oberflächenbehandlung von Walnussholz ist ebenfalls problemlos möglich. Es kann perfekt mattiert, poliert oder auch gebeizt werden. Kommt Walnussholz allerdings unter Feuchtigkeitseinfluss mit Eisen in Kontakt, können schwarze beziehungsweise blaue Verfärbungen entstehen. Aufgrund seiner bedingten Witterungsfestigkeit ist Walnussholz für den Einsatz im Freien nur bedingt geeignet.

Aussehen – so erkennen Sie das Walnussholz

Walnussholz besitzt in der Regel eine bräunliche Färbung. Allerdings kann der Farbton des Holzes deutlich variieren. Die Farbnuancen reichen von hellen Braun- und Grautönen bis hin zu dunkelbraun und schwarzbraun. Es können aber auch rötliche Färbungen sowie violette oder dunkelrote Farbnuancen vorkommen. Denn die eigentliche Farbe des Holzes kann in Abhängigkeit vom Einfluss verschiedener Faktoren deutlich unterschiedlich ausfallen. Der Splint des Holzes ist hingegen klar erkennbar und verfügt über eine hellgraue bis gelbgraue Färbung.

Die Maserung des Walnussholzes ist sehr belebt, wirkt unregelmäßig und verfügt über starke Fladerungen. Es zeichnet sich eine ausgeprägte Struktur ab, die unregelmäßig gestreift und wolkenförmig geadert sein kann. Die sichtbaren Gefäße des Holzes sind einzeln und sehr gleichmäßig verteilt und kommen nur sehr selten in Gruppen vor. Die Holzstrahlen zeichnen sich dunkel und sichtbar ab.

Vor- und Nachteile von Walnussholz

Walnussholz zeichnet sich dank seines einzigartigen Aussehens und seiner technischen Eigenschaften durch zahlreiche Vorteile aus. Es verzieht sich kaum und lässt sich leicht bearbeiten. Auch in der Verarbeitung verhält sich Walnussholz problemlos. Zudem verfügt das Holz über eine gute Ökobilanz, da es sich hierbei um eine heimische Holzart handelt. Hinzu kommt, dass Walnussholz aufgrund seiner attraktiven Maserung und seiner tollen Farbgebung eine einzigartige und edle Optik besitzt. Es lässt sich damit auch ein schöner Tropenholzlook erzielen, sodass Walnussholz gerne auch als umweltfreundliche Alternative für dunkles Tropenholz angewandt wird.

Abgesehen von diesen Vorteilen verfügt das Holz auch über kleine Nachteile. Denn insbesondere der Preis für das Holz ist aufgrund seiner geringen Verfügbarkeit sehr hoch. Außerdem ist das Holz nicht wetterfest und es können teils auch Verfärbungen entstehen. 

Vorteile Nachteile
leichte Ver- und Bearbeitung sehr teuer
verzieht sich kaum geringe Verfügbarkeit
gute Ökobilanz (heimisches Holz) keine Witterungsbeständigkeit
umweltfreundlicher Ersatz für Tropenholz Entstehung von Verfärbungen möglich

Preise für Walnussholz

Walnussholz ist im Vergleich zu anderen Holzarten deutlich teurer. Dies liegt unter anderem daran, dass Walnussbäume in Europa mittlerweile nur noch selten vorkommen und deren Verfügbarkeit somit sehr gering ist. Zudem ist Walnussholz beständiger als andere Holzarten. Hinzu kommt, dass das Holz der Walnuss deutlich schwerer und meist geringfügig härter ist, was sich ebenfalls im Preis deutlich bemerkbar macht. Im Schnitt müssen Sie für europäisches Walnussholz daher mit Preisen zwischen 2.300 € und 2.600 € pro Kubikmeter rechnen.

Verwendung von Walnussholz im Handwerk und Bau

Walnussholz zählt dank seiner technischen Eigenschaften, seiner einzigartigen Farbgebung und seiner schönen Maserung zu einem der exklusivsten einheimischen Holzarten. Daher wird das Holz vorrangig im Rahmen der Herstellung hochwertiger Interieurstücke sowie für die gehobene Ausstattung von Innenräumen verwendet. Es findet hierbei unter anderem als hochwertiges und teures Furnier im Bereich des Möbelbaus seine Anwendung. Aber auch als Vollholz ist Walnussholz im Möbelbau sehr beliebt und zählt hier zu den Premiumholzarten. Es kommt bei der Herstellung von Möbeln aller Art zum Einsatz und wird auch für Wand- und Deckenverkleidungen eingesetzt. Aber auch bei der Fertigung von Türen, Küchen und Fußböden findet das edle Holz seine Anwendung. Es wird als Vollholz zudem gerne auch in Form von Parkett oder Vertäfelungen verwendet.

Darüber hinaus erfreut sich das hochwertige Walnussholz auch im Bereich des Klavierbaus sowie im Rahmen des Waffenbaus einer großen Beliebtheit. Auch für kleinere Schnitzarbeiten oder Drechselarbeiten eignet sich das Holz aufgrund seiner leichten Verarbeitung sehr gut. Daher werden aus Walnussholz gerne auch Schachbrettfiguren, Kerzenständer, Teller, Dosen oder Intarsien hergestellt. Zudem findet das Holz des Walnussbaums in der Fahrzeugindustrie seine Anwendung, wo als ein beliebtes Ausstattungsholz für gehobene Autos gilt.

Anders als bei allen anderen Baumarten stammt das wertvollste Holz des Walnussbaums nicht aus dessen Stamm, sondern von seinen Wurzeln. Daher wird der Walnussbaum auch nicht gefällt, sondern in einem sehr aufwendigen Verfahren aus der Erde ausgegraben. Dieses Verfahren ist jedoch nur beim Walnussbaum und sonst bei keinem anderen Baum möglich. Das aufwendig gewonnene Holz der Wurzeln wird anschließend für die Herstellung von exklusiven Furnieren verwendet. Diese besonderen Furniere sind auch unter der Bezeichnung der Wurzelfurniere bekannt.

Hinzu kommt, dass Walnussholz zudem eines der wenigen Holzarten ist, bei denen auch der Splint häufig verarbeitet wird. Allerdings ist dieser deutlich minderwertiger als vergleichsweise das Kernholz.

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