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Eine Tür eines Kaminofens wird gereinigt.

Wie oft und womit Sie einen Kaminofen reinigen

Lesedauer 10 Minuten

Ihren Kaminofen können Sie selbst reinigen, und zwar nur, wenn er vollständig abgekühlt ist. In der Heizperiode leeren Sie ohnehin laufend die Asche. Ofenrohr, Umlenkplatte und Brennraum sollten Sie mindestens einmal im Jahr gründlich reinigen. Innen arbeiten Sie trocken mit Bürste und Aschesauger. Die Sichtscheibe putzen Sie mit Holzasche, einer Zeitung oder mit einem Mittel, das die Anleitung Ihres Kaminofens vorsieht. Der Schornsteinfeger kehrt den Schornstein. Den Kaminofen reinigt er nicht, das frei verlaufende, abnehmbare Ofenrohr in der Regel auch nicht.

Wer reinigt welches Teil und wie oft?

Bis auf den Schornstein und ein fest eingebautes Ofenrohr können Sie alle Teile selbst reinigen. Wie oft, hängt vom Modell ab und davon, wie viel Sie heizen. Neben der eigenen Reinigung empfehlen die Hersteller eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb.

Bauteilwerwie oftwomit
Aschekasten und RostSiein der Heizperiode täglich bis einmal pro Woche, spätestens bevor die Asche den Rost erreichtAsche durch den Rost schieben, Kasten leeren
Brennraum mit AuskleidungSiewöchentlich bis monatlich abkehren, gründlich mindestens einmal im Jahrtrocken mit Handfeger oder Aschesauger
Umlenkplatte (Platte oben im Brennraum, auf der sich Ruß sammelt) und Heizgaswege (Weg der Abgase im Ofen)Siemindestens einmal im Jahrherausnehmen, bürsten, absaugen
Ofenrohr, frei verlaufend und abnehmbarSiemindestens einmal im Jahr, nach der Heizperiode oder vor der nächstenRohrbürste durch die Reinigungsöffnung
Ofenrohr, fest eingebautSchornsteinfegerlaut FeuerstättenbescheidKehren
SichtscheibeSienach BedarfHolzasche oder ein Mittel nach Anleitung
Korpus (Gehäuse) und VerkleidungSienach Bedarfje nach Material
SchornsteinSchornsteinfegerlaut Feuerstättenbescheid, je nach NutzungKehren
Wartung des KaminofensFachbetriebempfohlen mindestens einmal im Jahr, nach der Heizperiode oder spätestens vor der nächstenPrüfen und Reinigen

Intervalle aus Anleitungen und Pflegehinweisen mehrerer Ofenhersteller, Stand Oktober 2026. Maßgeblich ist die Anleitung Ihres Kaminofens.

Reicht die Asche bis an den Rost, wird er nicht mehr gekühlt und kann sich verformen. Ein überfüllter Kasten blockiert die Zuluft und kann verhindern, dass die Tür schließt.

Die jährliche Grundreinigung legen Sie ans Ende der Heizperiode oder an den Beginn der nächsten. Wer viel heizt, reinigt öfter als einmal im Jahr. Sehen Sie auch nach dem Kehren des Schornsteins ins Ofenrohr, ob sich Ablagerungen gesammelt haben, und reinigen Sie es bei Bedarf.

Was der Schornsteinfeger kehrt

Der Schornsteinfeger kehrt in der Regel weder ein frei verlaufendes, abnehmbares Ofenrohr noch die Heizgaswege im Kaminofen. Beides reinigen Sie selbst. Das folgt aus der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO). Kehrpflichtig sind nach § 1 Abs. 1 die Abgasanlage, also vor allem der Schornstein, und die Heizgaswege der Feuerstätten. Zur Abgasanlage zählt auch das Ofenrohr. Die KÜO nennt es Verbindungsstück, viele Anleitungen nennen es Rauchrohr.

Ausgenommen sind nach § 1 Abs. 3 Nr. 3 „frei in Wohnungen oder Aufenthaltsräumen verlaufende demontierbare Verbindungsstücke von Einzelfeuerstätten“. Das gilt, sofern sie „nicht von unten in die Schornsteinsohle einmünden und nicht abgedeckt werden können“. Ein Kaminofen ist eine Einzelfeuerstätte, denn er heizt vor allem den Raum, in dem er steht. Nach Nr. 4 sind auch die Heizgaswege im Ofen ausgenommen, außer beim offenen Kamin. Dass Sie Ofenrohr und Heizgaswege regelmäßig reinigen, schreiben die Hersteller in ihren Anleitungen vor.

Ein fest eingebautes Ofenrohr, das sich nicht abnehmen lässt, fällt nicht unter die Ausnahme. Dasselbe gilt für ein Rohr, das eine der beiden Bedingungen nicht erfüllt. Solche Rohre gehören zur Kehrung, und dafür ist der Schornsteinfeger zuständig. Ob das für Ihr Ofenrohr gilt, zeigt in der Regel der Feuerstättenbescheid, der die Arbeiten an Ihrer Anlage aufführt. Im Zweifel fragen Sie den Schornsteinfeger.

Beim Kehren entfernt der Schornsteinfeger den brennbaren Ruß und andere Ablagerungen, damit der Querschnitt frei bleibt. Wie oft er im Jahr kehrt, legt Ihr Feuerstättenbescheid fest. Die Zahl hängt davon ab, wie regelmäßig Sie den Kaminofen nutzen. Hängen mehrere Feuerstätten am selben Schornstein, richtet sie sich nach der Feuerstätte mit der höchsten Zahl. Von der Zahl im Bescheid hängt auch ab, was das Kehren des Schornsteins kostet.

Wann Sie selbst reinigen und wo die Grenzen liegen

Reinigen Sie den Kaminofen nur, wenn er vollständig abgekühlt ist. Asche, die Sie absaugen, darf keine Glut mehr enthalten. Wie warm sie höchstens sein darf, steht in der Anleitung des Aschesaugers, zum Beispiel 40 °C.

Betreiben dürfen Sie den Kaminofen nach der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) nur in ordnungsgemäßem technischem Zustand. Zur Reinigung gehört deshalb ein Blick auf Türdichtung, Sichtscheibe und Brennraumauskleidung.

Wohnen Sie zur Miete, klären Sie mit dem Vermieter, wer Reinigung und Wartung übernimmt.

Kachelofen, Grundofen und offener Kamin

Ein Kaminofen ist ein freistehender Ofen aus Stahl oder Gusseisen mit großer Tür und Sichtscheibe, oft mit Keramik oder Naturstein verkleidet. Bei anderen Bauarten von Kaminen und Öfen ist die Reinigung anders verteilt.

Ein Kachel- oder Grundofen leitet die Abgase durch gemauerte oder keramische Heizgaszüge, die die Wärme speichern. Die gemauerten Heizgaszüge reinigt der Fachbetrieb bei der Wartung. Eine metallische Nachheizfläche gibt ihre Wärme anders als die Heizgaszüge schnell ab. Hat der Ofen eine, reinigen oder kontrollieren Sie sie einmal im Jahr wie das Ofenrohr.

Beim offenen Kamin, dessen Brennraum zum Zimmer hin offen ist, kehrt der Schornsteinfeger auch die Heizgaswege.

Das Werkzeug für die Grundreinigung

  • Ein Aschesauger nimmt die kalte Asche aus Brennraum und Aschekasten auf. Im Handel kostet er 70 bis 130 €, Stand Oktober 2026. Dafür bekommen Sie einen Behälter von 14 bis 15 l und einen Filter mit Feuerschutz. Einen gewöhnlichen Haushaltsstaubsauger nehmen Sie für Asche nicht, denn die feinen Partikel schaden seinem Motor.
  • Handfeger und Schaufel aus dem Kaminbesteck reichen für den Brennraum, wenn Sie keinen Aschesauger haben.
  • Eine flexible Rohrbürste reinigt das Ofenrohr. Sie muss zum Durchmesser Ihres Rohrs passen. Steht er nicht in der Anleitung, messen Sie ihn. Eine Rohrbürste für Rohre mit 160 mm Durchmesser kostet 25 bis 45 €. Am unteren Ende liegt eine Bürste aus zwei Teilen, die Sie einzeln kaufen: Bürstenkopf und Griff mit 1 m Länge. Am oberen Ende liegt eine komplette Bürste mit 1,5 m Länge.
  • Für die Klappe der Reinigungsöffnung im Ofenrohr legen Sie eine neue Dichtung bereit, wenn der Hersteller des Rohrs das vorsieht.
  • Ein Metalleimer mit Deckel nimmt die Asche auf, bis sie ausgekühlt ist.
  • Eine Stahlbürste brauchen Sie nur für den Rost und die Gussteile im Brennraum.
  • Mit Folie decken Sie den Boden vor dem Ofen ab.
  • Handschuhe ziehen Sie an, weil Sie Asche möglichst nicht berühren sollten.
  • Ein trockenes und ein nebelfeuchtes Tuch brauchen Sie für Korpus und Verkleidung.
  • Für die Scheibe reichen Küchen- oder Zeitungspapier und etwas Asche. Ein Kaminscheibenreiniger kostet 5 bis 45 € je Flasche. Die Flaschen fassen 300 bis 500 ml.

Einen Spachtel brauchen Sie nicht, denn an der Brennraumauskleidung benutzen Sie nichts Scharfkantiges.

Welche Mittel eignen sich für Scheibe und Verkleidung?

Die Sichtscheibe besteht aus Glaskeramik, einem Werkstoff, der sich bei Hitze fast nicht ausdehnt. Reinigen Sie sie trotzdem nur, wenn sie kalt ist, so wie es die Hersteller vorgeben.

Holzasche oder Zeitungspapier reinigen die Scheibe, ohne sie zu zerkratzen, denn die Asche ist weich und schleift nicht. Tauchen Sie feuchtes Küchen- oder Zeitungspapier in die kalte Asche, reiben Sie die Scheibe damit ein und wischen Sie trocken nach. Nehmen Sie nur Asche aus Scheitholz, keine von Holzbriketts, und achten Sie darauf, dass kein Sand darin ist. Haben Sie Holz mit Rinde verbrannt, greifen Sie besser zu einem Reiniger.

Bei festem Belag hilft ein Kaminscheibenreiniger, sofern die Anleitung Ihres Kaminofens ihn nicht ausschließt. Wie lange er einwirkt, steht auf dem Etikett, bei einem Schaumreiniger ist es zum Beispiel etwa eine Minute. Sprühen Sie ihn so auf, dass nichts in die Dichtungen läuft.

Ob gewöhnlicher Glasreiniger an die Scheibe darf, hängt vom Hersteller ab. Einige Hersteller lassen ihn zu, andere raten ab, weil manche Glasreiniger eine Beschichtung der Scheibe angreifen können. Nehmen Sie ihn deshalb nur, wenn die Anleitung ihn nennt. Sprühen Sie ihn dann auf das Tuch statt auf die Scheibe, damit die Dichtungen trocken bleiben.

Wenn die Anleitung Ihres Kaminofens es erlaubt, nehmen Sie für die Scheibe auch Essig oder eine Paste aus Backpulver und Wasser. Den Essig verdünnen Sie zu gleichen Teilen mit Wasser. An den Lack des Korpus darf kein Essig kommen, an die Dichtungen keines der beiden Mittel.

Schaber, Klingen, Drahtbürsten, kratzende Schwämme und Scheuermittel nehmen Sie an der Scheibe nicht. Mittel mit Schleifpartikeln oder ätzenden Stoffen beschädigen eine bedruckte oder lackierte Scheibe. Ein Trockenreiniger, ein Schwamm für die Reinigung ohne Wasser und Mittel, eignet sich nur für unbeschichtete Scheiben. Sind Sie nicht sicher, ob Ihre Scheibe beschichtet, bedruckt oder lackiert ist, nehmen Sie nur Mittel, die die Anleitung Ihres Kaminofens für die Scheibe nennt.

Bürsten Sie die Dichtschnüre an Tür und Scheibe nicht ab und halten Sie Wasser und Reiniger von ihnen fern. Wasser und Reiniger, die in die Dichtschnüre ziehen, verkürzen ihre Lebensdauer, und zu viel Reiniger lässt sie verhärten. Verhärtete Dichtschnüre können sogar dazu führen, dass die Scheibe bricht.

Ein Korpus aus Stahl trägt einen hitzebeständigen, offenporigen Lack, der wenig oder gar nicht vor Korrosion schützt. Deshalb kann sich Flugrost bilden, also leichter Rost auf der Oberfläche. Flugrost bessern Sie mit der Ausbesserungsfarbe des Ofenherstellers aus.

Welches Mittel an Korpus und Verkleidung passt, hängt vom Material ab.

Materialgeeignetnicht verwenden
lackierter Stahl (Korpus)trocken abstauben, feucht nur nach Anleitung: nebelfeucht und gleich trocken nachwischen, Spülmittel nur, wo die Anleitung es nenntnasses Tuch, Essig, Zitrusreiniger, Alkohol, scharfe Putzmittel, Mikrofasertuch
Specksteintrockener Schwamm mit rauer Seite, bei hartnäckigen Flecken Schleifpapier oder Steinreiniger, Griffspuren mit NitroverdünnungSäuren, Laugen
keramische Kachelntrocken abstauben, sonst ein gut ausgewrungenes Tuch mit Leitungswassernasses Tuch
Naturstein und Marmorweiches Tuch mit Seifenlaugescharfe, säurehaltige oder scheuernde Mittel

Angaben aus Pflegehinweisen mehrerer Ofenhersteller. Weicht die Anleitung Ihres Kaminofens ab, gilt sie.

Die Grundreinigung Schritt für Schritt

Fangen Sie oben beim Ofenrohr an und arbeiten Sie sich nach unten und von innen nach außen vor. Der Ruß aus dem Rohr fällt beim Bürsten in den Ofen, auf die Umlenkplatte oder einen Filter.

  1. Decken Sie den Boden vor dem Kaminofen mit Folie ab.
  2. Öffnen Sie die Reinigungsöffnung, eine Klappe im Rohrbogen des Ofenrohrs. Bürsten Sie das Rohr durch die Öffnung in beide Richtungen, zum Schornstein und nach unten zum Ofen. Saugen Sie dann den Ruß ab. Was in den Schornstein fällt, nehmen Sie über dessen Reinigungstür heraus.
  3. Sieht der Hersteller Ihres Ofenrohrs eine neue Dichtung an der Klappe vor, entfernen Sie vor dem Schließen die Reste der alten und setzen die neue ein. Die Flügelmutter der Klappe ziehen Sie nur handfest an, sonst kann sich die Klappe verformen und undicht werden.
  4. Hat das Ofenrohr keine Reinigungsöffnung und lässt es sich abnehmen, nehmen Sie es ab und bürsten es aus. Danach schließen Sie das Ofenrohr wieder an, passgenau und dicht gesteckt und ohne Spannung.
  5. Nehmen Sie die Umlenkplatte (Heizgasumlenkplatte) heraus. Hat Ihr Kaminofen einen Feinstaubfilter, nehmen Sie ihn mit heraus und reinigen ihn nach der Anleitung. Bürsten Sie dann die Heizgaswege aus und saugen Sie den Ruß ab.
  6. Schieben Sie die Asche durch den Rost in den Aschekasten. Brennt Ihr Ofen ohne Rost auf einem Aschebett, saugen Sie nur so viel Asche ab, dass eine dünne Schicht liegen bleibt. Wie hoch das Aschebett sein darf, steht in der Anleitung.
  7. Kehren Sie den übrigen Brennraum trocken aus oder saugen Sie ihn ab, ohne Reinigungsmittel. Rost und Gussteile bürsten Sie mit der Stahlbürste ab. Sehen Sie sich dabei die Brennraumauskleidung an und achten Sie auf Risse und herausgebrochene Stücke. Die Auskleidung besteht entweder aus Schamotte, also festen Steinen aus gebrannter Tonerde, oder aus Vermiculit. Vermiculit ist ein feuerfestes, gut dämmendes Granulat mit eher weicher Oberfläche.
  8. Leeren Sie den Aschekasten und den Behälter des Aschesaugers in den Metalleimer.
  9. Setzen Sie die Umlenkplatte in umgekehrter Reihenfolge wieder ein, einen Feinstaubfilter nur ganz trocken.
  10. Reinigen Sie die Sichtscheibe mit dem Mittel, das zu Ihrem Ofen passt, und sehen Sie sich dabei die Türdichtung an.
  11. Korpus und Verkleidung reinigen Sie mit den Mitteln für ihr Material. Vor dem ersten Heizen nach dem Sommer saugen Sie den Staub von den Stahlteilen, sonst riecht es beim Anheizen. Für diesen Staub genügt, anders als für Asche, ein gewöhnlicher Staubsauger.
  12. Lassen Sie die Asche im geschlossenen Metalleimer mindestens 48 Stunden ganz auskühlen, eine Woche, wenn die Anleitung Ihres Ofens das vorsieht. Erst dann geben Sie sie in die Restmülltonne.

Das Umweltbundesamt rät davon ab, Holzasche in den Garten oder auf den Kompost zu geben. Im Boden reichern sich sonst Schwermetalle aus dem Holz und Schadstoffe aus der Verbrennung an.

Was lässt Scheibe und Ofenrohr schnell verrußen?

Starker Ruß an Scheibe und Ofenrohr entsteht vor allem durch zu feuchtes Holz und zu wenig Luft. Weitere Ursachen sind eine undichte Tür, schwacher Zug, zu große Scheite und ein zu kalter Brennraum. Hat Ihr Kaminofen eine Scheibenspülung, führt sie Luft von oben an der Scheibe entlang und verringert so den Ruß darauf. Ganz verhindern kann sie ihn nicht, auch nicht bei trockenem Holz.

Ist das Holz feucht und die Luftzufuhr stark gedrosselt, bildet sich Glanzruß, eine feste, teerartige Schicht in Ofenrohr und Schornstein. Glanzruß kann sich entzünden und einen Rußbrand auslösen.

Holz dürfen Sie nach § 3 der 1. BImSchV nur mit einem Feuchtegehalt unter 25 % verbrennen. Der Feuchtegehalt bezieht das Wasser auf das trockene Holz, der Wassergehalt auf das Gesamtgewicht. Ein Feuchtegehalt von 25 % entspricht deshalb einem Wassergehalt von 20 %. Frisch geschlagenes Holz hat einen Wassergehalt von bis zu 60 %. Wer Brennholz richtig lagert und trocknet, kommt nach etwa ein bis zwei Jahren auf einen Wassergehalt von 15 bis 20 %.

Messen Sie mit einem Holzfeuchtemessgerät an der frischen Spaltfläche eines gespaltenen Scheits. Ob Ihr Gerät den Feuchtegehalt oder den Wassergehalt anzeigt, steht in seiner Anleitung. Zeigt es den Wassergehalt, muss der Wert unter 20 % liegen.

Verbrennen dürfen Sie im Kaminofen nur Brennstoffe, die in der Liste der 1. BImSchV stehen und für die er nach Angaben des Herstellers geeignet ist (§ 4 Abs. 1). Welche das sind, steht in der Anleitung, zum Beispiel Scheitholz und Holzbriketts, bei einzelnen Modellen auch Braunkohlenbriketts. Nur beim offenen Kamin sind die Brennstoffe fest vorgegeben: naturbelassenes stückiges Holz wie Scheitholz und Holzbriketts. Gestrichenes, lackiertes oder beschichtetes Holz gehört in keinen Ofen im Haushalt. Spanplatten und Sperrholz gehören ebenfalls nicht in den Ofen.

Kartoffelschalen, die gegen Ruß helfen sollen, verbrennen Sie nur, wenn die Anleitung Ihres Kaminofens sie als Brennstoff nennt. Den Ruß im Ofenrohr entfernen Sie mit der Rohrbürste, den im Schornstein kehrt der Schornsteinfeger.

Was bei einem Rußbrand zu tun ist

Bei einem Rußbrand, auch Schornsteinbrand genannt, schließen Sie Ofentür und Luftregler und rufen die Feuerwehr. Löschen Sie nicht selbst und nicht mit Wasser. Bei den sehr hohen Temperaturen eines Rußbrands würde Löschwasser umgehend verdampfen. Die Feuerwehr holt den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger dazu, also den Schornsteinfeger, der Ihren Feuerstättenbescheid ausstellt. Veranlassen Sie nach dem Brand, dass ein Schornsteinfeger den Schornstein besichtigt.

Wann sollte ein Fachbetrieb den Kaminofen ansehen?

Ein Fachbetrieb sollte den Kaminofen mindestens einmal im Jahr warten, nach der Heizperiode oder spätestens vor der nächsten. Das empfehlen Ofenhersteller in ihren Anleitungen, und auch das Umweltbundesamt rät dazu. Bei der Wartung prüft und reinigt der Fachbetrieb den Ofen. Ob die Garantie Ihres Kaminofens eine regelmäßige Wartung voraussetzt, sehen Sie in den Garantiebedingungen seiner Anleitung nach.

Zwischen zwei Wartungen sehen Sie beim Reinigen selbst, ob Verschleißteile getauscht werden müssen:

  • Die Türdichtung ist verschlissen, wenn die Dichtschnur hart geworden ist oder wenn Sie an der Tür Rußspuren oder einen Luftzug bemerken.
  • Mit einer gesprungenen Sichtscheibe heizen Sie nicht weiter, bis sie getauscht ist.
  • Risse in einer Brennraumauskleidung aus Vermiculit sind unbedenklich. Eine Vermiculitplatte tauschen Sie, wenn Stücke herausbrechen und die Rückwand oder der Korpus frei liegt. Bei Schamotte steht in der Anleitung, ob schon ein Riss ein Grund zum Tausch ist. Brechen Stücke aus einem Schamottstein heraus, tauschen Sie ihn.

Sie können die Türdichtung, die Sichtscheibe oder die Auskleidung selbst wechseln oder einen Fachbetrieb damit beauftragen.

Wollen Sie das abnehmbare Ofenrohr nicht selbst reinigen, lassen Sie es bei der Wartung mitreinigen. Sie können das Ofenrohr allein oder den Kaminofen mit Ofenrohr auch bei einem Schornsteinfegerbetrieb reinigen lassen. Diese Reinigung steht nicht im Feuerstättenbescheid. Sie ist eine freie Leistung, die Sie freiwillig bestellen und deren Preis Sie mit dem Betrieb vereinbaren.

Die ersten fünf Zeilen der Tabelle gelten für einen Kaminofen, die letzten drei vor allem für Kachel- und Grundöfen.

LeistungenthaltenPreisQuelle
Wartung eines luftgeführten KaminofensReinigung von Brennraum, Auskleidung, Sichtscheibe, Zwischenboden, Aschekasten, Heizgaszügen und Ofenrohr bis 2 m, Dichtungen prüfen, Probelauf, Anfahrt im Einsatzgebiet, ohne Ersatzteile210 €Fachbetrieb
Wartung eines Kaminofens ohne gemauerte Heizgaszüge oder NachheizflächeDichtungen, Scharnierfedern und Türverschluss prüfen und nachstellen, Auskleidung kontrollieren, Ofenrohr reinigen, Brandbild und Beratung, zuzüglich Anfahrt, Ersatzteile und Reparaturen extra149 €Fachbetrieb
Wartung eines KaminofensUmfang nicht genannt, zuzüglich Anfahrt (Fahrzeugkosten je Einsatz). Ob die Auftragspauschale von 21 € je Einsatz hinzukommt, lässt die Preisliste offen.105 €Heizungsbetrieb
Reinigung eines Kaminofens mit Ofenrohrfreie Leistung238 €Schornsteinfegerbetrieb
Reinigung nur des Ofenrohrsfreie Leistung, pauschal je Ofen60 €Schornsteinfegerbetrieb
Wartung einer Feuerstätte mit Heizgaszügen oder Nachheizkasten (metallische Nachheizfläche)gemauerte Heizgaszüge oder Nachheizkasten reinigen und kontrollieren, zuzüglich Anfahrt299 €Fachbetrieb
Wartung eines Grund- oder Kachelofens mit bis zu 3 oder 4 Öffnungen (die Webseite des Betriebs nennt beide Zahlen)Brennraum, alle Heizgaszüge, Ofenrohr bis 2 m gestreckte Länge, Dichtungen prüfen, Probelauf, Anfahrt im Einsatzgebiet, ohne Ersatzteile390 €Fachbetrieb
staubfreie Reinigung eines Kachelofensfreie Leistung, Heizgaszüge nicht genannt476 €Schornsteinfegerbetrieb

Preislisten einzelner Betriebe mit Mehrwertsteuer, regional verschieden, Stand Oktober 2026.

Die Pauschalen lassen sich kaum vergleichen, weil der Umfang so verschieden ist. Lassen Sie sich im Angebot ausweisen, ob der Betrieb den Ofen reinigt oder nur kontrolliert und bis zu welcher Länge das Ofenrohr dazugehört. Ins Angebot gehört auch, ob Anfahrt und Auftragspauschale enthalten sind. Ersatzteile kommen in der Regel dazu.

Bild: istock.com/Ana-O

Alexander Oberst, Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Verfasst von

Alexander Oberst Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Alexander Oberst ist seit 2017 Redakteur beim Blauarbeit-Ratgeber und damit eine der dienstältesten Stimmen der Redaktion. Sein Thema ist die Zusammenarbeit von Auftraggebern und Handwerksbetrieben: Angebote vergleichen, Aufträge sicher vergeben, Gewährleistung und Anfahrtskosten richtig einordnen. Sein Blick ist dabei immer der des Auftraggebers: Was muss ich wissen, bevor ich unterschreibe?

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