Arbeiter schleift Werkstück im Metallbau. Er trägt eine Atemschutzmaske, Gehörschutz und Handschuhe.

Atemschutz im Handwerk – So beugt man Berufskrankheiten vor

So vielfältig die Arbeiten in den unzähligen Handwerksberufen sind, so unterschiedlich sind dort auch die Anforderungen an den Atemschutz. Schließlich erfordert nicht jede Tätigkeit eine Atemschutzmaske. Allerdings sind Handwerker oftmals zwingend auf derartige Hilfsmittel als Bestandteil ihrer persönlichen Schutzausrüstung angewiesen. Es gibt vielfältige Maskentypen in diversen Ausführungen:

  • Umluftabhängige oder umluftunabhängige Vollmasken, gegebenenfalls in Kombination mit Schutzanzügen
  • Halbmasken mit austauschbaren Filtern
  • Halbmasken ohne austauschbaren Filter, die sogenannten Filtering Face Peaces, die nach der Intensität ihrer Filterleistung in den Ausführungen FFP1, FFP2 und FFP3 erhältlich sind
  • Viertelmasken, die in der Regel eine besonders kompakte Ausführung der Halbmasken mit austauschbarem Filter darstellen

Was der Atemschutz im Handwerk alles leisten muss und kann

Umluftunabhängige und umluftabhängige Vollmasken arbeiten nach demselben Prinzip, wie die aus militärischen Bereichen bekannten ABC-Schutzanzüge: Der Anwender soll von der ihn umgebenden Luft möglichst komplett abgeschirmt werden und unabhängig sein. Wenn Sie annehmen, solche Masken gehörten nur in Kriegsszenarien, Katastrophenfilme und Feuerwehreinsätze, dann irren Sie sich. Bereits eine scheinbar einfache Tankreinigung zu Reparaturzwecken kann maximalen Schutz vor einer Kontamination mit Schadstoffen oder Gefahrstoffen erforderlich machen. Allerdings arbeiten die meisten Handwerksberufe in erster Linie mit Halbmasken und Viertelmasken in den diversen Ausführungen. Wie bei den Vollmasken geht es auch hier um den Schutz vor:

  • Feinstäuben und anderen gefährlichen Partikeln
  • Rauch
  • Aerosolen und Dämpfen
  • Tröpfchen – auch Farbtröpfchen
  • Krankheitserregern
  • gesundheitsschädlichen Gasen unterschiedlichster Art

Nicht immer hängt die Nutzung einer solchen Atemschutzmaske von Ihrer Profession an sich ab, sondern davon, wie Sie Ihren Beruf ausgestalten. Arbeiten Sie beispielsweise als Maler und Lackierer mit ausschließlich unschädlichen Produkten und bringen Sie Farben mit der Rolle sowie mit dem Pinsel auf, werden Sie höchstwahrscheinlich einen geringen Bedarf an möglichst leistungsstarken Masken haben. Könnten Sie hingegen giftige Lösungsmittel einatmen und verwenden Sie eine Sprühpistole, dürfte in bestimmten Fällen sogar eine Vollmaske die ideale Wahl sein. Vergleichbares gilt natürlich auch für alle anderen Handwerksberufe oder handwerklichen Tätigkeiten, sofern diese nicht grundsätzlich ein hohes Risiko für die Gesundheit bergen wie etwa die Asbestsanierung. Bei einer solchen Arbeit ist das Tragen der entsprechend sicheren Schutzausrüstung schließlich eine Selbstverständlichkeit.

Die Wahl des passenden Atemschutzes hängt von der jeweiligen Konzentration an Schadstoffen ab

Sind Sie Tischler für Filigranes und nutzen Sie einen von der Hand geführten traditionellen Hobel, benötigen Sie vielleicht nur eine FFP1-Maske. Müssen Sie hingegen großflächige Holzflächen oder Betonflächen maschinell abschleifen, sollten Sie als Tischler oder als Spezialist am Bau gleichermaßen möglichst einen FFP3-Atemschutz nutzen. So sorgen Sie dafür, dass Sie nicht bereits im mittleren Alter an einer Staublunge erkranken können. Grundsätzlich ist es so, dass handwerkliche Tätigkeiten in unterschiedlichsten Branchen Gefahren für Ihre Gesundheit bergen können – beispielsweise:

  • in der Aluminium verarbeitenden Industrie
  • bei der Herstellung von Eisen und Stahl
  • bei der Arbeit mit chemischen Stoffen
  • in der Landwirtschaft
  • in Steinbrüchen
  • bei Schweißarbeiten und beim Löten
  • bei einer entsprechenden Exposition in Lackierereien
  • bei der Verarbeitung von Holz
  • bei der Entsorgung von Abfällen und Kadavern

In allen diesen Bereichen gilt: Je höher Ihre potenzielle Exposition mit Stäuben, Chemikalien und Gefahrstoffen ist, desto besser sollte Sie Ihre Maske schützen. Zudem sind erhöhte Sensibilität und angemessene Vorsicht die Garanten dafür, dass Sie Ihrem Handwerksberuf möglichst lange und erfolgreich nachgehen können.

Berufskrankheiten durch eine mangelhafte Schutzausrüstung – gesundheitliche Probleme bis zur Berufsunfähigkeit

Die Liste der Lungenerkrankungen, welche insbesondere die Folge einer mangelhaften persönlichen Schutzausrüstung sein können, ist lang und vielfältig. Das ist natürlich den unterschiedlichen Belastungen geschuldet, denen Sie bei handwerklichen Tätigkeiten ausgesetzt sind. Besonders schwerwiegende Erkrankungen sind:

  • die Silikose: Diese Krankheit kann bis zur Berufsunfähigkeit und zur Invalidität führen. Sie sind für diese insbesondere dann anfällig, wenn Sie als Handwerker über längere Zeit hinweg ungeschützt Quarzstäube einatmen. Sie müssen also davon ausgehen, dass Sie nicht unbedingt nur durch einen Gefahrstoff geschädigt werden können. Auch Quarzstäube, die der sogenannte gesunde Menschenverstand üblicherweise zunächst als harmlos erachten würde, können bei entsprechend starker und langer Exposition zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen.
  • die Asbestose, die von Asbest verursacht wird und zu unterschiedlichen Arten von Lungenkrebs führen kann. Etwa zu einem Mesotheliom oder zu einem Pleuramesotheliom: Diese Krankheiten sind lebensgefährlich und besonders tückisch. Sie betreffen weniger die Angestellten von Asbestentsorgungsbetrieben, die wissen, dass sie sich optimal schützen müssen. Es können Heizungsmonteure, Schweißer und viele weitere Handwerksberufe sein, die davon betroffen sind. Der Grund für ihre Erkrankung kann bereits alleine die Arbeit auf verschiedensten Baustellen sein, von denen einige unerkannt mit Asbest kontaminiert sind. Das Einatmen feiner Asbestfilamente oder Asbeststäube ohne ausreichenden Atemschutz führt häufig zwangsläufig zu dieser Art von Erkrankung, von der alle Gewerke betroffen sein können.
  • Leukämie: Von dieser lebensbedrohlichen Krebsart können beispielsweise Kfz-Mechaniker gefährdet sein, insbesondere dann, wenn sie im Laufe ihres Arbeitslebens Stoffe wie Benzol eingeatmet haben.

Sie sehen also, dass das Arbeiten ohne Atemschutz zu bleibenden Schäden und bis hin zum Tod führen kann. Allerdings sind die Gefahren oftmals nicht auf den ersten Blick erkennbar. Als Faustregel mag daher gelten: Ist die Gefahrensituation auf Baustellen nicht einschätzbar oder besteht die Möglichkeit, dass gefährliche Stäube, Lösungsmittel und vergleichbar schädliche Stoffe eingeatmet werden können, sollte gegebenenfalls auch präventiv eine Atemschutzmaske entsprechender Leistungsstärke getragen werden. Übrigens: Die meisten Berufskrankheiten weltweit werden durch das Einatmen von Asbeststäuben verursacht.

Bild: industrieblick / stock.adobe.com

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