Ein dichter, grüner Rasen braucht vier Dinge: regelmäßiges Mähen auf etwa 4 cm Höhe, durchdringendes Wässern mit 15 bis 20 l pro m², Vertikutieren im April oder Mai und zwei bis drei Düngergaben pro Jahr. Die Rasenpflege ist dabei eine ganzjährige Angelegenheit und macht mehr Arbeit, als man im ersten Moment denkt. Hier finden Sie den kompletten Pflegekalender, die richtige Reihenfolge der Maßnahmen und praktische Tipps zu Bewässerung, Schnitt, Kalk und Dünger.
Wann steht welche Rasenpflege an?
Die Hauptsaison der Rasenpflege beginnt im März mit dem ersten Mähen und endet im November mit der letzten Düngergabe. Während die Bewässerung fast das ganze Jahr über Thema ist, fallen andere Arbeiten nur zu bestimmten Zeitpunkten an. Der folgende Kalender zeigt, wann welche Maßnahme sinnvoll ist:
| Zeitraum | Maßnahmen |
|---|---|
| März bis Mai | Erstes Mähen, Vertikutieren und Aerifizieren, bei Bedarf kalken, erste Düngung, kahle Stellen nachsäen |
| Juni bis August | Wöchentlich mähen, alle vier bis sechs Tage durchdringend wässern, im Juni oder Juli nachdüngen |
| September bis November | Kaliumbetonten Herbstdünger ausbringen, Laub regelmäßig entfernen, letztes Mähen vor dem Frost |
| Dezember bis Februar | Rasen ruhen lassen, gefrorene Fläche möglichst nicht betreten |
Innerhalb des Frühjahrs gilt zudem eine feste Reihenfolge, damit sich die Maßnahmen nicht gegenseitig behindern:
- Rasen mähen: erstmalig im Frühjahr
- Vertikutieren und Aerifizieren: nach dem ersten Mähen
- Kahle Stellen neu aussäen oder Rollrasen verlegen
- Kalken, falls der pH-Test es nötig macht
- Dünger aufbringen
Wie bewässern Sie den Rasen richtig?
Entscheidend ist, selten und dafür durchdringend zu wässern: mindestens 15 bis 20 l pro m², damit die Feuchtigkeit bis zu 10 cm tief in den Boden reicht. Der Rasen stellt meist die größte Pflanzfläche des Gartens dar, und wie bei allen Pflanzen kommt es auf das richtige Maß an. Fehlt Wasser, drohen Trockenschäden; steht das Wasser dagegen an manchen Stellen, müssen Sie die Erde auflockern, damit es versickern kann. Wird nur oberflächlich gesprengt, erreicht das Wasser die Wurzeln nicht und der Rasen bildet keine tiefreichenden Wurzeln aus.
Bewässerung im Sommer

Gerade im Sommer, wenn es warm und niederschlagsarm ist, braucht der Rasen besondere Zuwendung. Von Juni bis August sollte die Fläche alle vier bis sechs Tage gründlich bewässert werden. Dabei kommt es auch auf den Boden an: Sandige Böden müssen häufiger gewässert werden als lehmige. Behalten Sie den Rasen im Blick, um bei den ersten Trockenheitsanzeichen zu reagieren. Verfärbt sich das Gras bereits braun, fehlt schon seit Längerem Feuchtigkeit.
Je nach Größe des Gartens lohnt sich ein Rasensprenger oder eine Beregnungsanlage, denn mit Gießkanne oder Gartenschlauch ist eine größere Rasenfläche kaum ausreichend zu bewässern.
Es stehen auch unterirdische Bewässerungssysteme zur Verfügung, welche die Wurzeln mit viel Wasser versorgen und sichtbare Schläuche im Garten vermeiden.

Zu welcher Tageszeit sollte man den Rasen sprengen?
Am besten bewässern Sie den Rasen am frühen Morgen zwischen 4 und 6 Uhr, wenn Luft und Erdreich am kühlsten sind. Moderne Rasensprenger und Beregnungsanlagen verfügen meist über eine automatische Steuerung, die das für Sie übernimmt, während Sie noch schlafen. In der Mittagshitze zu sprengen, ist dagegen schädlich: Durch die starke Sonneneinstrahlung verbrennt der Rasen schneller, und weil die meiste Feuchtigkeit sofort verdunstet, steigt der Wasserverbrauch um ein Vielfaches, ohne dass die Erde tiefgehend versorgt wird. Auch der Abend oder die Nacht sind nur zweite Wahl: Zum einen kann der Boden noch stark aufgeheizt sein, zum anderen begünstigt die fehlende Verdunstung die Bildung von Schimmel und anderen Pilzen.
Wassermenge kontrollieren
Wenn Ihnen das Bewässern nach Augenmaß zu unsicher ist, helfen verschiedene Methoden bei der Kontrolle. Am einfachsten ist ein Regenmesser, mit dem Sie die ausgebrachte Wassermenge genau ermitteln. Auch ein Durchflussmengenzähler am Schlauch hilft, die Menge zu regulieren. Es geht aber auch ohne Technik: Stechen Sie mit dem Spaten ein viereckiges Stück aus der Rasenfläche und messen Sie mit dem Zollstock nach, wie tief das Wasser reicht. Danach setzen Sie das Rasenstück wieder ein und treten es vorsichtig fest.
Mit dem Rasenmäher zur richtigen Schnitthöhe

Mähen Sie ab dem Frühjahr mindestens einmal pro Woche und unterschreiten Sie dabei eine Schnitthöhe von etwa 4 cm nicht. Die gut abgestimmte Kombination aus Schnitthöhe und Regelmäßigkeit fördert das Wachstum und die Dichte der Fläche. Als Faustregel gilt die Ein-Drittel-Regel: Soll die Schnitthöhe 4 cm betragen, mähen Sie, sobald die Halme etwa 6 cm hoch sind. Waren Sie länger im Urlaub und ist das Gras stark gewachsen, kürzen Sie lieber schrittweise auf die gewünschte Höhe herunter, statt alles auf einmal rabiat abzuschneiden.
Achten Sie außerdem darauf, bei Nässe, starker Sonneneinstrahlung oder Hitze nicht zu mähen, und halten Sie die Klingen scharf. Auch im Herbst sollten Sie das Mähen nicht vernachlässigen: Zwar lässt das Wachstum nach, die Mäheinstellung bleibt aber gleich. Sobald der erste Frost einsetzt, ist die Saison beendet. Wer das wöchentliche Mähen abgeben möchte, findet die üblichen Preise im Beitrag Rasen mähen Kosten.
Behalten Sie die Ruhezeiten im Hinterkopf. Zwischen 20 und 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ist es verboten, den Rasenmäher anzuschalten, sofern es sich nicht um einen geräuschlosen Mähroboter handelt.
Vertikutieren, Kalken und Moos entfernen

Mulch und Moos sehen nicht nur unschön aus, sie hemmen auch die Belüftung des Bodens. Bei Mulch handelt es sich um altes Schnittgut auf der Grünfläche, Moos entsteht meist durch Nährstoffmangel oder ungünstige Standortbedingungen. Mit drei aufeinander abgestimmten Maßnahmen bekommen Sie beides in den Griff.
Rasen vertikutieren: Der beste Zeitpunkt ist April oder Mai
Vertikutieren Sie mindestens einmal im Jahr, am besten im April oder Mai nach dem ersten Mähen, wenn der Rasen im vollen Wachstum steht und sich schnell erholt. Dabei ritzt der Vertikutierer die Grasnarbe etwa 3 bis 10 mm tief an und reißt Mulch und Moos heraus. Arbeiten Sie in Längs- und Querbahnen und kehren Sie das gelöste Material anschließend gründlich ab. Bei Bedarf können Sie den Schritt im September wiederholen. Da beim Vertikutieren kahle Stellen entstehen können, müssen Sie danach eventuell nachsäen.
Nach dem Vertikutieren folgt das Aerifizieren für eine noch bessere Belüftung von Boden und Graswurzeln: Dabei werden hohle Nägel etwa 10 cm tief in den Boden gestochen, im Abstand von 10 bis 20 cm zueinander. So gelangt Luft an die Wurzeln und Wasser versickert besser.
Rasen kalken: Erst der pH-Test entscheidet
Kalken Sie nicht auf Verdacht, sondern nur nach einem pH-Test. Ein einfacher Bodentest zeigt in wenigen Minuten, ob der Boden zu sauer ist. Liegt der pH-Wert unter etwa 5,5, fühlt sich Moos besonders wohl, dann hilft das Ausstreuen von Gartenkalk, den Wert zu regulieren. Verwenden Sie dafür einen Streuwagen und milde Kalksorten wie Algen- oder Vitalkalk. Achten Sie darauf, dass die Fläche nach dem Kalken genug Wasser erhält. Ist der pH-Wert dagegen in Ordnung, bringt Kalk nichts und kann das Problem sogar verschärfen. Dieser Schritt der Rasenpflege muss deshalb nicht zwangsläufig jedes Jahr erfolgen.
Moos im Rasen: Ursachen erkennen und beheben
Wer Moos dauerhaft loswerden will, muss die Ursachen bekämpfen, sonst ist es nach dem nächsten Vertikutieren schnell wieder da. Die häufigsten Auslöser sind Nährstoffmangel, etwa fehlender Stickstoff, ein zu saurer Boden, viel Schatten, zu tiefes Mähen und verdichteter Boden, auf dem Wasser schlecht versickert. Steht nach Regen länger Wasser auf der Fläche, lohnt ein Blick in unseren Beitrag zum Thema Staunässe. Sind die Ursachen behoben, ist es möglicherweise auch nicht mehr nötig, jedes Jahr zu vertikutieren. Zeigt Ihr Rasen statt Moos eher helle, verfärbte Stellen, finden Sie die Auslöser im Ratgeber Gelbe Flecken im Rasen.
Düngen: Die richtigen Nährstoffe
Düngen Sie den Rasen zwei- bis dreimal pro Jahr, erstmals im Frühjahr nach dem ersten Mähen. Haben Sie zuvor gekalkt, warten Sie ein paar Tage, damit sich der Kalk auflösen kann. Verwenden Sie organische oder organisch-mineralische Langzeitdünger; in der Wachstumsphase kann etwa alle sechs bis acht Wochen nachgedüngt werden. Im Frühjahr und Sommer braucht die Fläche vor allem Stickstoff und Phosphor. Welcher Dünger wann passt und wie Sie ihn richtig dosieren, erklärt ausführlich der Beitrag Rasen düngen.
In der Regel sollten Sie den Rasen nach dem Düngen gründlich bewässern, damit sich Granulate auflösen können. Als Alternative zum Langzeitdünger bieten sich auch Kompost oder Jauche an.
Besonders wichtig ist der Herbstdünger, der zwischen September und November ausgebracht wird, um den Garten winterfest zu machen. Er sollte weniger Stickstoff, dafür mehr Kalium enthalten, das als natürliches Frostschutzmittel dient. Wird die Rasenfläche stark beansprucht, etwa durch spielende Kinder, darf zwischendurch zusätzlich gedüngt werden.
Kahle Stellen ausbessern
Kahle Stellen nach dem Vertikutieren oder einem trockenen Sommer bessern Sie am schnellsten durch Nachsäen aus. Wie Sie dabei vorgehen und welches Saatgut sich eignet, zeigt der Beitrag Rasenaussaat. Bei größeren Schadflächen oder wenn es schnell gehen muss, ist Fertigrasen die Alternative: Unsere Anleitung Rollrasen verlegen führt Schritt für Schritt durch das Projekt. In beiden Fällen gilt: erst den Boden lockern und ebnen, dann säen oder verlegen und anschließend mehrere Wochen konstant feucht halten.
Rasenpflege selbst erledigen oder abgeben?
Die Rasenpflege im eigenen Garten kann aufwendig sein, es lohnt sich aber, regelmäßig am Ball zu bleiben: Eine gesunde, gepflegte Rasenfläche ist widerstandsfähig, wird seltener von Unkraut und Moos befallen und sieht entsprechend besser aus. Außerdem sparen Sie es sich, später Unkraut entfernen zu lassen, wenn die Pflege fest in die Gartenarbeit eingebunden ist. Fehlt Ihnen die Zeit, können Sie einen professionellen Gärtner engagieren, der die Gartenarbeit inklusive Rasenpflege übernimmt; die üblichen Stundensätze von 30 bis 50 € und Pauschalen finden Sie im Ratgeber Gärtner Kosten.
Häufige Fragen rund um die Rasenpflege
Wie oft sollten Sie den Rasen mähen?
In der Wachstumsphase von April bis Oktober mindestens einmal pro Woche. Halten Sie sich an die Ein-Drittel-Regel: Bei einer Zielhöhe von 4 cm mähen Sie, sobald die Halme rund 6 cm erreicht haben. So bleibt die Grasnarbe dicht und verdrängt Unkraut von selbst.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Vertikutieren?
Im April oder Mai, nach dem ersten Mähen und bei trockenem Boden. Dann wächst der Rasen kräftig und schließt die entstandenen Lücken schnell wieder. Eine zweite, sanftere Runde ist im September möglich, damit der Boden gut belüftet in den Winter geht.
Wie viel Wasser braucht der Rasen im Sommer?
Etwa 15 bis 20 l pro m² pro Bewässerungsgang, im Hochsommer alle vier bis sechs Tage. Wässern Sie lieber selten und durchdringend als täglich ein wenig, denn nur so wachsen die Wurzeln in die Tiefe und der Rasen übersteht Trockenphasen besser.
Lohnt sich ein Mähroboter für die Rasenpflege?
Für regelmäßig genutzte Flächen ja: Der Roboter mäht täglich kleine Mengen, das feine Schnittgut bleibt als natürlicher Dünger liegen und die Narbe wird dichter. Was Anschaffung und fachgerechte Einrichtung kosten, lesen Sie im Beitrag Mähroboter Installation.
Was kostet professionelle Rasenpflege?
Reines Rasenmähen kostet etwa 0,10 bis 0,15 € pro m², Vertikutieren rund 1 € pro m². Für umfassende Pflege rechnen Gärtner mit 30 bis 50 € pro Stunde oder bieten Monatspauschalen an. Bei regelmäßiger Beauftragung sind die Konditionen meist günstiger als bei Einzelterminen.





