Arbeiten im Ausland kann schon ein sehr verlockender Gedanke sein. Gerade wenn in Deutschland so langsam die kalte Jahreszeit anrückt. Als Handwerker stehen die Chancen, einen Job im EU-Ausland zu finden oder generell für einen beruflichen Auslandsaufenthalt, gut. Besonders in den Grenzgebieten sind Arbeitseinsätze keine Seltenheit.
Wenn ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer vorübergehend ins Ausland schickt und die Voraussetzungen einer Entsendung erfüllt sind, kann das deutsche Sozialversicherungsrecht weiterhin gelten. Auch für bestimmte Selbstständige und mitarbeitende Geschäftsführer kann eine A1-Bescheinigung erforderlich sein. Dabei kann bereits ein kurzer beruflicher Einsatz im Ausland relevant sein. Die A1-Bescheinigung dient als Nachweis dafür, welches Sozialversicherungsrecht während der grenzüberschreitenden Tätigkeit anzuwenden ist. Fachkräfte aus Deutschland sind im Ausland, sowohl in der EU als auch weltweit, gefragt.
A1-Bescheinigung für Handwerker
Wer vorübergehend für einen deutschen Arbeitgeber im EU-Ausland arbeitet und die Voraussetzungen für eine Entsendung erfüllt, kann grundsätzlich weiterhin dem deutschen Sozialversicherungsrecht unterliegen. Für eine Entsendung innerhalb der EU gilt grundsätzlich ein Zeitraum von bis zu 24 Monaten. Die A1-Bescheinigung dient als Nachweis gegenüber den Behörden des Einsatzlandes. Sie soll verhindern, dass für denselben Zeitraum entgegen den geltenden Regeln Sozialversicherungsbeiträge in mehreren Staaten erhoben werden.
Die A1-Bescheinigung muss für den jeweiligen Auslandseinsatz beantragt werden. Eine bereits ausgestellte Bescheinigung gilt nicht automatisch für jeden späteren Einsatz in einem anderen Land oder zu einem anderen Zeitraum.
Gut zu wissen: Seit dem 1. Januar 2025 muss der Antrag auf Ausstellung einer A1-Bescheinigung für sämtliche Personengruppen elektronisch gestellt werden. Das gilt unter anderem für Arbeitnehmer, Selbstständige und bestimmte mitarbeitende Geschäftsführer. Arbeitgeber können die A1-Bescheinigung über ihre Lohn- oder Entgeltabrechnungssoftware oder über das SV-Meldeportal beantragen. Selbstständige stellen den Antrag für sich selbst über das SV-Meldeportal. Ein Papierantrag ist für die A1-Bescheinigung nicht mehr zulässig.
Welche Stelle für die Ausstellung zuständig ist, hängt unter anderem vom Versicherungsstatus ab. Bei gesetzlich krankenversicherten Beschäftigten ist grundsätzlich die Krankenkasse zuständig. In bestimmten Fällen übernimmt die Deutsche Rentenversicherung oder die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA) die Bearbeitung. Die Zuständigkeit sollte deshalb vor dem Auslandseinsatz geklärt werden.
Worauf du als Unternehmer achten musst
Sobald der Unternehmer eine A1-Bescheinigung beantragt, wird der Antrag elektronisch an die zuständige Stelle übermittelt. Die Bescheinigung sollte möglichst vor Beginn der Tätigkeit im Ausland vorliegen. Da in verschiedenen europäischen Ländern Kontrollen stattfinden, sollten Unternehmer die erforderlichen Nachweise für den jeweiligen Einsatz rechtzeitig organisieren. Die Deutsche Rentenversicherung weist darauf hin, dass das Vorliegen einer A1-Bescheinigung bei grenzüberschreitender Erwerbstätigkeit aktuell verstärkt kontrolliert wird.
Je nach Einsatzland können neben der A1-Bescheinigung weitere Unterlagen erforderlich sein. Dazu können beispielsweise Melde- oder Registrierungsnachweise, Nachweise zur Beschäftigung oder landesspezifische Unterlagen gehören. Informiere dich deshalb vor Beginn des Auftrags über die Anforderungen des jeweiligen Landes.
Kleiner Tipp: Fertige mit Hilfe deines Chefs eine Checkliste mit allen wichtigen Unterlagen an, die du beim Auslandsaufenthalt benötigst. So lassen sich fehlende Nachweise und unnötige Verzögerungen vermeiden. Das erleichtert auch die Buchhaltung im Handwerksbetrieb.
Versicherungsschutz für Auslandsaufenthalte
Mitarbeiter, die von ihrem Unternehmen vorübergehend ins Ausland geschickt werden, können weiterhin dem deutschen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz unterliegen. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Tätigkeit im Ausland im Rahmen des bestehenden Beschäftigungsverhältnisses erfolgt und die Voraussetzungen für eine Entsendung beziehungsweise die Fortgeltung des deutschen Versicherungsschutzes erfüllt sind. Welche Regeln gelten, hängt auch vom jeweiligen Land ab.
Innerhalb der EU, des EWR und der Schweiz gelten für die sozialversicherungsrechtliche Entsendung besondere Regelungen. Für eine gewöhnliche Entsendung ist der Zeitraum grundsätzlich auf 24 Monate begrenzt. Für andere Länder können bilaterale Sozialversicherungsabkommen oder nationale Regelungen gelten. Deshalb lässt sich die maximale Dauer eines Auslandseinsatzes außerhalb der EU nicht pauschal mit einem einheitlichen Zeitraum angeben.
Auch für Selbstständige gelten bei vorübergehenden Tätigkeiten im europäischen Ausland besondere Regeln. Sie benötigen unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls eine A1-Bescheinigung. Für Selbstständige, die regelmäßig in mehreren Staaten arbeiten, gelten wiederum besondere Bestimmungen.
Gut zu wissen: Bei Auslandseinsätzen in Krisen-, Katastrophen- oder Kriegsgebieten können besondere Regelungen zum Unfallversicherungsschutz gelten. Die konkrete Absicherung hängt unter anderem vom Einsatzland, der Tätigkeit und den Umständen des Aufenthalts ab. Bei besonderen Gefahren sollten Unternehmen deshalb vor dem Einsatz mit dem zuständigen Unfallversicherungsträger klären, welcher Versicherungsschutz besteht.
Versicherungsschutz mit der jeweiligen Berufsgenossenschaft
Damit längere oder besondere berufliche Auslandsaufenthalte möglichst reibungslos ablaufen können, sollte der Versicherungsschutz vor Beginn des Einsatzes geklärt werden. Das gilt insbesondere für Tätigkeiten außerhalb der EU sowie für Länder, mit denen Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann der deutsche gesetzliche Unfallversicherungsschutz bei einem Auslandseinsatz fortbestehen. Sind die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt, kann eine freiwillige Auslandsunfallversicherung in Betracht kommen.
Genau aus diesem Grund sollten Firmeninhaber und Mitarbeiter vor einem größeren beruflichen Auslandsaufenthalt direkt mit ihrer zuständigen Berufsgenossenschaft klären, welche Absicherung besteht und welche zusätzlichen Versicherungen erforderlich sein können. Die DGUV stellt hierzu aktuelle Informationen zum Versicherungsschutz bei Entsendungen ins Ausland bereit.
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Danke für die tollen Tipps zum Arbeiten im Ausland. Es ist gar nicht so einfach, da alles richtig zu machen mit der Sozialversicherung usw.
Hallo Laurenz, wir hoffen, unser Beitrag hilft sich auf einen beruflichen Auslandsaufenthalt vorzubereiten! Viele Grüße, das Team von Blauarbeit 🙂