Förderprogramme für die Digitalisierung im Überblick.

Alle Förderprogramme für die Digitalisierung im Handwerk

Letzte Aktualisierung am 22. Februar 2022 von M. Lehmann

Die Digitalisierung hat das Handwerk erreicht und immer mehr Betriebe nutzen digitale Technologien für ihre Arbeit. Neben vielen Veränderungen bringt die Digitalisierung für Handwerker auch viele Chancen und Vorteile mit sich. Daher fördern Bund und Ländern die Digitalisierung besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen. Wir zeigen dir, welche Förderprogramme es gibt und wie du sie beanspruchen kannst. In diesem Beitrag findest du außerdem Links zu den Förderprogrammen selbst.

Bild: Stockwerk-Fotodesign /stock.adobe.com

Warum ist es wichtig, die Digitalisierung im eigenen Betrieb voranzutreiben?

Das Angebot an digitalen Technologien ist groß und wächst immer weiter. Laien können daher besonders anfangs vom großen Ausmaß der Digitalisierung abgeschreckt sein. Es lohnt sich allerdings, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Digitale Technologien bieten viele Chancen, mit denen man sich auch im Handwerk einen großen Wettbewerbsvorteil beschaffen kann. Sie ermöglichen unter anderem mehr Kontrolle und Übersicht bei komplexen Themen wie bei der Buchhaltung oder der Fuhrparkverwaltung und können für effizientere und kostengünstigere Arbeitsabläufe sorgen.

Was wird gefördert?

Es gibt im digitalen Bereich verschiedene Fördermöglichkeiten für kleine und mittlere Betriebe. Je nach Förderprogramm bietet der Bund oder auch einzelne Bundesländer Zuschüsse und Förderkredite an.

Diese Fördermöglichkeiten gibt es:

Beratungsförderung und Weiterbildungen: Der Bund und einzelne Bundesländer bieten Zuschüsse oder Förderkredite für die Inanspruchnahme von Unternehmensberatung in Form einer Digitalisierungsberatung an. Es wird auch der Besuch von Schulungen, Seminaren und Weiterbildungen in diesem Bereich gefördert.

  • Förderung für digitalisierte Geschäftsprozesse: Bund und Länder bezuschussen den Kauf oder die Erweiterung einer Branchensoftware, die dazu dient, Geschäftsprozesse zu digitalisieren.
  • Förderung der IT-Sicherheit: Im Bereich der IT-Sicherheit werden je nach Förderprogramm Subventionen angeboten. Dabei lassen sich Maßnahmen bezuschussen, die zur Absicherung und Erhöhung der IT-Sicherheit dienen.
  • Förderung digitaler Markterschließung: Bund und Länder bieten im Bereich der digitalisierten Markterschließung finanzielle Unterstützung an. So können beispielsweise Hilfen für die Erstellung oder Modernisierung eines Webauftritts und für Online-Marketing-Maßnahmen beantragt werden.

Förderprogramme des Bundes

Bundesweit gibt es drei Förderprogramme und Kreditangebote, die einen Fokus auf die Förderung der Digitalisierung bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) haben. Das neueste ist das Bundesprogramm „Digital Jetzt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Darüber hinaus bietet das BMWi auch das Förderprogramm „go-digital“ an. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) bietet derweil den „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ an.

Förderprogramm „Digital jetzt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Mit dem bundesweiten Förderprogramm „Digital jetzt“ sollen bei kleinen und mittleren Unternehmen insbesondere Investitionen in digitale Technologien gefördert werden. Neben finanziellen Hilfen für Hard- und Software werden Maßnahmen für Beschäftigte im Umgang mit digitalen Technologien unterstützt. Das Förderprogramm gewährt einen Zuschuss bis zu 50.000 Euro, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt nach einer erfolgreichen Verwendungsnachweisprüfung. Wer den Zuschuss erfolgreich beantragt hat, muss die Maßnahmen innerhalb von 12 Monaten umsetzen. Die Beantragung der Förderung ist bis einschließlich 2023 möglich.

Voraussetzungen für eine Förderung durch „Digital jetzt“:

Es dürfen kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland aus allen Branchen (auch Handwerk und freie Berufe) mit 3 bis 499 Beschäftigten die Förderung beantragen. Diese müssen ein Digitalisierungsvorhaben geplant haben, der zum Zeitpunkt der Förderbewilligung noch nicht begonnen hat. Das Vorhaben muss in einem Digitalisierungsplan beim Förderantrag dargelegt werden.

Inhalt des Digitalisierungsplans:

  • Beschreibung des gesamten Digitalisierungsvorhabens
  • Erläuterungen zu Art und Anzahl der geplanten Maßnahmen (Investitionen in Soft- und Hardware und/oder Qualifizierungsmaßnahmen für Beschäftigte)
  • Stand der aktuellen Dinge hinsichtlich der Digitalisierung im Betrieb
  • Ziele, die mit der Investition erreicht werden sollen inklusive deren Auswirkungen auf Geschäfts-Modelle und -Prozesse

„Go-digital“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Das BMWi bietet mit ihrem Förderprogramm „go-digital“ Zuschüsse für Beratungsförderungen im Bereich der IT-Sicherheit, des Internetmarketings und der Digitalisierung von Geschäftsprozessen, um die digitale Transformation voranzutreiben. Der Förderumfang beträgt bis zu 30 Beratertage in einem Zeitraum von sechs Monaten. Die Förderhöhe beträgt pro Beratertag maximal 550 Euro. Auch diese Förderung können in Deutschland kleine und mittlere Unternehmen beantragen, wenn sie unter 100 Beschäftigte und einen Vorjahresumsatz oder Vorjahressumme von höchstens 20 Millionen haben.

ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) bietet bundesweit mit dem „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ ein vergünstigtes Darlehen für Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben an. Die KFW bietet den Kredit für Investitionen und Betriebsmittel in den Bereichen Innovation und Digitalisierung an. Fördern lassen sich junge Unternehmen in der Gründungsphase, mittelständische Unternehmen und Freiberufler, die ihren Sitz oder eine Niederlassung in Deutschland haben. Der Zinssatz für das vergünstigte Darlehen wird individuell anhand der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Sicherheiten ermittelt. Die Mindestlaufzeit beträgt generell zwei Jahre bei einem Kreditmindestbetrag in Höhe von 25.000 Euro.

Förderprogramme der Bundesländer

Neben dem Bund bieten auch einzelne Bundesländer Förderprogramme und Finanzierungsangebote für die Digitalisierung bei Handwerksbetrieben an. So bietet Baden-Württemberg das Förderprogramm „Digitalisierungsprämie Plus“ an, womit Digital-Investitionen wie IT-Anwendungen und Weiterbildungsmaßnahmen finanziert werden können. Bayern und Thüringen bieten mit dem „Digitalbonus“ ein ähnliches Förderprogramm an, womit sich beispielsweise eine IKT-Grundausstattung fördern lässt.

Das Land Nordrhein-Westfalen bietet das Förderangebot „Mittelstand.innovativ“ an, womit Innovations- und Digitalisierungsgutscheine für Digitalisierungsmaßnahmen gefördert werden. In Brandenburg gibt es dafür den „Brandenburgischen Innovationsgutschein“ (BIG). Das Saarland bietet derweil „DigitalStarter“ für Investitionen und Schulungen im digitalen Bereich an und Mecklenburg-Vorpommern für innovative Ideen „DigiTrans“. In Hamburg gibt es für die Förderung der Digitalisierung den Hamburg-Kredit „Innovation“ und den Hamburger Digitalbonus „Hamburg Digital“.

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