Weißer Schimmelflaum auf der Erde in einem Blumentopf

Blumenerde schimmelt – So wird man den Schimmel los

Letzte Aktualisierung am 24. September 2021 von A. Mroos

Sie haben einen weißen, weichen, flaumigen Belag auf Ihrer Blumenerde oder nehmen einen modrigen Geruch wahr? Dann haben Sie es hierbei höchstwahrscheinlich mit Schimmel zu tun. Denn auch Blumenerde kann unter bestimmten Bedingungen schimmeln.

Wie erkennen Sie Schimmel im Blumentopf?

Grundsätzlich erkennen Sie eine schimmelnde Blumenerde an dem auftretenden weichen, weißen Flaum, der sich in kleinen runden Kolonien auf der Erde verteilt. Oftmals erscheinen unter der Erdoberfläche zudem weiße Pilzfäden, welche auch als Myzel bezeichnet werden und den gesamten Topfballen durchziehen. Begleitet werden diese Erscheinungen meist durch einen modrigen Geruch. Ist der Schimmelbefall bereits weiter fortgeschritten, bilden sich oftmals auffällige Fruchtkörper, welche durch ihre Sporenproduktion zur Pilzvermehrung beitragen.

Nicht zu verwechseln ist der Schimmel mit Kalk- und Salzablagerungen, welche durch kalkhaltiges Gießwasser entstehen und sich ebenfalls durch eine weiße Farbgebung kennzeichnen. Um diese beiden Erscheinungen voneinander zu unterscheiden, bietet es sich an, mithilfe eines Holzstäbchens etwas von dem weißen Belag abzukratzen. Zeichnet sich dieser Belag durch eine trockene, krümelige und harte Art aus, handelt es sich hierbei nicht um Schimmel, sondern um Salz- und Kalkablagerungen. Zudem erkennen Sie diese mineralischen Ablagerungen durch ihr flächiges Auftreten. Denn im Gegensatz zu Schimmel treten diese nicht in kleinen Kolonien, sondern vermehrt auf der gesamten Blumentopfoberfläche auf.

Haben Sie es mit solchen mineralischen Ablagerungen zu tun, handelt es sich lediglich um ein ästhetisches Problem, das weder für Sie noch für Ihre Pflanzen Schäden oder Beeinträchtigungen zur Folge hat.

Warum bildet sich Schimmel im Blumentopf?

In unserer Luft sind zahlreiche Pilzsporen vorhanden. Setzen sich diese auf der Erdoberfläche von Ihrem Blumentopf ab, können diese unter bestimmten Bedingungen anfangen zu keimen, wodurch Schimmel entsteht. Demnach kann sich Schimmel im Blumentopf prinzipiell immer dann bilden, wenn bestimmte Bedingungen und Faktoren gegeben sind:

  • Organische Substanz: Grundsätzlich kommt Schimmelpilzen in der Natur eine relevante Funktion zu. Denn als Destruenten leben die Schimmelpilze von der Zersetzung toter organischer Substanzen. Daher wird jede Erde, die größtenteils aus organischem Substrat besteht, auf kurz oder lang zersetzt. Geht dieser Prozess jedoch mit einer mangelnden Durchlüftung einher, steigt die Anfälligkeit für einen Schimmelpilzbefall deutlich an. Besonders betroffen sind hiervon Kompost, Rindenhumus, Holzfaser und Torf. Demnach begünstigt Blumenerde mit einem hohen Anteil an einer dieser organischen Substanzen die Schimmelbildung. 
  • Schlechte Durchlüftung: Wie im vorherigen Abschnitt bereits deutlich wurde, trägt auch eine mangelnde Belüftung zur Entstehung von Schimmelpilzen bei. Dies ist gerade bei minderwertigen Blumenerden der Fall, die aufgrund ihrer instabilen Struktur und einer gleichzeitig mangelnden Durchlüftung besonders anfällig für einen Schimmelpilzbefall sind. Hochwertigere und lockere Erden, die über eine stabile Struktur verfügen, sind hingegen weitaus weniger schimmelanfällig.
  • Hohe Feuchtigkeit: Meinen Sie es mit der Wasserversorgung Ihrer Pflanzen zu gut, kann dies ebenfalls die Entstehung von Schimmel begünstigen. Denn eine dauerfeuchte Umgebung trägt zur schnelleren Entstehung und Verbreitung von Schimmel bei.
  • Wärme: Ebenfalls fördernd auf die Schimmelbildung wirkt sich Wärme aus. Denn hohe Temperaturen stellen die optimale Bedingung dar, unter denen sich die Schimmelpilze nicht nur wohlfühlen, sondern sich auch deutlich schneller vermehren.
  • Falsche Lagerung: Aufgrund einer falschen Lagerung kann es vorkommen, dass sich im Inneren der Verpackungsfolie Kondenswasser bildet, welches zur Schimmelbildung der noch ungeöffneten Blumenerde beiträgt. Sollten Sie im Handel also einen frischen Sack Blumenerde kaufen, der beim Öffnen bereits mit einem Pilzmyzel durchzogen ist, stellt dies aufgrund einer falschen Lagerung einen Reklamationsgrund dar.

Schimmel im Blumentopf loswerden

Wenn Sie bei einer Pflanze einen Schimmelbefall feststellen, sollten Sie diese ins Freie bringen und die Wohnung erst einmal gründlich durchlüften, um eine Sporenbelastung in der Luft zu minimieren. Nun sollten Sie die Pflanze draußen aus ihrem Topf lösen und mithilfe einer Handschaufel die lockere Erde vollständig entfernen, sodass nur noch der durchwurzelte Ballen der Pflanze übrig bleibt.

Um auf Nummer sicher zu gehen und möglichst alle Pilzsporen abzutöten, können Sie den von Erde befreiten Topfballen nun mit einer dünnen Schicht Netzschwefel bestreuen. Hierbei handelt es sich um einen biologischen Wirkstoff, der im Rahmen des ökologischen Landbaus zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten eingesetzt wird. Dank dieser Funktion trägt der Netzschwefel auch bei Ihren Zimmerpflanzen zur Beseitigung eines Pilzmyzels bei.

Neben dem Topfballen gilt es auch den Blumentopf von allen Pilzsporen zu befreien. Hierfür sollten Sie den Topf mithilfe einer warmen Essiglösung von innen wie auch von außen gründlich reinigen. Ist dies erfolgt, kann die Pflanze nun wieder eingetopft werden. Dafür bietet sich die Verwendung einer neuen, hochwertigen Blumenerde an, welche sich durch einen hohen mineralischen Anteil auszeichnet. Besonders geeignet sind hierbei Blumenerden mit Sand- oder Lavasplittanteil. Alternativ können Sie die Blumenerde auch mit einer Handvoll Tongranulat vermischen. Dieser verhindert das Ansammeln von überschüssigem Gießwasser in der Erde. Neben der richtigen Blumenerde sollten Sie des Weiteren darauf achten, dass der Blumentopf am Boden über ausreichend Abzugslöcher verfügt. Um diese beim Befüllen nicht mit Erde zu verstopfen, bietet es sich an, diese vorab mit Tonscherben abzudecken.

Ist Schimmel im Blumentopf gefährlich?

Grundsätzlich ist Schimmel auf der Blumenerde für Menschen mit einem gesunden Immunsystem nicht gefährlich. Allerdings gibt es auch einige Schimmelpilze, die als gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Kommen deren Sporen in einer zu hohen Konzentration in der Wohnungsluft vor, können diese chronische und allergische Atemwegserkrankungen sowie Asthmaanfälle hervorrufen. Besonders betroffen sind hiervon gesundheitlich geschwächte Menschen oder Allergiker, die auf Schimmelpilze reagieren. Gehören Sie einer dieser gefährdeten Gruppen an, sollten Sie mit schimmelnder Erde vorsichtig umgehen und die Sporen keinesfalls einatmen. Hierbei ist es ratsam, den Blumentopf mit Mundschutz aus der Wohnung zu entfernen und umgehend vom Schimmel zu befreien.

In Anbetracht der Pflanzen stellt ein Schimmelbefall vor allem für Jungpflanzen eine Herausforderung dar. Denn grundsätzlich ernährt sich der Schimmel, wie auch die Pflanze, von den in der Blumenerde enthaltenen Nährstoffen. Da die Nährstoffe jedoch begrenzt sind, kommt es zu einer Nährstoffkonkurrenz, welche besonders junge Pflanzen in ihrer Entwicklung hemmt und im schlimmsten Falle zum Eingehen der Pflanze führt. Für ausgewachsene Pflanzen stellen die Nährstoffkonkurrenz und somit auch ein Schimmelbefall keine Beeinträchtigung dar.

Wie kann ein erneuter Schimmelbefall verhindert werden?

Es gibt einige Faktoren, mit denen einem erneuten Schimmelbefall vorgebeugt werden kann. Dies beginnt bereits beim Eintopfen Ihrer Pflanze, wobei Sie auf eine hochwertige, strukturstabile Blumenerde zurückgreifen sollten, die über einen hohen mineralischen Anteil verfügt. In Kombination mit einer zusätzlichen Drainage haben Sie so bereits die wichtigsten Vorkehrungen getroffen, um einer Schimmelbildung entgegenzuwirken.

Ist dies erledigt, kommt es auf die richtige Pflanzenpflege beziehungsweise die richtige Dosierung der Wassermenge an. Grundsätzlich ist es dabei von Vorteil, die Pflanze lieber etwas weniger zu gießen, als diese zu überwässern. Denn gerade ein dauerfeuchter Topfballen stellt einen optimalen Nährboden für die Ausbildung und Ausbreitung von Schimmel dar. Ob eine Pflanze Wasser benötigt oder nicht, können Sie ganz einfach anhand der Bodenfeuchte überprüfen. Stecken Sie hierfür Ihren Finger hierfür leicht in die Erde. Erscheint diese trocken und bleibt nicht am Finger kleben, können Sie die Pflanze etwas gießen. Neben der Fingerprobe sollten Sie beim Gießen zudem die Ruhephase der Pflanze beachten. Denn oftmals befinden sich Pflanzen während der Herbst- und Wintermonate in einer Ruhephase, in der sie einen reduzierten Wasserbedarf aufweisen. Des Weiteren bietet es sich an, Pflanzen häufiger auch mal über den Untersetzer von unten zu bewässern.

Außerdem sollten Sie zur Schimmelvorbeugung Ihre Pflanzen in regelmäßigen Abständen immer mal wieder umtopfen. Dies ist besonders dann von Bedeutung, wenn die Erde im Blumentopf bereits zusammengesackt ist und ihre Lockerheit verloren hat. Auch ein regelmäßiges Lüften der eigenen vier Wände trägt zur Vorbeugung von Schimmel bei. So kann Raumluft, die sich mit Sporen bereits angereichert hat, durch Frischluft ausgetauscht werden. Außerdem wirkt sich ein heller Standort der Pflanzen hemmend auf die Schimmelbildung aus. Denn grundsätzlich bevorzugt Schimmel dunkle Orte.

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