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Die Bedienung einer Holzheizung

Holzheizungen: Funktionsweise, Arten & Kosten

Letzte Aktualisierung am 7. Januar 2021 von A. Mroos

Schon lange bevor wir sesshaft wurden, Häuser bauten oder uns Gedanken über Heizkosten machten, nutzten die Menschen Holz als Wärmequelle, indem sie dieses verbrannten. So ist es nicht verwunderlich, dass Holzheizungen auch heute noch in modernen Häusern eingesetzt werden. Wir erklären, welche Arten von Holzheizungen es gibt, wie diese funktionieren und wie viel sie jeweils kosten können. 

Wie funktioniert eine Holzheizung?

Wenn man von einer Holzheizung spricht, können damit verschiedene Heizungsarten wie die Pelletheizung oder der Kaminofen gemeint sein. Eins haben jedoch alle Holzheizungen gemeinsam: Bei jeder von ihnen dient Holz als Brennstoff. Auch das Prinzip, mit dem die verschiedenen Heizungen arbeiten, ist im Grunde immer gleich, denn durch die Verbrennung von Holz entsteht Wärme, die zum Heizen genutzt werden kann. Zusätzlich dienen auch die beim Verbrennungsvorgang entstehenden Gase der Wärmegewinnung. 

Grob lässt sich Wärmegewinnung mit Holz als Brennstoff bei den meisten Heizungen dieser Art in drei Phasen unterteilen: 

  1. Brennstoff wird erwärmt, im Holz gespeichertes Wasser sowie weitere flüssige Stoffe verdampfen
  2. Holz wird soweit erwärmt, dass ein Gasgemisch entsteht. Steigende Temperaturen sorgen dafür, dass die festen organischen Komponenten dank Sauerstoff zu Kohlenmonoxid oxidieren
  3. Der Vergasungs- und Verdampfungsprozess dringt bis ins Holzinnere vor. Der Holzkohle wird weiterer Sauerstoff hinzugefügt, sodass diese vollständig zu Asche verbrennt

Warum lohnt es sich mit Holz zu heizen?

Der Betrieb einer Biomasseheizung wie der Holzheizung hat den Vorteil im Vergleich zu anderen Heizungsarten für eine verhältnismäßig umweltfreundliche Wärmegewinnung zu sorgen. Das liegt zum einen daran, dass es sich bei Holz um einen nachwachsenden Rohstoff handelt, zum anderen wird bei der Holzverbrennung nur so viel CO2 freigesetzt, wie zuvor von diesem gebunden wurde.

Der Brennstoff sollte aus nachhaltigem Anbau stammen und gewährleisten, dass die Bäume nachwachsen können, um wirklich für eine umweltfreundliche Wärmegewinnung zu sorgen. 

Ein weiterer Grund, warum sich eine Holzheizung lohnen kann, sind die laufenden Kosten, denn während die Anschaffungskosten für eine Holzheizung meist hoch sind, fallen die Heizkosten recht gering aus. Bei Holz handelt es sich auch um einen relativ günstigen Brennstoff. Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen, kann man sich bei Brennholz in der Regel auch auf ein stabiles Preisniveau verlassen. 

Welche Holzheizungen gibt es?

Lange Zeit war die Holzheizung wohl die geläufigste Heizungsart von allen, denn ein Kamin– beziehungsweise Kachelofen war oft fester Bestandteil eines jeden Hauses. Inzwischen haben sich auch die Holzheizungen weiterentwickelt und so stehen auch hier verschiedene Arten zur Verfügung. Die meisten dieser Heizungen lassen sich entweder für einzelne Räume oder Zwecke einsetzen oder aber auch so planen und installieren, dass sie als Holzzentralheizung dienen können. 

In der Regel unterscheidet man bei Holzheizungen zwischen: 

  • Holzkessel und Holzvergaserkessel
  • Hackschnitzel- und Pelletheizung
  • Kamin- und Kachelofen
  • Kombikessel

Holzkessel und Holzvergaserkessel

Bei einem Holzkessel handelt es sich meist um einen Scheitholzkessel beziehungsweise Festbrennstoffkessel. Hier wird das Scheitholz in einer Brennkammer verbrannt. Die dabei entstehende Wärmeenergie wird in einem Pufferspeicher gesammelt und kann bei Bedarf genutzt werden. In der Regel müssen Holzkessel jedoch per Hand mit dem Scheitholz bestückt werden. 

Holzvergaserkessel stellen eine besondere Art des Holzkessels dar. Im Gegensatz zum Scheitholzkessel verfügen Holzvergaserkessel über zwei separate Brennkammern. Generell gelten Holzvergaser durch ihre Funktionsweise als besonders effizient und dennoch emissionsarm. In der oberen der beiden Brennkammern wird das Holz gestapelt. Durch die Zufuhr von heißer Primärluft über ein Gebläse kommt es zur Trocknung des Holzes und anschließend zur Umwandlung in sogenanntes Holzgas. Durch ein Gebläse werden diese der unteren Brennkammer zugeführt. Diese Sekundärluft dient dann der eigentlichen Holzverbrennung in der unteren Brennkammer. Ein Holzvergaserkessel kann auch als Zentralheizung installiert werden, um das ganze Haus zu heizen. 

Hackschnitzelheizung und Pelletheizung

Sowohl bei den sogenannten Hackschnitzelheizungen als auch bei den Pelletheizungen ist eine manuelle Bestückung nicht mehr nötig, was für einen hohen Komfort sorgt. Beide Heizungsarten verfügen nämlich über sogenannte Förderschnecken, welche die Brennstoffe automatisch in den Heizkessel bringen, wo die Holzverbrennung stattfindet. Pellet- und Hackschnitzelheizung können sowohl bei Neubauten eingesetzt, als auch nachträglich in Bestandsbauten nachgerüstet werden. 

Diese beiden Heizungsarten unterscheiden sich hauptsächlich durch die Aufbereitung Brennstoffe. Pellets sind genormte, gepresste Holzstäbchen, die sich aus Holz beziehungsweise Sägenebenprodukten gewinnen lassen. Als Hackschnitzel bezeichnet man getrocknete und gehäckselte Holzreste, die keine genormte Form haben. 

Holzofen: Kachel- und Kaminofen

Ein Kachel- beziehungsweise Kaminofen kann meist nicht als Zentralheizung dienen, sondern diese nur unterstützen, sofern dieser über eine sogenannte Wassertasche verfügt. In der Regel lassen sich mit Kachel- oder Kaminöfen jedoch nur einzelne Räume beheizen.

Bei einem solchen Ofen ist meist das Nachlegen von Holz per Hand nötig. Es stehen jedoch auch Pelletöfen zur Verfügung: Hier muss lediglich der Vorratsbehälter mit Holzpellets aufgefüllt werden, danach werden die Brennstoffe automatisch in die Brennkammer geleitet. 

Die Verbrennung des Holzes erzeugt Wärme. Diese wird als angenehme Strahlungswärme an den Raum abgegeben. Der Betrieb eines Holzofens dient meist nur der Ergänzung des bestehenden Heizsystems. 

Kombikessel

Sogenannte Holz-Kombikessel eignen sich besonders für alle, die sich nicht auf eine bestimmte Art von Holz festlegen wollen. Solche Kombikessel sind daher so konzipiert, dass sie sowohl manuell mit Scheitholz bestückt und befeuert werden können, als auch per automatisiertem Betrieb mit Holzpellets oder Hackschnitzeln. Ein Kombikessel kann ebenfalls sowohl in Neu- als auch in Bestandsbauten eingesetzt werden, ist als „Allrounder“ allerdings mit höheren Anschaffungskosten verbunden als andere Holzheizkessel, die lediglich mit einer bestimmte Art von Brennstoff-Holz betrieben werden können. 

Kosten für Holzheizungen

Die Kosten für die verschiedenen Holzheizungen können sehr unterschiedlich ausfallen. Generell ist bei diesen Heizungsarten mit höheren Kosten für die Anschaffung zu rechnen als bei geläufigen Heizsystemen, die mit Gas oder Öl betrieben werden. Das liegt zum einen daran, dass sie über ein komplexeres System sowie mehr Komponenten verfügen, zum anderen handelt es sich bei ihnen noch um ein Nischenprodukt unter den Heizungen, das in deutlich geringeren Stückzahlen produziert wird.

Der Vorteil beim Heizen mit Holz: Die Betriebskosten gelten allgemein als günstiger als bei fossilen Brennstoffen. 

Bei den verschiedenen Holzheizungen müssen Sie in der Regel etwa mit folgenden Anschaffungskosten rechnen: 

Heizungsart Kosten
Holzvergaserkessel ca. 6000 – 10.000 €
Pelletheizung ca. 18.000 – 25.000 €
Hackschnitzelheizung ca. 20.000 – 28.000 €
Holzofen ca. 500 – 3000 €

Bei den hier aufgeführten Kosten handelt es sich um Komplettpreise für die Anschaffung. Diese setzen sich in der Regel aus den Anschaffungskosten sowie den Kosten für den Einbau der Heizung, die Installation eines Brennstofflagers und der Anpassung des Schornsteins zusammen. Die Kosten dienen lediglich als Richtwert geläufiger Preise aus dem Jahr 2020.

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