Wärmepumpe vor einer Hauswand

Wärmepumpe im Altbau – lohnt sich das?

Bild von Christian Delbert – stock.adobe.com

Wärmepumpen sind eine hocheffiziente Möglichkeit, Häuser mit Warmwasser zu versorgen und im Winter zu beheizen. In Niedrigenergiehäusern kommen sie häufig zum Einsatz und sind, verbunden mit einer exzellenten Isolierung und großflächigen Heizsystemen, in der Lage, problemlos für wohlige Wärme zu sorgen. Aber auch viele Besitzer von Altbauten wollen die zahlreichen Vorteile der Wärmepumpentechnologie für Geldbeutel und Umweltschutz nutzen und die großzügigen staatlichen Fördermöglichkeiten nutzen. Häufig besteht jedoch Unklarheit, ob eine Wärmepumpe für den eigenen Altbau sinnvoll ist.

Wenn auch Sie sich für dieses Thema interessieren, finden Sie hier einen Leitfaden zum Einsatz von Wärmepumpen im Altbau. Sie erfahren mehr darüber, welche Voraussetzungen für den Einsatz von Wärmepumpen gegeben sein müssen und wie diese auch im Altbau hergestellt werden können. Zudem erfahren Sie mehr zu alternativen Heizungsarten mit Wärmepumpen und zu staatlichen Fördermöglichkeiten. Auf blauarbeit.de finden Sie zahlreiche Heizungsinstallateure, die sich auch mit dem Thema Wärmepumpen bestens auskennen und Sie gerne zu diesem Thema und zu möglichen Maßnahmen beraten.

Voraussetzungen für eine Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Kühlschrank: Über eine Kühlflüssigkeit, die gezielt verdampft und verflüssigt wird, wird die Wärme aus einem Medium entzogen und diese ins Haus transportiert, wo sie Wasser für die Warmwasserversorgung und den Heizkreislauf erhitzt. Mögliche Medien sind die Umgebungsluft, das Erdreich oder das Grundwasser. Damit Wärmepumpen mit hoher Effizienz arbeiten, muss der Temperaturunterschied zwischen dem Wärmemedium und dem zu erhitzenden Wasser möglichst gering sein. Eine Temperatur des Vorlaufs von 45 bis 50 Grad Celsius gilt hierbei als ideal. Dies ist deutlich weniger warm als die Vorlauftemperatur einer Öl- oder Gasheizung.

Damit diese geringe Vorlauftemperatur zum Heizen eines Hauses genügt, muss die Dämmung des Hauses in sehr guter Verfassung sein. Sowohl Dach und Wände als auch Schwachstellen wie Fenster, Türen und Rollladenkästen müssen gut gedämmt sein, um die Wärmeverluste zu minimieren. Zusätzlich müssen die Heizelemente eine ausreichend hohe Fläche aufweisen, um den Wärmeaustausch zu begünstigen. Während Neubauten mit Wärmepumpe die notwendige Wärmedämmung besitzen und häufig mit Boden- und Wandheizungen ausgestattet sind, könnte es bei Altbauten hier Probleme geben.

Sicherheit durch den Praxistest

Um herauszufinden, ob Ihr Haus für eine Wärmepumpe fit ist, sollten Sie an einem kühlen Wintertag die Vorlauftemperatur auf 50 Grad reduzieren und die Heizkörper voll aufdrehen. Warten Sie nun ab und prüfen Sie, ob Ihr Haus eine für Sie angenehme Temperatur erreicht. Ist dies nicht der Fall, haben entweder die Heizkörper nicht ausreichend Fläche oder zu viel kostbare Wärme geht durch schlechte Dämmung verloren. Hier können ein energetisches Gutachten mit Infrarotkamera und eine genaue Untersuchung der Heizkörper die notwendigen Antworten liefern. Gerne unterstützt Sie dabei auch einer der zahlreichen Heizungsexperten, die Sie hier finden.

Was tun, wenn der Altbau nicht geeignet ist?

Ist das Praxistestexperiment fehlgeschlagen, so gibt es zahlreiche Möglichkeiten, eine Wärmepumpe doch effizient zu realisieren. Im ersten Schritt kann die Dämmung des Hauses verbessert werden. Dieser sinnvolle Schritt denkt in jedem Fall die Heizkosten. Durch die Dämmung von Rollladenkästen, den Austausch schadhafter Fensterdämmungen und das Schließen eventuell vorhandener Wärmebrücken kann die Energiebilanz entscheidend verbessert werden. Ist der Altbau insgesamt nicht ausreichend gedämmt, gibt es Möglichkeiten, durch eine zusätzliche Innen- oder Außendämmung die Wärmeverluste zu begrenzen.

Zusätzlich dazu können bei ausreichender Dämmung die Heizkörper ausgetauscht werden. Großflächige Heizkörper sind etwas weniger platzsparend, ermöglichen jedoch auch mit einer geringen Vorlauftemperatur warme Wohnräume. Spezielle Heizkörper mit eingebautem Ventilator erhöhen die Luftzirkulation zusätzlich und verbessern so den Wirkungsgrad des Heizkörpers entscheidend. Alternativ können Sie auch großflächige Boden- und Wandheizungen einbauen lassen. Dies ist zwar kostspieliger, aber zusätzlich ist auch ein hydraulischer Ausgleich eine sinnvolle Maßnahme.

Hybride Lösungen

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, um den gewünschten Wirkungsgrad für eine Wärmepumpe zu erzielen, so macht das diese Technologie nicht nutzlos. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Wärmepumpe mit einer anderen Heizungsart wie einer Öl- oder Gasheizung oder einer Pelletheizung zu kombinieren. Während der wärmeren Monate übernimmt die Wärmepumpe in diesem Fall die Warmwasserbereitung und die Heizleistung in den Übergangsmonaten am Anfang und Ende der Heizperiode. Genügt die Leistung der Wärmepumpe nicht mehr, liefert die Verbrennungsheizung die notwendige Energie, um Ihre Wohnung angenehm warm zu machen. Hybride Heizungen sind teurer als andere Heizungsmodelle, gleichen dies jedoch mit dem Einsparpotenzial der Wärmepumpe aus.

Welche Wärmepumpe ist für den Altbau geeignet?

Bei dem Einbau einer Wärmepumpe haben Sie die Wahl zwischen Luft-Luft-Wärmepumpen, Luft-Wasser-Wärmepumpen, Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Dabei kennzeichnet das erste Wort der Bezeichnung das Medium, dem die Wärme entzogen wird, während das zweite Wort das erwärmte Medium beschreibt. So entzieht eine Luft-Luft-Wärmepumpe der Umgebungsluft Wärme und heizt damit im Hausinneren Luft auf, die das Haus erwärmt. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe entzieht dem Erdreich über Erdkollektoren Wärme, während eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe über eine Sonde die Wärme des Grundwassers anzapft.

Wenn es um den Einbau von Wärmepumpen im Altbau geht, so sind vor allem Erd-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen vorteilhaft, denn diese bewahren auch an kalten Wintertagen einen hohen Wirkungsgrad. Wärmepumpen dieser Art benötigen jedoch eine passende Umgebung. Für Erd-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit flächigen Kollektoren muss im Garten ausreichend Platz vorhanden sein, der nicht mit tief wurzelnden Pflanzen bepflanzt sein darf. Alternativ kann für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe eine Sonde ins Erdreich getrieben werden. Dies ist mit besonders hohen Investitionskosten verbunden, was jedoch durch einen bereits bestehenden Brunnen gemildert werden kann. Eine Wärmepumpe, die der Luft die Wärme entzieht, benötigt ebenfalls etwas Platz, denn sie darf wegen eventueller Lärmbelästigung (Arbeitslautstärke 30 bis 50 Dezibel) höchstens 3 Meter entfernt vom Nachbargrundstück aufgestellt werden. Auch der Verlauf bestehender Leitungen und die Zusammensetzung des Bodens können diese Fragestellung beeinflussen, weshalb Sie sich hier auf die individuelle Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur verlassen sollten.

Fördermittel für Wärmepumpen im Altbau

Wenn Sie sich für den Einbau einer Wärmepumpe in Ihrem Altbau entscheiden, so unterstützt Sie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit zahlreichen Fördermöglichkeiten. Dabei werden sowohl die Anschaffungskosten der Wärmepumpe als auch die Installation und das Erschließen der Wärmequelle als förderfähige Kosten betrachtet. Die Förderhöhe beträgt 35 % der förderfähigen Kosten. Dieser Anteil steigt auf 45 %, wenn Sie eine alte Ölheizung ersetzen. Auch eventuell notwendige energetische Sanierungsmaßnahmen, die Sie im Zuge der Vorbereitung für die Wärmepumpe durchführen lassen, werden aus diesem Fördertopf unterstützt. Daneben bietet Ihnen die KfW eine Vielzahl attraktiver Kredite mit niedrigen Zinsen, um auch bei einem geringen Budget diese Sanierungsmaßnahmen zu realisieren und die Geldersparnis frühzeitig zu erhalten.

Damit Sie diese Fördergelder erhalten können, müssen sie vor dem Beginn der Arbeiten beantragt werden. Zusätzlich muss ein Unternehmen mit diesen Arbeiten beauftragt werden, welches die Arbeiten nicht nur fachgerecht durchführt, sondern auch bei der Antragsstellung die Förderfähigkeit bescheinigt. Auf blauarbeit.de finden Sie zahlreiche Heizungsinstallateure, die Sie gerne bei der Beantragung der Fördergelder und Kredite unterstützen.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Scroll to Top