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Balkon anbauen – Kosten, Statik und Baugenehmigung

Letzte Aktualisierung am 25. Oktober 2021 von Max Lehmann

Einen Balkon sollte man im Idealfall schon beim Neubau einplanen, damit keine zusätzlichen Kosten entstehen und man die Statik nicht neu berechnen muss. Man kann ihn aber auch nachträglich anbauen lassen, zum Beispiel im Zuge einer Altbausanierung. Dafür gibt es einige Möglichkeiten mit unterschiedlichen Schwierigkeiten und Kosten.

Balkonvarianten und ihre Kosten

Vorstellbalkon (selbsttragend)

Ein Vorstellbalkon steht auf seinem eigenen Streifen- oder Punktfundamenten und vier Stützen. Er ist komplett selbsttragend, belastet das Haus nicht und ist nur gegen Umkippen am Haus befestigt. Aus diesem Grund sind sie die günstigste Balkonvariante und der Anbau ist weniger kompliziert und teuer. Der Bausatz für den Balkon kostet bis zu 4000 Euro und die Montage bis zu 3500.

Anbaubalkon mit Anker

Anbaubalkone stehen nur auf zwei Stützen mit jeweils eigenem Punktfundament und werden über einen Anker mit dem Haus verbunden. In der Regel wird dafür ein Rohranker verwendet, der mit einer Kernbohrung in das tragende Mauerwerk eingebaut wird. Die Einbindung eines Statikers ist empfehlenswert.

Ein Anbaubalkon kostet ungefähr 3500 bis 4500 Euro. Die Montage ist nicht viel komplizierter als bei einem Vorstellbalkon und kostet auch maximal 3500 Euro.

Kragarm-Balkon (freitragend)

Kragarm-Balkons werden nur vom Haus getragen und sind deswegen besonders teuer. Bei der Planung muss ein Bauingenieur / Statiker unbedingt die Tragfähigkeit des Gebäudes überprüfen. Oft ist ein nachträglicher Anbau nicht möglich und man muss eine der anderen beiden Balkonarten wählen. Man kann ihn jedoch unabhängig vom Boden anbauen. Steht das Haus in starker Hanglage kann er die einzige Möglichkeit für einen Balkonanbau sein.

Für den Kragarmbalkon allein muss man mit Kosten ab 5000 Euro rechnen. Auch die komplizierte Montage verursacht hohe Kosten von 5000 bis 10.000 Euro.

Faktoren für die Balkon-Kosten

Die Kosten für einen Balkonanbau können stark variieren und hängen von vielen Faktoren ab. Aus diesem Grund lohnt es sich bei einem so großen Projekt sehr, den Auftrag auf Blauarbeit auszuschreiben und Angebote von verschiedenen Baufirmen einzuholen. Dabei sollten Sie folgende Angaben machen, um eine genaue Einschätzung zu erhalten:

  • Wie viele Stockwerke sollen einen Balkon erhalten?
  • Wie groß sollen die Balkone sein?
  • Fotos vom Gebäude
  • Optional:
    • Welche Balkonvariante ist gewünscht?
    • Aus welchem Material sollen die Geländer bestehen?

Wenn Sie nicht genau wissen, welche Balkonvariante oder Geländer am besten zu Ihrem Gebäude passen, ist das kein Problem. Geben Sie beim Auftrag einfach mit an, dass Sie sich noch nicht sicher sind und eine Beratung wünschen.

Baugenehmigung und statische Anforderungen

Das wichtigste für den Balkonanbau ist die Baugenehmigung. Diese ist zwar nicht immer zwingend nötig, aber das sollte man besser vorher beim zuständigen Bauaufsichtsamt prüfen. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Architekten, denn der kennt sich mit den lokalen Ämtern auf jeden Fall aus.

Eine Berechnung der Statik ist bei einem freitragenden Kragarm-Balkon immer nötig, denn der Balkon wird komplett vom Haus getragen. Auch bei einem Anbau-Balkon kann das nötig sein, zwar gestützt, aber immerhin noch am Haus verankert wird. Lediglich beim Vorstellbalkon wird nie ein Statiker benötigt, da er komplett auf einem eigenen Fundament steht.

Sollten Sie sich als Mieter einen Balkonanbau wünschen, brauchen Sie die Erlaubnis der Hauseigentümers. Auch bei einer Eigentumswohnung sollten Sie die rechtlichen Voraussetzungen prüfen, die nicht immer eindeutig sind. Wahrscheinlich brauchen Sie die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.

Checkliste für die Planung:

  • Wie groß soll der Balkon sein?
  • Welche Anbauart ist gewünscht?
  • Rechtliche Bedingungen prüfen
  • Gemeinsam mit Architekten planen
  • Finanzierungsmöglichkeiten bei der Bank prüfen
  • Auftrag ausschreiben und Betrieb auswählen
  • Förderung oder Kredit beantragen
  • Auftrag erteilen und Termin vereinbaren
  • Hindernisse innen und außen von der Wand entfernen

Häufig gestellte Fragen zum Balkonbau

Wie viel kg muss ein Balkon aushalten?

Ein Standardbalkon, der bei einem Neubau errichtet wurde, hält bis zu 300 kg pro Quadratmeter aus. Das klingt zwar viel, wird aber schnell erreicht: Staut sich Wasser auf dem Balkon, wiegt es schon bei 10 Zentimetern Höhe 100 Kilogramm pro Quadratmeter. Aus diesem Grund sind die Böden von Balkonen immer leicht abfällig und es gibt Entwässerungsrinnen.

Diese Werte gelten aber nicht für jeden Balkon. Gerade bei Anbaubalkonen sollte man also nicht einfach ein Schwimmbecken oder schwere Pflanzentöpfe aufstellen. Stattdessen sollte man sich beim Vermieter oder der Baufirma informieren, wie viel genau der eigene Balkon aushält.

Was kostet ein Statiker für einen Balkon?

Die Berechnung der Statik bei einem Balkonanbau kostet ungefähr 500 Euro.

Was kostet 1 m Balkongeländer?

Die Kosten für pro Meter Balkongeländer sind sehr unterschiedlich, da man es aus den verschiedensten Materialien bauen kann. Geländer aus Kunststoff sind schon ab 20 Euro pro Meter erhältlich, während Edelstahlgeländer erst ab 250 Euro anfangen und auch bis zu 500 Euro pro Meter kosten können. Auch echtes Glas kann zwischen 80 und 300 Euro kosten, je nachdem wie viele andere Materialien man verwendet.

Bild: Hermann / stock.adobe.com

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1 Kommentar zu „Balkon anbauen – Kosten, Statik und Baugenehmigung“

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