Verpasse nicht diese Infos!

Hier kannst du dich für unseren wöchentlichen Newsletter anmelden:

Raumcontainer: Das gilt es zu beachten bei Miete und Kauf

Foto von FooTToo – iStock

Sei es als Baustellenbüro, als Unterkunft für Montagehelfer oder als Expansionsfläche für schnell wachsende Betriebe – Bürocontainer lassen sich vielseitig einsetzen. Doch benötige ich eine Baugenehmigung für das Aufstellen eines Containerbaus? Wie erfolgt der Strom- und Wasseranschluss? Und was lohnt sich mehr: Miete oder Kauf? Was Firmen beim Aufstellen von Containergebäuden beachten sollten.

Raumcontainer bieten eine flexible Lösung, vor allem auch für kleine und mittelständische Unternehmen. Längst kommen sie dabei nicht mehr nur als temporäre Baustellenunterkunft zum Einsatz, sondern auch als dauerhafte Fläche, wie beispielsweise als Anbau an ein Bürogebäude. Durch Fassadenverkleidungen wie Holz oder Putzsystemen lassen sich moderne Raumcontainer kaum noch von einem herkömmlichen Bungalow unterscheiden.

Maße für Raumcontainer

Doch egal, ob temporäre Stahlcontainer oder repräsentatives Büromodul – um den Transport und Kombinierbarkeit von Raummodulen zu erleichtern, orientieren sich Anbieter an den internationalen Standardmaßen für Frachtcontainer. Maßgeblich ist die internationale Norm ISO 668. Da diese vor allem durch die USA geprägt wurde, werden auch hierzulande Containermaße in Fuß (Feet) angegeben:

Container-TypLänge (m)Breite (m)Höhe (m)Fläche (ca. m²)Volumen (ca. m³)
10 Fuß2,992,442,597,3 m²18,9 m³
20 Fuß (Standard)6,062,442,5914,8 m²38,3 m³
20 Fuß High Cube6,062,442,8914,8 m²42,8 m³
40 Fuß (Standard)12,192,442,5929,7 m²77,1 m³
40 Fuß High Cube12,192,442,8929,7 m²85,9 m³

Erfordert das Aufstellen von Raumcontainern eine Baugenehmigung?

Da Baurecht Ländersache ist, können die Vorschriften für das Aufstellen von Raumcontainern je nach Bundesland abweichen. Grundsätzlich gilt jedoch: Auch Raumcontainer erfordern eine Baugenehmigung. Das Baurecht macht hier keinen Unterschied zwischen konventionellen Gebäuden und solchen in Containerbauweise. 

Es gibt jedoch auch Umstände, unter denen das Aufstellen von Raummodulen in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei ist:

  • Fliegender Bau: In diese Kategorie fallen Bauten, die nur temporär aufgestellt und nicht dauerhaft mit dem Boden verbunden sind. Klassisches Beispiel ist ein Baustellencontainer oder ein Sanitärcontainer für ein Event. In den meisten Bundesländern gelten Bauten als „fliegend“ bei einer Aufstelldauer von weniger als 3 Monaten. 
  • Nutzung als Lager: In den meisten Bundesländern ebenfalls genehmigungsfrei sind Raumcontainer, die nicht für den Aufenthalt von Personen vorgesehen sind. Dazu zählen beispielsweise Material- und Lagercontainer.
  • Untergeordnete Nebenanlage: Je nach Landesbauordnung ebenfalls genehmigungsfrei sind mobile Raumlösungen, die ein Hauptgebäude ergänzen, ohne eigenständig zu sein. Das wäre dann zum Beispiel ein mobiler Werkstattcontainer auf einem landwirtschaftlichen Hof.  

Mieten oder kaufen?

Die meisten Anbieter für Raumcontainer bieten ihre Modelle sowohl zum Kauf als auch zur Miete. Was aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoller ist, bestimmt vor allem die Nutzungsdauer. Für eine kurzfristige Nutzung auf einer Baustelle, auf Messen und Events macht eine Miete üblicherweise am meisten Sinn. 

Als Faustformel gilt, dass ab einer Mietdauer von 1 bis 2 Jahren ein Kauf die wirtschaftlichere Option ist. Die Preise für den Kauf eines Bürocontainers liegen bei 4.000 bis 7.000 Euro, je nachdem, ob es sich um ein neues oder gebrauchtes Modell handelt. Der marktübliche Mietpreis liegt bei 150 bis 300 Euro. Ab einem Zeitraum von 1 bis 2 Jahren würden die Monatsmieten den Kaufpreis übersteigen, sodass sich ein Kauf ab dieser Nutzungsdauer lohnen kann.

Eine dritte Option, die jedoch nicht alle Containerhändler anbieten, ist der Mietkauf. Der Mieter verpflichtet sich oder erhält die Option, den Container nach Ablauf der Mietzeit zu kaufen. Ein Teil der monatlichen Mietkosten wird dabei auf den Kaufpreis angerechnet. Ein Mietkauf lohnt sich für Unternehmen, die eine hohe Anfangsinvestition sparen und später dennoch Eigentümer des Raumcontainers sein wollen. 

Anschluss an das Versorgungsnetz 

Grundsätzlich lassen sich Containergebäude wie andere Gebäude auch an das öffentliche Versorgungsnetz anschließen. Meist bieten entsprechende Anbieter die Installation gleich mit an. Anschlüsse wie Strom, Wasser und Abwasser dürfen ausschließlich durch qualifizierte Fachbetriebe vorgenommen werden. 

Nicht selten kommt es vor, dass Container an Orten gebraucht werden, die nicht erschlossen sind. In solchen Fällen lassen sich Containerunterkünfte auch weitestgehend autark versorgen. Die Wasserversorgung erfolgt mittels Wassertank. Abwasser wird in einem Sammelbehälter gesammelt, der regelmäßig entleert wird. Als Stromquelle dient ein mit Diesel oder Benzin betriebenes Aggregat oder eine Photovoltaikanlage. Beheizen lässt sich der Raumcontainer mittels Infrarotheizung oder Gasheizung mit mobilem Flüssiggastank.

Nach oben scrollen