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Holzterrasse neben einer gepflasterten Steinfläche

Holzterrasse oder Stein: was besser passt

Lesedauer 3 Minuten

Image by Marianne from Pexels

Holz oder Stein: Die Entscheidung fällt seltener über den Kaufpreis als über die Pflege. Eine Holzterrasse kostet fertig verlegt 120 bis 340 € pro m² und will alle zwei Jahre geölt werden. Eine Steinterrasse liegt bei 124 bis 278 € pro m² und braucht danach kaum mehr als Kehren. Wer barfuß darauf steht, entscheidet sich meist trotzdem für Holz. Diese Gegenüberstellung zeigt, welches Material zu welcher Lage und welchem Anspruch passt.


Holzterrassen: warm und barfußfreundlich

Eine Holzterrasse fügt sich harmonisch in einen grünen Garten ein und bleibt auch bei Sonne angenehm begehbar, weil Holz die Wärme schlechter speichert als Stein. Beliebt sind die Harthölzer Bangkirai, Douglasie und Thermoesche. WPC aus Holzfasern und Kunststoff ist die pflegeleichte Alternative in Holzoptik.

Die folgenden Werte sind Materialpreise je m² im Handel, ohne Unterkonstruktion und ohne Montage:

MaterialPreis je m²Eigenschaften
Douglasie20 bis 35 €heimisches Nadelholz, günstig, pflegebedürftig
Bangkirai45 bis 80 €Tropenholz, sehr langlebig, witterungsbeständig
WPC45 bis 95 €splitterfrei, rutschfest, große Qualitätsunterschiede
Thermoesche60 bis 90 €splitterfrei, barfußfreundlich, sehr formstabil

Dazu kommen 20 bis 40 € je m² für die Unterkonstruktion und 40 bis 80 € je m² für die Montage, je nach Aufwand und Bodenbeschaffenheit. Die vollständige Aufschlüsselung steht in den Kosten einer Holzterrasse.


Steinterrassen: robust und pflegeleicht

Wer eine dauerhaft pflegeleichte Fläche will, ist mit Stein gut beraten. Ob Naturstein wie Granit oder Sandstein, Betonplatten oder Klinker: Die Auswahl ist groß und lässt sich an fast jeden Stil anpassen. Steinbeläge sind wetterbeständig, langlebig und unempfindlich gegen UV-Strahlung.

MaterialPreis je m²Eigenschaften
Betonplatten20 bis 40 €günstig, rutschfest, viele Farben und Formate
Klinker30 bis 50 €robuste Optik, sehr langlebig, farbbeständig
Keramikplatten50 bis 80 €moderne Optik, pflegeleicht, sehr witterungsbeständig
Sandstein50 bis 90 €mediterraner Look, weicher, warm in der Haptik
Granit60 bis 100 €extrem hart und langlebig, meist grau oder anthrazit

Beim Stein kommen 30 bis 50 € je m² für den Unterbau aus Schotter, Splitt und Tragschicht sowie 50 bis 90 € je m² für die Verlegung dazu. Der Erdbau ist hier der größere Posten, weil eine Steinfläche einen frostsicheren Aufbau braucht. Details stehen bei den Kosten einer Natursteinterrasse und den Preisen fürs Verlegen von Terrassenplatten.


Der direkte Vergleich

KriteriumHolzStein
Komplettpreis je m²120 bis 340 €124 bis 278 €
Pflegealle 2 Jahre ölen, bei Bedarf entgrauenkehren, gelegentlich reinigen
Barfußkomforthoch, bleibt auch in der Sonne begehbardunkler Stein heizt sich stark auf
Haltbarkeit15 bis 25 Jahre je nach Holzart30 Jahre und mehr
UnterbauPunktfundamente genügen oftfrostsicherer Aufbau nötig
Reparatureinzelne Diele tauschbareinzelne Platte tauschbar
Rutschgefahrbei Nässe und Algen erhöhtgering, bei polierter Oberfläche höher

Über 20 Jahre gerechnet verschiebt sich das Bild: Zu den Anschaffungskosten der Holzterrasse kommen zehn Ölanstriche, für die Sie entweder Material und Wochenenden oder einen Betrieb einplanen. Die Steinterrasse verursacht in derselben Zeit kaum laufende Kosten, verlangt aber den teureren Unterbau am Anfang. Wer beides gegeneinanderstellen will, findet die Rechnung im Vergleich aller Terrassenbeläge.

Welches Material passt zu welcher Lage?

  • Südterrasse. Holz oder heller Stein. Dunkler Granit erreicht in der Mittagssonne Temperaturen, bei denen Barfußlaufen unangenehm wird.
  • Nordterrasse. Stein. Holz bleibt im Schatten länger feucht, vergrünt schneller und wird dadurch rutschig.
  • Unter Bäumen. Stein. Herabfallendes Laub und Harz hinterlassen auf Holz dauerhafte Flecken.
  • Am Pool. Holz oder splitterfreies WPC, weil beide bei Nässe griffiger bleiben und nicht so heiß werden.
  • Mit Kindern. Thermoesche oder WPC. Beide sind splitterfrei, was bei Douglasie und Bangkirai nach einigen Jahren nicht mehr sicher ist.

Häufige Fragen zu Holz und Stein

Was ist günstiger, Holz oder Stein?

In der Anschaffung liegen beide dicht beieinander. Am günstigsten ist eine Douglasienterrasse, am teuersten Tropenholz. Über 20 Jahre gerechnet wird Holz teurer, weil die Pflege dazukommt.

Wie oft muss eine Holzterrasse geölt werden?

Alle ein bis zwei Jahre, bei stark bewitterten Flächen jährlich. Ohne Öl vergraut das Holz, was die Haltbarkeit nicht mindert, aber die Optik verändert. Wie das geht, steht im Beitrag zum Ölen einer Holzterrasse.

Lässt sich Holz auf einer bestehenden Steinterrasse verlegen?

Ja, wenn die Fläche tragfähig ist und Gefälle hat. Die Unterkonstruktion wird dann auf Stelzlagern oder Gummipads auf den Belag gesetzt. Wichtig ist, dass Wasser unter dem Holz ablaufen kann, sonst steht die Konstruktion dauerhaft nass.

Welcher Belag ist am rutschfestesten?

Betonplatten mit rauer Oberfläche und geriffeltes WPC. Kritisch wird es bei polierten Natursteinplatten und bei Holz, auf dem sich ein Algenfilm gebildet hat. Der lässt sich abbürsten, kommt an schattigen Stellen aber wieder.

Den passenden Handwerker finden

Bevor Sie Angebote einholen, sollten drei Dinge feststehen: das Material, die Fläche in m² und der Pflegeaufwand, den Sie dauerhaft leisten wollen. Mit diesen Angaben lassen sich Angebote überhaupt erst vergleichen.

Auf blauarbeit.de finden Sie qualifizierte Handwerker für Holz- und Steinterrassen, können Bewertungen einsehen und Angebote direkt vergleichen. Der Auftrag ist kostenlos und unverbindlich.

Jürgen Mende, Redakteur für Altbausanierung und Modernisierung

Verfasst von

Jürgen Mende Redakteur für Altbausanierung und Modernisierung

Wer ein älteres Haus saniert, plant am besten in der richtigen Reihenfolge - genau darauf hat sich Jürgen Mende spezialisiert. Seit 2018 schreibt er für den Blauarbeit-Ratgeber über Altbausanierung und Modernisierung, von der Küchen- und Badsanierung bis zum kompletten Sanierungsfahrplan. Seine Leitlinie folgt der klassischen Sanierungsregel: erst die Substanz, dann die Oberfläche.

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