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Bevor man Laminat oder Fliesen verlegen kann, braucht man ihn: den Estrich. Der fugenlose Unterboden gleicht Unebenheiten aus und bietet somit die besten Voraussetzungen für den darüber liegenden Boden. Manche Estricharten und Verlegeweisen kann man auch als eigenständigen Bodenbelag benutzen. Doch welche Estricharten gibt es? Welche Estrichart passt zu welchem Teil des Hauses und wie viel kostet es, Estrich zu verlegen?
Die Gesamtkosten für die Estrichverlegung setzen sich zusammen aus den Kosten für den Estrich und den Kosten für den Handwerker. Verschiedene Estricharten unterscheiden sich nicht nur bei den Materialkosten, sondern sind auch unterschiedlich schwierig zu verlegen. Auch die Aufbauhöhe ist bei der Kostenkalkulation wichtig.
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Kostenfaktoren
- Fläche
- Aufbauhöhe
- Estrichart
- Dämmstärke unter dem Estrich
- Zustand des Untergrunds
- Regionaler Stundensatz der Estrichleger
Es gibt sehr viele Faktoren, die Einfluss auf die Kosten haben. Aus diesem Grund lohnt es sich, verschiedene Angebote von Estrichlegern aus deiner Nähe einzuholen und zu vergleichen.
Unser Spartipp: Manche Unternehmen geben Rabatte für große Aufträge, denn sie haben nicht nur eine Art von Handwerkern im Betrieb. Estrichleger, Bodenleger oder SHK-Experten arbeiten dann gemeinsam an einem Projekt. Besonders beim Verlegen einer Fußbodenheizung kann das sinnvoll sein. Der Betrieb kümmert sich dann um Dämmung, Estrich, Fußbodenheizung und Bodenbelag und du sparst Kosten und Zeit.
Estricharten im Vergleich
Beim Estrich gibt es viele Arten und Möglichkeiten. Zuerst einmal kann man zwischen Fließestrich und Trockenestrich unterscheiden. Beide Estricharten haben wieder eigene Varianten mit unterschiedlichen Kosten für Material und Einbau.
Beim Trockenestrich handelt es sich nach DIN 18560-1 um Estriche aus vorgefertigten Platten, die trocken und meist schwimmend eingebaut werden. Trockenestrich ist damit eine der besten Estricharten für Heimwerker, denn er muss nicht auf der Baustelle angemischt und aufgetragen werden. Verglichen mit dem Fließestrich hat er aber auch Nachteile: Weil er schon vorher angefertigt wird, ist er teurer. Außerdem gibt es auch beim Trockenestrich viele Varianten und die Entscheidung für die passende ist als Laie nicht unbedingt leicht.
Fließestriche werden auf der Baustelle angemischt und sind flüssig genug, dass sie zum Großteil von alleine einfließen. Je nach Art des Estrichs und dem Wasseranteil muss hier aber auch vom Estrichleger noch geglättet werden. Leider sind viele Zusatzstoffe im Fließestrich gesundheitsgefährdend, vor allem bei Kontakt mit Haut oder Augen. Er sollte also nur von professionellen Handwerkern mit der richtigen Arbeitskleidung verlegt werden. Sorgen machen muss man sich aber nicht – Nach dem Trocknen und Verlegen des Bodenbelags ist der Estrich ungefährlich.
Zementestrich
Zementestrich ist relativ einfach herzustellen und eignet sich gut als Heizestrich für eine Fußbodenheizung. Er besteht aus Kies in verschiedenen Körnungen, Wasser und Zement. Zusätzlich kann er aber auch Fließ- und Erstarrungsmittel oder Kunstharz enthalten. Diese Zusätze erleichtern die Verarbeitung. Zementestrich kann entweder als trockene Fertigmischung gekauft oder sogar selbst zubereitet werden. Dabei sollte man möglichst wenig Wasser verwenden, aber trotzdem muss man den Zementestrich noch glätten können. Welche Nachteile hat Zementestrich? Er hat mit 20 bis 30 Tagen eine ziemlich hohe Trocknungszeit. Außerdem müssen bei Flächen über 40 m² Fugen eingebaut werden. Seine Resistenz gegen Feuchtigkeit sorgt leider auch dafür, dass er anfälliger für Risse ist.
Die Aufbauhöhe liegt in der Regel bei 4 bis 6 cm. Man zahlt also ungefähr 12 bis 18 € pro m² für Zementestrich inklusive Verlegung.
Anhydritestrich / Calciumsulfatestrich
Auch Calciumsulfatestrich ist sehr beliebt und ist wesentlich leichter zu verarbeiten als Zementestrich. Er besteht zum größten Teil aus Calciumsulfat, also gebranntem Gips, und Wasser. Im Gegensatz zum Zementestrich ist die Trocknungszeit geringer und liegt bei ungefähr einer Woche. Auch Calciumsulfatestrich wird gerne als Heizestrich verwendet. Calciumsulfatestrich nimmt aber sehr gut Feuchtigkeit auf und ist daher für feuchte Räume oder den Außenbereich überhaupt nicht geeignet.
Für den Anhydritestrich braucht man eine Aufbauhöhe von ungefähr 4 cm. Bei dieser Höhe zahlt man im Schnitt 18 € pro m².
Gussasphaltestrich
Gussasphaltestrich besteht aus einer Mischung aus Bitumen und Gesteinskörnungen. Die Körnungsgröße ist abhängig von der erwarteten Belastung. Zum Verlegen muss das Gemisch auf 220 bis 250°C erhitzt werden. Das macht den Umgang deutlich schwerer für Heimwerker und sollte daher den fachkundigen Estrichlegern überlassen werden. Im Vergleich zu den anderen Estricharten sind die Kosten beim Gussasphalt höher. Aus diesem Grund wird er nur eingesetzt, wenn besondere Anforderungen an den Estrich bestehen.
Die Aufbauhöhe liegt bei 2 bis 3 Zentimetern. Ein m² kostet also ungefähr 20 bis 30 €.
Kunstharzestrich (Epoxidharzestrich)
Kunstharzestrich besteht aus Kunstharz und Füllstoffen. Er wird vor allem in Industrie- und Gewerberäumen eingesetzt, die hohe Anforderungen an die Belastbarkeit, Hygiene und Chemikalienbeständigkeit des Bodens stellen. Die Kosten liegen bei ungefähr 150 bis 300 € pro m². Eine günstigere Alternative ist die Kunstharzbeschichtung eines vorhandenen Estrichs, die nur wenige Millimeter dick ist.
Vorteile
- Trocknet schnell
- Wasserbeständig
- Hohe Belastbarkeit
- Chemikalienunempfindlich
Nachteile
- Hochpreisig
- Verarbeitung ist für Laien gefährlich
- Minderwertige Produkte können gesundheitsschädlich sein
Magnesiaestrich
Magnesiaestrich besteht aus Magnesiumoxid (MgO), Magnesiumchlorid (MgCl) und organischen Zusatzstoffen, wie Sägemehl oder Textilfasern. Im Gegensatz zum Kunstharzestrich eignet er sich nicht für Feuchträume wie Badezimmer oder Küche. Er braucht ungefähr einen Monat zum Trocknen. Der Einbau inklusive Material kostet ungefähr 80 bis 120 € pro m².
Sichtestrich als Bodenbelag
Sichtestrich dient direkt als Bodenbelag. Weitere Arbeiten wie Laminat verlegen oder Fliesen verlegen sind nicht nötig. Die Verlegung kostet ungefähr 90 bis 140 € pro m². Die Eigenschaften und Kosten von Sichtestrichen hängen von der gewählten Estrichart, der Politurqualität und der Oberflächenversiegelung ab. Sichtestrich wird in der Regel als Fließestrich hergestellt. Beliebt sind Magnesia-, Kunstharz- oder Gussasphaltestriche. Seine Vorteile sind eine moderne Optik, eine gute Wärmeleitfähigkeit und eine hohe Robustheit. Er hat aber auch einige Nachteile, wie zum Beispiel eine hohe Anfälligkeit für Flecken, eine lange Trocknungszeit und einen hohen Preis. Hier erfährst du mehr über Sichtestrich:
Verlegearten
Schwimmender Estrich bedeutet, dass der Estrich nicht direkt auf den unterliegenden Beton verlegt wird. Stattdessen liegen unter dem Estrich noch eine Dampfsperre und eine Dämmschicht, zum Beispiel aus Hartschaum. Diese dämmt nicht nur Wärme, sondern schützt Nachbarn in Mehrfamilienhäusern auch vor lautem Trittschall. Über diese Schichten kommt Fließestrich oder Trockenestrichplatten.
Verbundestrich ist bei der Namensgebung etwas offensichtlicher. Hier wird der Estrich direkt mit dem Untergrund verbunden. Er wird gerne dort verwendet, wo Dämmung keine große Rolle spielt. Zum Beispiel in Kellern oder Garagen. In den meisten Fällen handelt es sich um Fließestriche.
Stundenlohn für einen Estrichleger
Bei der Estrichverlegung gibt es sehr viele Faktoren, die die Kosten beeinflussen können. Der Stundenlohn eines Estrichlegers kann also abhängig vom Projekt und der Region stark schwanken, deswegen kann man hier kaum einen festen Betrag angeben. Er hängt nicht nur vom verwendeten Estrich ab, sondern auch von der Aufbauhöhe und den zusätzlichen Arbeiten.
Woraus setzen sich die Kosten zusammen?
- Materialkosten
- Aufbauhöhe
- Fläche des Estrichs
- Art des Estricheinbaus (Flüssig oder Trocken)
- Weitere zu erledigende Arbeiten
- Bodenbelag
- Dämmung
- Fußbodenheizung
Häufig gestellte Fragen
Was kostet welcher Estrich je m²?
Die folgenden Werte gelten für den kompletten Aufbau mit Dämmung, Randstreifen und Einbau. Zu jeder Art liegt eine ausführliche Rechnung vor.
| Estrichart | Komplett je m² | Belegereif nach | Details |
|---|---|---|---|
| Zementestrich | 25 bis 50 € | 8 bis 10 Wochen | Zementestrich Kosten |
| Calciumsulfatestrich | 28 bis 55 € | 3 bis 5 Wochen | Anhydritestrich |
| Trockenestrich | 30 bis 60 € | sofort | Trockenestrich |
| Gussasphaltestrich | 40 bis 70 € | 1 bis 2 Tage | siehe Estricharten |
| Sichtestrich | 90 bis 300 € | je nach Aufbau | Sichtestrich |
Was kosten Nebenarbeiten am Boden?
Selten bleibt es beim reinen Estricheinbau. Diese Positionen kommen regelmäßig dazu und werden im ersten Angebot oft nicht mitgedacht.
| Leistung | Kosten | Details |
|---|---|---|
| Alten Estrich entfernen | 25 bis 60 € je m² | Estrich entfernen Kosten |
| Boden ausgleichen | 8 bis 25 € je m² | Bodenausgleich Kosten |
| Estrich schleifen | 12 bis 40 € je m² | Estrich schleifen Kosten |
| Risse verharzen | 25 bis 60 € je lfm | Estrich reparieren |
| Versiegeln | 8 bis 45 € je m² | Estrich versiegeln |
| Fußbodenheizung einbauen | 24 bis 60 € je m² | Estrich für Fußbodenheizung |
Wie viel kostet ein ganzes Geschoss?
Bei 100 m² Wohnfläche ergeben sich je nach Ausführung sehr unterschiedliche Summen.
- Neubau, Zementestrich ohne Heizung: 2.500 bis 5.000 €
- Neubau, Fließestrich mit Fußbodenheizung: 5.700 bis 13.000 €
- Sanierung mit Rückbau und neuem Zementestrich: 5.000 bis 11.000 €
- Sanierung mit Trockenestrich ohne Rückbau: 3.000 bis 6.000 €
Der größte Hebel ist die Frage, ob der alte Aufbau raus muss. Ist der vorhandene Estrich tragfähig und rissfrei, sparen Sie 2.000 bis 6.000 €. Wie Sie das prüfen, steht in Estrich entfernen Kosten.
Häufige Fragen zu den Estrichkosten
Was kostet Estrich pro m² eingebaut?
25 bis 60 € je m² für den kompletten Aufbau mit Dämmung. Das reine Estrichmaterial macht davon nur 8 bis 20 € aus.
Warum ist eine kleine Fläche so teuer?
Anfahrt, Silo und Baustelleneinrichtung fallen unabhängig von der Größe an. Unter 20 m² rechnen viele Betriebe deshalb eine Mindestpauschale von 800 bis 1.500 €.
Kann ich Estrich selbst einbauen?
Bei kleinen Flächen bis etwa 15 m² mit Sackware ja. Darüber braucht es Maschine, Übung und mindestens zwei Personen, weil das Material zügig verarbeitet werden muss.
Welcher Estrich ist am günstigsten?
Zementestrich, wenn Zeit keine Rolle spielt. Bei kleinen Flächen kann Trockenestrich günstiger sein, weil keine Maschine anrücken muss und sofort weitergearbeitet werden kann.
Was gehört in ein Angebot?
Estrichart mit Festigkeitsklasse, Dicke in Millimetern, Dämmaufbau je Lage, Fugenplan und bei Calciumsulfatestrich das Anschleifen. Fehlt der letzte Punkt, kommt er später als Nachtrag.





