Eine Dusche dichten Sie auf zwei Ebenen ab: mit Silikonfugen an allen Übergängen und mit einer Verbundabdichtung unter den Fliesen. Die Silikonfugen können Sie selbst erneuern, das Material kostet unter 20 €; der Fachbetrieb verlangt für die komplette Erneuerung 150 bis 400 €. Die Verbundabdichtung ist dagegen ein Fall für die Sanierung und im Spritzwasserbereich vorgeschrieben. Hier lesen Sie, wie Sie undichte Stellen erkennen, Fugen fachgerecht erneuern und wann zwingend ein Profi übernehmen muss.
Undichte Dusche erkennen, bevor der Schaden wächst
Eine undichte Dusche zeigt sich früh, wenn Sie auf die richtigen Zeichen achten: rissige, abgelöste oder dunkel verfärbte Silikonfugen, Stockflecken an den Fugenrändern, aufquellende Sockelleisten im Nachbarraum oder Feuchtflecken an der Decke darunter. Auch ein muffiger Geruch im Bad und sich lösende Fliesen deuten auf Feuchtigkeit in der Wand hin.
Nehmen Sie diese Signale ernst, denn dauerhaft eindringendes Spritzwasser durchfeuchtet die Bausubstanz und begünstigt Schimmel. Ein unbemerkter Wasserschaden hinter der Duschwand kostet in der Behebung schnell mehrere tausend €, weil Fliesen, Estrich und teilweise auch der Trockenbau erneuert werden müssen. Finden Sie die Ursache nicht selbst, sollte ein Sanitärfachbetrieb mit einer Feuchtemessung klären, wo das Wasser eindringt.
Ein einfacher Test grenzt die Ursache ein: Trocknen Sie die Dusche komplett ab und legen Sie Küchenpapier entlang der Fugen und am Wannenrand aus. Brausen Sie dann gezielt einzelne Bereiche mit der Handbrause ab. Dort, wo sich das Papier zuerst verfärbt, dringt das Wasser ein. So erkennen Sie, ob nur eine einzelne Fuge betroffen ist oder das Wasser großflächig hinter die Fliesen läuft.
Silikonfugen erneuern: Schritt für Schritt
Die Silikonfugen sind die häufigste Schwachstelle der Dusche und lassen sich mit etwas Sorgfalt selbst erneuern. Sanitärsilikon, Fugenglätter und Silikonentferner kosten zusammen unter 20 €. So gehen Sie vor:
- Schneiden Sie die alte Fuge mit einem Cuttermesser oder Fugenkratzer heraus und entfernen Sie alle Silikonreste restlos.
- Behandeln Sie von Schimmel befallene Stellen mit einem geeigneten Schimmelentferner und lassen Sie alles trocknen.
- Entfetten Sie die Fugenflanken mit Spiritus oder Silikonreiniger, damit das neue Silikon haftet.
- Kleben Sie beide Fugenränder mit Kreppband ab, das ergibt später eine saubere Kante.
- Spritzen Sie das Sanitärsilikon gleichmäßig in die Fuge, ohne Hohlräume zu lassen.
- Ziehen Sie die Fuge mit einem Fugenglätter oder mit Spülmittelwasser und Finger in einem Zug ab.
- Entfernen Sie das Kreppband sofort und lassen Sie die Fuge 24 bis 48 Stunden aushärten, ohne zu duschen.
Verwenden Sie ausschließlich pilzhemmendes Sanitärsilikon und kein Acryl, denn Acryl ist nicht dauerhaft wasserfest. Silikonfugen gelten als Wartungsfugen: Je nach Beanspruchung sollten sie alle fünf bis acht Jahre erneuert werden, spätestens bei Rissen oder festsitzendem Schimmelbefall.
Verbundabdichtung: die Pflichtschicht unter den Fliesen
Die Verbundabdichtung ist eine durchgehende Dichtschicht aus Flüssigfolie oder Dichtschlämme, die bei der Renovierung oder Sanierung des Bads direkt unter den Fliesen aufgetragen wird. Im Spritzwasserbereich von Dusche und Badewanne ist sie nach den geltenden Abdichtungsnormen Pflicht, denn Fliesen und Fugenmörtel allein sind nicht wasserdicht. Fehlt diese Schicht, wandert Feuchtigkeit über Jahre unbemerkt in Wand und Estrich.
Der Untergrund muss dafür sauber, trocken und eben sein. Entfernen Sie Schmutz, bessern Sie kleinere Löcher und Unebenheiten mit Mörtel aus und grundieren Sie saugende Untergründe; wie das funktioniert, zeigt der Beitrag Wand grundieren. Die Grundierung muss vollständig trocknen, bevor Sie weiterarbeiten. Um die Dusche abzudichten, gehen Sie dann wie folgt vor:
- Beginnen Sie mit dem Auftragen der streichfähigen Abdichtung in den Ecken und Kanten.
- Streichen Sie danach die restliche Fläche mit der Rolle deckend ein.
- Arbeiten Sie unmittelbar nach dem Streichen Dichtband in alle Übergänge ein, etwa an Duschtasse und Eckfugen.
- Setzen Sie rund um Leitungen, Anschlüsse und Öffnungen passende Abdichtmanschetten.
- Tragen Sie nach der Wartezeit laut Herstellerangabe eine zweite Schicht auf.
- Lassen Sie den Abdichtungsanstrich vollständig durchtrocknen.
Sobald die zweite Schicht durchgetrocknet ist, ist die Fläche gegen Spritzwasser geschützt und Sie können die Fliesen verlegen und verfugen. Rund um die Dusche gehören Wandfliesen an die Wand, denn hier entsteht das meiste Spritzwasser. Was Material und Verlegung kosten, schlüsselt der Beitrag Bad fliesen Kosten auf.
Was kostet es, die Dusche abdichten zu lassen?
Die komplette Erneuerung der Silikonfugen in der Dusche kostet beim Fachbetrieb 150 bis 400 €. Der Preis richtet sich nach Fugenlänge, Zustand der alten Fugen und Anfahrt; der Stundensatz von Sanitär- und Fliesenfachbetrieben liegt bei 60 bis 90 €. Eine neue Verbundabdichtung ist deutlich teurer, denn dafür müssen die Fliesen herunter. Sie fällt deshalb praktisch immer im Rahmen einer Sanierung an, deren Gesamtkosten der Beitrag Badsanierung Kosten aufschlüsselt.
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Silikonfugen der Dusche komplett erneuern lassen | 150-400 € |
| Stundensatz Sanitär- oder Fliesenfachbetrieb | 60-90 € |
| Komplette Badsanierung inklusive neuer Abdichtung | 3.000-5.000 € pro m² |
Holen Sie für Abdichtungsarbeiten am besten zwei bis drei Angebote ein und lassen Sie sich den Umfang schriftlich bestätigen: Welche Fugen werden erneuert, wird der Untergrund geprüft und übernimmt der Betrieb die Gewährleistung für die Dichtheit? Seriöse Betriebe sehen sich die Dusche vor dem Angebot an, statt pauschal nach Katalog abzurechnen.
Wann müssen Sie zwingend einen Profi beauftragen?
Ein Fachbetrieb muss immer dann ran, wenn Wasser bereits in die Bausubstanz eingedrungen ist, wenn die Verbundabdichtung erneuert oder erstmals aufgebaut werden soll oder wenn die Duschwanne selbst beziehungsweise ihr Ablauf undicht ist. Auch beim Umbau zur bodengleichen Dusche gehört die Abdichtung in Profihände, denn hier haftet der Betrieb für die Dichtheit; einen Überblick gibt der Beitrag Barrierefreier Badumbau. In Mietwohnungen gilt: Schäden an Abdichtung und Bausubstanz sind Vermietersache, informieren Sie ihn frühzeitig und schriftlich. Steht ohnehin eine größere Erneuerung an, hilft der Vergleich Komplett- oder Teilsanierung beim Bad bei der Entscheidung.
Kurz beantwortet: häufige Fragen zur Duschabdichtung
Wie oft müssen Silikonfugen erneuert werden?
Als Faustregel gelten fünf bis acht Jahre bei täglich genutzten Duschen. Silikon ist eine Wartungsfuge und fällt nicht unter die Gewährleistung für das Bauwerk. Spätestens wenn die Fuge Risse zeigt, sich vom Rand löst oder Schimmel nicht mehr abwaschbar ist, sollte sie komplett erneuert werden.
Kann man neues Silikon einfach über die alte Fuge spritzen?
Nein. Auf alter Silikonoberfläche haftet neues Silikon nicht zuverlässig, und eingeschlossener Schimmel arbeitet sich mit der Zeit durch die neue Schicht. Die alte Fuge muss vollständig heraus, die Flanken müssen sauber und fettfrei sein. Diese halbe Stunde Mehrarbeit entscheidet darüber, ob die neue Fuge dauerhaft dicht bleibt.
Was ist der Unterschied zwischen Silikonfuge und Verbundabdichtung?
Die Silikonfuge dichtet nur die Übergänge zwischen Bauteilen ab und gleicht Bewegungen aus, sie ist ein Verschleißteil. Die Verbundabdichtung ist die flächige Dichtschicht unter den Fliesen und schützt die Bausubstanz dauerhaft. Eine intakte Verbundabdichtung verhindert Schlimmeres, wenn eine Silikonfuge unbemerkt versagt.
Was kostet das Abdichten der Dusche beim Profi?
Für die komplette Erneuerung der Silikonfugen verlangen Fachbetriebe 150 bis 400 € inklusive Anfahrt und Material. Muss die Verbundabdichtung erneuert werden, geht es um eine Teilsanierung der Dusche mit Kosten von mehreren tausend €, weil die Fliesen entfernt und neu verlegt werden müssen.
Ist die Abdichtung unter den Fliesen Pflicht?
Ja, im direkten Spritzwasserbereich von Dusche und Wanne schreiben die anerkannten Regeln der Technik eine Verbundabdichtung vor. Fachbetriebe müssen sich daran halten, sonst haften sie für spätere Feuchteschäden. Bei älteren Bädern fehlt diese Schicht häufig; bei einer Sanierung wird sie deshalb zwingend nachgeholt.
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Interessant, dass man bei einer Badsanierung erst einmal die Abdichtung in den Ecken anbringen muss. Ich denke ich werde das auch machen. Am besten gleich von Anfang an dafür Sorge tragen, dass das Wasser bleibt, wo es bleiben soll, würde ich sagen.