Letzte Aktualisierung am 30. März 2026
Mit einem Vinylboden kann man beinahe jeden anderen Bodenbelag imitieren. In der Regel sind die Varianten aus Vinyl jedoch sehr viel günstiger als die originalen Vorbilder. Zum Teil haben Vinylböden aufgrund schlechter Qualität in der Vergangenheit auch heute noch einen eher schlechten Ruf. Inzwischen haben sich die Produktionsstandards jedoch stark verbessert, sodass Vinylböden ganz klar mit anderen Bodenbelägen mithalten können und wieder beliebter im eigenen Zuhause werden. Wir zeigen, wie du vorgehen musst, wenn du einen Vinylboden verlegen willst.
Vorteile eines Vinylbodens
Vinylböden waren früher vor allem unter der Bezeichnung PVC-Boden bekannt. Der Name leitet sich von dem Polymer Polyvinylchlorid ab, aus dem der Bodenbelag besteht. Als künstlich hergestellter Bodenbelag bietet ein Vinylboden viele Vorteile. Da er eine Art Fotoboden darstellt, können viele verschiedene klassische Bodenbeläge als Vorbild dienen. So gibt es Vinylböden sowohl in Fliesenoptik als auch in Holzoptik.
Um noch näher an die Originale heranzukommen, wird bei Vinylböden auch eine gewisse Haptik eingearbeitet. Durch diese Strukturierung der Oberfläche kann auch eine Steinoptik originalgetreu nachgeahmt werden. Des Weiteren ist der Bodenbelag pflegeleicht und leicht sauberzuhalten. Er ist zwar fußwarm, trägt insgesamt jedoch leider trotzdem nicht zu einem angenehmen Raumklima bei, was einen der größten Nachteile des Bodenbelags ausmacht. Ein weiterer Vorteil ist die gute Trittschalldämmung von Vinylböden.
Vinylboden selber verlegen
Wer keine Lust hat viel Geld für den neuen Bodenbelag auszugeben und sich unter anderem aus diesem Grund für einen Vinylboden entscheidet, kann sich auch gleich selbst darum kümmern, diesen daheim zu verlegen. Alternativ kannst du auch einen Bodenleger damit beauftragen. Die Preise für den Bodenleger sind dabei vor allem abhängig von Grundriss und Größe des Raums.
Grundsätzlich stehen dir zwei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, wenn du einen Vinylboden verlegen willst. Du kannst entweder Klick-Vinyl verlegen oder den Vinylboden von der Rolle verlegen. Beide Varianten dürften für Heimwerker keine allzu großen Probleme darstellen.
Vinylboden ausrollen

Eine der geläufigsten Varianten, wenn man einen Vinylboden verlegen will, ist es diesen direkt von der Rolle aus zu verlegen. Nachdem du den Raum ausgemessen und den Materialbedarf ermittelt hast, kannst du auch schon loslegen, gehe dabei wie folgt vor:
- Untergrund vorbereiten: Entferne Schmutz, Reste alter Bodenbeläge und bessere Mängel im Untergrund gegebenenfalls mit Spachtelmasse aus und entferne die Sockelleiste
- Schneide den Vinylboden zu aber berücksichtige dabei einen gewissen Überstand
- Den Vinylboden im Raum in der richtigen Verlegerichtung auslegen
- Mindestens einen Tag ausgelegt ruhen lassen, damit dieser sich akklimatisieren kann
- Den Bodenbelag mit einem Cuttermesser genau auf die benötigte Größe zuschneiden
- Bei selbstklebenden Vinylplatten Schutzfolie abziehen und bündig auf den Untergrund von der Mitte bis zu den Rändern festdrücken
- Normalen Vinylboden entweder mit doppelseitigem Klebeband fixieren und festdrücken
- Oder flüssigen Klebstoff vollflächig unter dem Vinylboden auftragen, nachdem du die Hälfte des Bodens aufgeschlagen hast
- Den Flüssigklebstoff kurz antrocknen lassen und dann die Bodenhälfte andrücken. Mit der zweiten Bodenhälfte genauso vorgehen
- Anschließend Boden mit einer Andrückrolle gründlich festrollen
Achtung: Nicht immer ist der neue Bodenbelag sofort begehbar
Klick-Vinyl verlegen

Eine weitere Möglichkeit den Vinylboden im eigenen Zuhause zu verlegen, ist das sogenannte Klick-Vinyl. Hier gehst du ähnlich vor, wie wenn du Laminat verlegst – denn Vinylplatten mit einem Klicksystem funktionieren ganz ähnlich.
- Die Platten aus Vinyl im Raum, in dem sie ausgelegt werden sollen, mindestens einen Tag lang akklimatisieren lassen
- Untergrund vorbereiten: Entferne Schmutz, Reste alter Bodenbeläge und bessere Mängel im Untergrund gegebenenfalls mit Spachtelmasse aus und entferne die Sockelleisten
- Plattenbreite berechnen und gegebenenfalls erste und letzte Plattenreihe zuschneiden, damit diese den Boden an den Wänden gut abschließen
- Platten von der Zimmerecke in der richtigen Verlegerichtung im Raum verlegen
- Zweite Platte jeweils in die Verriegelung der ersten Platte eindrücken
- Platten gegebenenfalls mit einem Gummihammer fest hauen
- Plattenreihen jeweils im Versatz verlegen
- Für Rohre Löcher in die Platten schneiden, bei Türen Platten unter die Tür schieben oder einen kleinen Abstand unter der Tür lassen und mit Silikon verfugen
- Sockelleisten anbringen
Welcher Vinylboden wo?
Da Vinylböden Optik und Oberfläche anderer Bodenbeläge imitieren, solltest du die Vinylversion des jeweiligen Bodens auch da verlegen, wo du beispielsweise Laminat oder Fliesen verlegt hättest. Durch seine pflegeleichten Eigenschaften eignen sich Vinylböden aber für zahlreiche Räume in deinem Zuhause.
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Bisher hatte ich immer meine Vorurteile gegen Vinylböden. Mein Partner aber meinte, dass wir bei der Neugestaltung unserer Wohnung ruhig etwas Neues ausprobieren können. Daher haben wir ihn nun doch verlegt, finde, dass das Ergebnis ganz gut geworden ist.
Kommenden Monat steht bei uns im Wohnzimmer eine Renovierung an. Wir möchten bei uns Vinylboden verlegen. Danke für den Tipp, die Platten im Raum einen Tag lang akklimatisieren zu lassen.