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Alle Infos zum Thema Glasfasertapete

Wie gut ist Glasfasertapete wirklich?

Lesedauer 5 Minuten

Letzte Aktualisierung am 2. Oktober 2020

Glasfasertapete ist die widerstandsfähigste Tapetenart überhaupt: Sie hält rund 30 Jahre, verträgt bis zu zehn Anstriche und übersteht Stöße, Feuchtigkeit und intensive Nutzung nahezu unbeschadet. Diese Robustheit hat allerdings ihren Preis, denn das Gewebe kostet mehr als herkömmliche Tapeten und lässt sich später nur mühsam wieder entfernen. Wie der Name schon verrät, besteht die Tapete aus gewebten Glasfasern. Wegen ihrer Belastbarkeit findet man sie häufig in öffentlichen Gebäuden und stark genutzten Räumen. Wie eine Vliestapete, Papiertapete oder Raufasertapete können Sie mit etwas Geschick auch Glasfasertapete selbst anbringen.

Welche Vorteile bietet Glasfasertapete?

Glasfasertapete punktet vor allem mit ihrer Haltbarkeit: Eine Lebensdauer von etwa 30 Jahren ist realistisch, mechanische Beschädigungen sind selten. Aufgrund der Glasfaser besitzt die Tapete zusätzlich folgende Eigenschaften:

  • Verrottungsfestigkeit
  • Formstabilität
  • Wasserfestigkeit und Scheuerbeständigkeit
  • brandhemmende Wirkung

Die Tapete können Sie bis zu zehnmal streichen, ohne dass sich beim Muster oder bei der Struktur optisch etwas verändert. Weil sie so robust und langlebig ist, sind die Einsatzmöglichkeiten sehr vielfältig. Sie eignet sich unter anderem für:

  • Küchen
  • Kinderzimmer
  • Krankenhäuser und Operationssäle
  • Bürogebäude
  • Flure und Treppenhäuser
  • Badezimmer

Welche Nachteile hat Glasfasertapete?

Der größte Nachteil: Einmal verklebt, lässt sich Glasfasertapete kaum noch zerstörungsfrei von der Wand holen, denn der Spezialkleber verbindet das Gewebe fast untrennbar mit dem Untergrund. Wer sich für dieses Material entscheidet, legt sich für Jahrzehnte fest. Daneben gibt es weitere Punkte, die Sie vor dem Kauf kennen sollten:

  • Hohes Gewicht: Die Bahnen sind deutlich schwerer als Papier- oder Vliestapeten und verlangen einen tragfähigen Untergrund
  • Hautreizung beim Zuschnitt: Die feinen Glasfasern können Haut und Atemwege reizen, arbeiten Sie deshalb mit langärmeliger Kleidung, Handschuhen und Atemmaske
  • Nüchterne Optik: Unbeschichtet wirkt das Gewebe technisch und wenig wohnlich, erst der Anstrich macht es wohnraumtauglich
  • Höherer Preis: Sowohl das Material als auch der Spezialkleber kosten mehr als bei den meisten anderen Tapeten

Für häufig wechselnde Wohnideen ist Glasfasertapete deshalb die falsche Wahl. Wer dagegen eine strapazierfähige Wand für Flur, Küche oder Bad sucht und die Optik ohnehin nur über die Wandfarbe verändern möchte, findet kaum etwas Besseres.

Herstellung von Glasfasertapeten

Bei der Herstellung werden feine Glasfäden zu einem Gewebe versponnen und verwebt. Dabei entsteht ein ganz feiner Glasstaub, der die Atemwege und die Haut reizen kann. Mit einer entsprechenden Arbeitskleidung beziehungsweise Schutzkleidung lässt sich dieses Problem auch beim Verarbeiten gut umgehen. Nach dem Kleben sollten Sie die Wände und den Raum gründlich reinigen, damit keine Faserreste zurückbleiben.

Unterschätzen Sie außerdem nicht, dass Glasfasertapeten ein höheres Preisniveau haben als herkömmliche Tapetenarten, die weniger robust und langlebig sind. Auch Muster und gewünschte Struktur beeinflussen den Preis erheblich. Informieren Sie sich deshalb vorab bei einem Malerbetrieb oder im Fachhandel.

Verarbeitung der Glasfasertapete

Glasfasertapete wird in der Wandklebetechnik verarbeitet: Der Kleber kommt direkt auf die Wand, die trockene Bahn wird hineingelegt. Damit ähnelt das Tapezieren dem Anbringen einer herkömmlichen Vliestapete. Nach dem Trocknen erhält die Tapete ihre endgültige Wandhaftung, den letzten Schliff geben eine zusätzliche Grundierung und der Anstrich mit der gewünschten Farbe.

Achten Sie darauf, dass der Untergrund frei von alten Tapetenresten, tragfähig, glatt, sauber und trocken ist. Besonders bei feinen und mittelfeinen Glasgeweben zeichnen sich Risse und Unebenheiten nach dem Tapezieren ab. Gleichen Sie solche Stellen deshalb vorab mit Spachtelmasse aus, um ein optisch sauberes Ergebnis zu erzielen. Je nach Untergrund erhalten Sie im Fachhandel eine geeignete Grundierung, die die Wand vereinheitlicht und festigt.

Wie bei anderen Tapeten auch schneiden Sie die Bahnen mit Schere oder Cuttermesser zu. Zum Anbringen ist allerdings ein besonderer Glasgewebekleber nötig, den Sie mit der Rolle oder im Spritzverfahren auftragen. Damit der Kleber nicht zu schnell antrocknet, bereiten Sie immer nur einen Wandabschnitt für zwei bis drei Bahnen vor. Überstände schneiden Sie anschließend ganz einfach ab.

Kosten der Glasfasertapete

Für eine große Rolle Glasfasertapete mit 25 m Länge und 1 m Breite zahlen Sie zwischen 40 und weit über 100 €. Das klingt zunächst nach viel Geld, relativiert sich aber über die lange Lebensdauer von rund 30 Jahren. Ein professioneller Maler und Lackierer berechnet für das reine Kleben zwischen 6 und 10 € pro m², bei Mustergewebe kommen etwa 3 € pro m² hinzu. Selbermachen ist also nicht zwingend günstiger, zumal Sie beim Betrieb Gewährleistung auf die Arbeit haben.

PostenPreis
Glasfasertapete (Rolle 25 m x 1 m)40 bis über 100 €
Kleben durch den Malerbetrieb6 bis 10 € pro m²
Aufschlag für Mustergewebeca. 3 € pro m²
Anstrich durch den Malerbetrieb5 bis 12 € pro m²
Entfernen inklusive Entsorgung15 bis 25 € pro m²

Was Malerbetriebe pro Stunde berechnen und wie sich die Preise zusammensetzen, zeigt der Ratgeber zu Malerkosten und Stundenlohn.

Glasfasertapete entfernen

Die ehrliche Antwort vorweg: Glasfasertapete zu entfernen gehört zu den mühsamsten Arbeiten rund um die Wandgestaltung, oft ist Überstreichen die bessere Lösung. Der Glasgewebekleber verbindet das Gewebe fest mit dem Putz, und klassisches Einweichen mit Wasser bringt wenig, weil die dichte, meist mehrfach gestrichene Oberfläche kaum Feuchtigkeit durchlässt. Drei Methoden haben sich bewährt:

  • Anlösen mit Spezialentferner: Perforieren Sie die Oberfläche mit einer Stachelwalze und tragen Sie einen Tapetenlöser für beschichtete Gewebe satt auf. Nach ausreichend langer Einwirkzeit ziehen Sie die Bahnen abschnittweise ab
  • Dampfgerät: Ein Dampftapetenablöser drückt heißen Dampf durch die perforierte Beschichtung und löst den Kleber an, das Gewebe lässt sich dann mit dem Spachtel abheben
  • Abschleifen in Schichten: Sitzt das Gewebe bombenfest, hilft nur eine Schleifmaschine oder Putzfräse, die Tapete und Kleberschicht abträgt. Diese Methode ist extrem staubintensiv, Atemschutz und Abdeckarbeiten sind Pflicht

Ist die Fläche eben und das Gewebe intakt, ist Überstreichen fast immer wirtschaftlicher als Entfernen. Erst wenn sich Bahnen großflächig lösen oder der Putz darunter beschädigt ist, führt am Entfernen kein Weg vorbei. Ein Malerbetrieb berechnet dafür inklusive Entsorgung etwa 15 bis 25 € pro m². Die abgelösten Reste gehören übrigens in den Restmüll und nicht ins Altpapier, Details dazu liefert der Ratgeber zum Entsorgen von Tapeten.

Häufige Fragen zur Glasfasertapete

Kann man Glasfasertapete überstreichen?

Ja, das ist sogar der Normalfall, denn erst der Anstrich macht das Gewebe wohnlich. Nach dem Verkleben wird die Tapete grundiert und mit Dispersionsfarbe gestrichen, in Feuchträumen mit scheuerbeständiger Qualität. Was der Anstrich durch den Profi kostet, verrät der Überblick zu den Kosten für das Streichen von Wänden.

Wie oft kann man Glasfasertapete streichen?

Bis zu zehnmal, ohne dass die Struktur sichtbar leidet. Bei feinen Geweben füllt jeder Anstrich das Muster etwas weiter auf, sodass es nach vielen Schichten flacher wirkt. Grobe Strukturen verkraften entsprechend mehr Anstriche. Zwischen den Renovierungen genügt es meist, die abwaschbare Oberfläche feucht zu reinigen.

Ist Glasfasertapete für Feuchträume geeignet?

Ja, sie gehört zu den besten Tapeten für Bad, Küche und Waschküche, weil das Gewebe wasserfest und verrottungsfest ist. Wichtig sind ein scheuerbeständiger Anstrich und gute Lüftung, denn keine Tapete verhindert Schimmel an einer dauerhaft feuchten Wand. Bei vorhandenem Befall hilft der Ratgeber zum Thema Schimmel überstreichen weiter.

Was kostet es, Glasfasertapete entfernen zu lassen?

Malerbetriebe berechnen für das Entfernen inklusive Entsorgung etwa 15 bis 25 € pro m², je nach Methode und Zustand des Untergrunds. Kommen Spachtelarbeiten oder ein Neuverputz hinzu, steigt der Preis. Holen Sie bei größeren Flächen am besten zwei bis drei Angebote ein und lassen Sie den Untergrund vorab begutachten.

Ist Glasfasertapete gesundheitsschädlich?

Im verklebten und gestrichenen Zustand geht von Glasfasertapete keine Gefahr aus, denn die Fasern sind fest im Gewebe und unter der Farbe gebunden. Reizend wirken nur lose Fasern beim Zuschnitt und beim Abschleifen. Tragen Sie bei diesen Arbeiten langärmelige Kleidung, Handschuhe und eine Atemmaske, dann bleibt das Risiko gering.

Bildquelle: prakasitlalao/stock.adobe.com

1 Kommentar zu „Wie gut ist Glasfasertapete wirklich?“

  1. Ja, das Problem mit den Fasern ist ähnlich dem bei der Arbeit mit Mineralwolle als Dämmmaterial. Unbedingt geeigneten Mund- und Augenschutz sowie geeigneten Schutzanzug verwenden. Ist zwar lästig und warm-… aber sinnvoll

Die Kommentare sind geschlossen.

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